Das wird nichts mehr!

Diese Worte gehen mir jetzt nicht leicht von den Tasten. Für diesen Text dürft ihr mich gerne einen Verräter, Ungläubigen, schlechten Fan oder sonst was nennen. Aber ich stehe zu diesen Aussagen. Vielleicht kann es ja jemand nachvollziehen.
Als ich nachhause gefahren bin nachdem Spiel sind mir diese Worte durch den Kopf gegangen. Wie immer bei Texten, bei denen viel Persönliches reinkommt. Und ich fühle mich auch gezwungen, diesen Text niederzuschreiben.


Dieses 1:1 gegen Holstein Kiel ist leistungsgerecht. Im ersten Durchgang waren wir klar besser, haben gut verteidigt und hatten gute Torchancen. Im zweiten Abschnitt waren die Störche besser und haben ausgeglichen. Eins ums andere Mal hat uns die mangelhafte Chancenauswertung das Genick gebrochen.

Jetzt kann man sagen, Hoffnung am Ende des Tunnels.

Hoffnung für die letzten fünf Spiele der Saison. Der Relegationsrang ist mit vier Punkten in Reichweite, während das rettende Ufer mit sieben Punkten Rückstand schon aus dem Auge ist. Da könnte noch was gehen.

Aber das wird nichts mehr. Das klingt verräterisch. Als würde man das Team einfach aufgeben, den Stecker ziehen, dem Klub die Liebe entziehen oder als Sportler einfach den Sportsgeist vermissen lassen. Das heißt nicht, dass ich den FCI nicht mehr mag oder gar den Klub den Rücken kehre, oder sonst was. Wer meinen Blog verfolgt oder bereits länger verfolgt weiß, dass ich schon einiges mitgemacht habe. Und genau aus jenen Erkenntnissen heraus, ringe ich mich zu dieser Aussage durch.

Vieles erinnert mich an den ersten Abstieg aus der zweiten Liga. Damals spielten die Schanzer eine furiose Rückrunde. Die Rede war von nur fünf Siegen und dann ist der Klassenerhalt sicher. Nur das Team gewann eben kein einziges Spiel mehr. Man schlitterte schleichend, langsam und Stück für Stück in den Keller. Und beschwor mit dem Trainerwechsel von Torsten Fink zu Horst Köppel eben auch jene Endspiele herauf. Damals spielte das Team immer gut mit (ähnlich wie jetzt), hatte viele Chancen (genau wie diese Saison) und doch reichte es am Ende, deutlich nicht für den Klassenerhalt. Den ersten Sieg holte man dann am 34. Spieltag gegen TuS Koblenz.

Der FCI kämpft Spiel für Spiel. Sie machen und tun.

Doch man wird das Gefühl einfach nicht los, dass das Glück nicht unserer Seite ist. Es fehlt die Konstanz. Beim 4,5ten Trainer der Saison auch kein Wunder. Zwar hat Tomas Oral dem Team neues Feuer gegeben und auch eine neue taktische Vorgabe. Nur ich denke, das kommt zu spät. Während Magdeburg in der Rückrunde relativ konstant punktet und auch mal den HSV niederringt und Sandhausen sich da hinten richtig stark rausgehauen hat, dümpeln wir seit der ganzen Saison in unserem eigenen Saft und pendeln zwischen Roter Laterne und vorletztem Platz. Die Tabelle beim Aufrufen in der Kicker-App nicht nach unten scrollen zu müssen, ja das ist gefühlt schon eine halbe Ewigkeit her.

Uns es tut mir auch leid, das sagen zu müssen. So richtig große Hoffnung auf den Klassenerhalt hatte man in der Rückrunde ja auch nicht. Zwar zeigte das Team immer wieder mal ansprechende Leistungen. Aber das da mal drei, vier Spiele dabei gewesen wären, wo man sagt: wow, die Jungs, die hauen sich da jetzt richtig raus. Ne. Diese Spiele waren nicht dabei. Selbst unter Jens Keller verpuffte irgendwie schnell der Nimbus des Wunschtrainers.

Anders war das in der Saison des Bundesliga-Abstiegs. In der Hinrunde war der FCI bereits abgestiegen. So vom Gefühl her. Doch man ging mit einem sehr positiven Gefühl in die Winterpause. Man gewann kurz vor der Pause in Leverkusen. Die Schanzer spielten kampfeslustig, brutal, ekelhaft und erbeuteten sich so, Punkt um Punkt. Und trotz Rückschläge brachte das Team immer wieder eine kampfeslustige Leistung auf den Platz. Die mit der drei Siegen gegen Mainz, Augsburg (verdammt war das geil) und gegen Darmstadt belohnt wurde. Auch wenn es dann in den der entscheidenden Phase nicht reichte über den ersten Strich zu hüpfen (bittere Pleiten gegen Bremen und Wolfsburg), es war immer Hoffnung da. Bis zum Schluss. Weil die Mannschaft brannte, weil sie Feuer hatte. Ja es war qualitativ auch eine starke Mannschaft. Aber es haben auch schon qualitativ bessere Teams, monatelang keinen Anlass zu einem Funken Hoffnung gegeben. Wolfsburg, Hamburg usw.

Natürlich habe ich auch Hoffnung.

Nachdem Abpfiff habe ich mehr oder weniger ernüchternd vor mich hingesagt: „Mei, dann müssen wir halt gegen Bielefeld gewinnen.“ Ja, müssen wir. Ja, dann wäre wieder alles drin, sofern die Konkurrenten mitspielen. Aber, das sagen wir schon seit Wochen. Die Spiele werden weniger, die Punkte nicht unbedingt mehr. Die Konkurrenz schläft nicht. Darum habe ich ganz, ganz tief in mir die Hoffnung verloren.

Natürlich hoffe ich auch, dass wir gegen die Arminia gewinnen, irgendwie Dresden niederringen usw. Aber mir fehlt die absolute Überzeugung. Deswegen sage ich: Schanzer, das packen wir nicht mehr. Ich werde kommende Saison dann auch in der 3. Liga die Spiele schauen, im Stadion oder im Fernsehen, werde auswärts mitfahren und das Team unterstützen. Ich unterstütze das Team auch in dieser Saison weiter. Natürlich. Da gibt es gar keinen Zweifel. Aber der absolute Glaube an den Klassenerhalt fehlt einfach. So oder so muss der Klub, nachdem letzten Spiel den Reset-Knopf drücken. Das wird schon alles. Irgendwie.
Immer weiter, FCI!

Ein Gedanke zu “Das wird nichts mehr!

  1. Ich kann Dich voll verstehen, glaube auch nicht mehr dran aber hoffen tue ich trotzdem.
    Hätte mir aber lieber Keller in Liga 3 gewünscht…
    Gruß
    Klaus

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