Pätzold lässt die jungen Wilden los

Geackert, gegrätscht und gekämpft haben  die Schanzer am Samstag gegen den Tabellenführer Hamburger SV. Am Ende verloren die Schanzer mit 1:2. Doch zwei Eindrücke bleiben. Roberto Pätzolds Personalentscheidungen waren auf den ersten Blick mutig, aber könnten den Einstieg von Jens Keller erleichtern. Und die „Lümmel von der dritten Reihe“ könnten für einen neuen Konkurrenzkampf in der Mannschaft sorgen.

Und da standen sie auf dem Spielberichtsbogen: Fabijan Buntic (Tor), Jontan Kotzke (Innenverteidigung), Fatih Kaya (Angriff) und Georgios Pintidis (Mittelfeld). Vier Spieler die zu ihrem Debüt im Profi-Team des FCI kamen. Drei von ihnen sind Spieler der U21, Pintidis spielte bisher nur in der U19. Diese vier Spieler verdrängten bisher scheinbar etablierte Spieler aus der Startelf. Auf der Bank saßen dafür Spielführer Marvin Matip, Philipp Heerwagen, Paulo Otavio und Konstantin Kerschbaumer.

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Roberto Pätzold sah diese mutige Startaufstellung als gar nicht so mutig an. Er begründete seine Entscheidung schlichtweg mit den Trainingsleistungen. Die jungen Wilden belebten das Spiel sichtlich. Die Schanzer kämpfen, grätschten und gaben Vollgas. Ich sah vom Spiel nur rund 60 Minuten in meiner Mittagspause auf dem Handy. Was ich allerdings sah, gefiel mir. Zwar haperte es im Umschaltspiel gewaltig. Aber das ist auch zu erwarten. Eine großzügig umgestellte Startelf mit mangelnden Selbstvertrauen gepaart, führt eben dazu, dass manche Mechanismen nicht funktionieren können.

Das erste Gegentor durch den direkten Freistoß von Aaron Hunt war bitter. Ein blödes Foulspiel vor dem Sechszehner und dann führt eben der Tabellenführer mal bequem. Ein Tabellenführer der zwar spielbestimmender war, sich allerdings sehr schwer tat gegen mutig auftretende Schanzer.

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Spielführer Almog Cohen gab wie immer alles. Doch dieses Mal schien es so, dass die Binde ihn dazu brachte, noch mehr zu geben. Alle Bilder: Roland Geier

Insbesondere einer fiel wieder durch einen unbändigen Willen auf: Almog Cohen. Cohen trug die Kapitänsbinde. Und man hatte das Gefühl die Binde motivierte ihn noch ein Stück mehr, alles zu geben.

Direkt nach der Pause hätten Kaya und Osawe im Nachschuss ausgleichen können. Doch dann passierte genau dass, was eben passiert wenn man Schlusslicht der zweiten Liga ist. Man kassiert das 2:0. Holtby bediente Hwang, der den hüftsteifen Gimber ausspielte und schließlich noch Buntic tunnelte. Doch wer glaubte, dass der FCI jetzt einfach aufgibt, irrte. Nach einem Freistoß von Sonny Kittel, köpfte Kaya bei seinem Profi-Debüt zum Anschlusstreffer ein. Der Jubel war grenzenlos. Was für ein Einstand! Danach war es ein offenes Spiel. Der HSV versuchte mit dem 3:1 die Entscheidung herbeizuführen, doch die Hamburger fanden bei Buntic stets ihren Meister. Und dann hätte Kerschbaumer den Sportpark kurz vor Schluss zum Kochen bringen können, doch seinen Schuss wehrte Pollersbeck ab.

Am Ende steht der FCI ohne Punkte da, allerdings mit reichlich Erkenntnissen. Die Jungs aus der dritten Reihe spielten sich durchaus in Szene. Vor allem Torschütze Fatih Kaya. Auch Jonatan Kotzke gab eine gute Visitenkarte in der Innenverteidigung ab. Torwart Buntic gab ein starkes Debüt im Tor ab. Und Almog Cohen empfahl sich mit seiner Leistung künftig Kapitän der Schanzer zu werden.

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Für Jens Keller der am Sonntag dann der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, könnten Roberto Pätzolds Personalentscheidungen eine positive Wirkung haben. Keller könnte jetzt weiterdenken und diese „Rochaden“ fortführen. Nachdem Knaller im Tor von Heerwagen abgelöst wurde, könnte er jetzt Buntic die Chance geben als Nummer eins. Buntic ist ein junger Schanzer, der die Chance durchaus verdient hätte. Gegen den HSV hat er starke Argumente geliefert nun dauerhaft das Tor der Schanzer zu hüten. Und warum nicht Fatih Kaya nicht öfters bringen? Den Schanzern fehlt aktuell ein abschlussstarker und wuseliger Stürmer. Kaya wäre hier eine echte Alternative. Und auch die Ablösung von Marvin Matip als Spielführer könnte dafür sorgen, dass sich eine Hierarchie bildet und die Mannschaft endlich richtig wachgerüttelt wird. Rein leistungstechnisch wäre Almog Cohen der absolut richtige für dieses Amt. Er kann mitreißen, überzeugen und geht vorneweg als Leader.

Roberto Pätzold hat mit seinen Personalentscheidungen eine kleine Brücke zu Jens Keller gebaut. Lassen wir uns überraschen welche Eindrücke der mittlerweile 3,5te Trainer der Schanzer sammelt und wer dann am Böllenfalltor auf dem Rasen steht.

Und als ich das Spiel auf meinem Handy sah, war ich wirklich zufrieden und auch glücklich. Ich sah den FCI, mit der Spielweise, für die wir lange gefürchtet wurden. Eklig, aggressiv und zielstrebig. Wenn wir das fortführen, also endlich wieder eine gute Zweitliga-Einstellung auf den Platz bringen. Ja dann, könnte vielleicht doch noch alles gut werden. Ich wünsche und erhoffe mir das. Dieses Spiel gegen den HSV hat mir viel Hoffnung zurückgegeben. Mal sehen was der neue Coach jetzt aus dieser Mannschaft macht.

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