Eine Schwalbe kostet den Sieg

Es war das erwartet zweikampfbetonte Spiel am Böllenfalltor. Am Ende kostete eine Schwalbe den zweiten Saisonsieg. Trotzdem macht der Auftritt Mut für die kommenden zwei letzten Spiele in 2018.

Das Trainer-Debüt von Jens Keller, der Abschied von der Gegengerade am Böllenfalltor. Es war bereits vor Anpfiff einiges drin in dieser Partie. Jens Keller rotierte wieder kräftig und behielt zwei Personalentscheidungen von Robert Pätzold bei. Marvin Matip saß auf der Bank. Mit der Binde stand Almog Cohen auf dem Platz. Und im Tor stand abermals Fabijan Buntic. Kaya, Pintidis und Kotzke standen nicht im Kader.

Die Partie begann gut. Die Schanzer bekamen einen Elfmeter, nachdem Heuer Fernandes Sonny Kittel von den Beinen holte. Den Strafstoß verwandelte Dario Lezcano. Danach kamen die Lilien besser ins Spiel. Darmstadt kam immer wieder zu Chancen aus der zweiten Reihe. Denn die ersten Bälle verteidigten die Schanzer mit allem was sie hatten. Symptomatisch für diesen neuen Spirit war für mich eine Szene. Buntic schob Lezcano an den ersten Pfosten. Die dann angeflogene Ecke, köpfte er übers Stadiondach. Mit allem verteidigen was geht, das taten die Schanzer. Die zweiten Bälle wurden dann zwar wieder scharf. Aber die Darmstädter ließen hier auch die Präzision vermissen. Trotzdem wirkte Darmstadt relativ behäbig. Ein klares Offensivspiel war nicht zu erkennen. Die Leistung der Lilien ächtete das Publikum auch deutlich mit Pfiffen.

Im zweiten Durchgang kam Darmstadt spritziger aus der Kabine und drückte. Eine Direktabnahme flog übers Tor, ein akrobatischer Seitfallzieher ging nur hauchdünn über die Latte. Doch es beschlich einen wieder das Gefühl, dass irgendwo so eine krumme Nudel wahrscheinlich noch im Tor einschlägt. Irgendeine Ecke, irgendeine Flanke. Zuvor stockte Thorsten Röcher noch die Strafkartei der Schanzer auf. Er sah die Gelb-Rote Karte. Damit mussten die Schanzer mit Unterzahl die Partie zu Ende bringen. Nicht unerwähnt darf natürlich die Chance in der 58. Minute bleiben. Leipertz bediente per Hacken-Ablage, Kerschbaumer. Den Schuss aus 16 Metern parierte Heuer Fernandes. Es hätte die Entscheidung sein können. Doch wie halt als Tabellenletzter ist, geht so ein Ball eben nicht rein.

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Doch die Führung hielt, bis eben der Schiedsrichter aus unerklärlichen Gründen auf den Punkt zeigte. Holland ging in den Sechszehner und fiel. Die Fernsehbilder belegen klar, dass es zwischen Kittel und Holland absolut keine Berührung gab. Kittel drehte sich sogar weg, weil er eben schon verwarnt war. Trotzdem gab es Elfmeter. Andreas Möller wäre stolz auf diese Schwalbe gewesen. Den Elfmeter verwandelte Kempe zum Ausgleich. Eine bittere Szene. Doch wie schon öfters geschrieben, machen Diskussionen über Fehlentscheidungen in der zweiten Liga wenig Sinn. Denn im Unterhaus gibt es keinen Videobeweis. Jenen Videobeweis den übrigens der FCI bei der DFL befürwortet.

Am Ende steht der FCI mit einem Punkt da. Doch es ist eine Tendenz zu erkennen. Die Defensive wirkt aggressiver und vor allem stabiler. Generell ist das Spiel gegen den Ball in allen Mannschaftsteilen besser und fokussierter geworden. Die Ergebnisse der anderen Kellerkinder am Sonntag waren zwischenzeitlich nicht positiv. Sandhausen und Magdeburg führten zwischenzeitlich, am Ende holten sie Gott sei Dank nur einen Punkt. Glück gehabt. Jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Bei Jens Keller habe ich ein gutes Gefühl. Er hat eine gute Ansprache. Und er hat der Mannschaft auch die Leviten gelesen, dass es wenig Sinn mache, wenn man 1:2 verliere, davon zu sprechen dass man ja gut sei. Bei einer Niederlage war man eben nicht genug. Die Defensive ist stabiler, jetzt fehlt nur noch, dass offensiv die Schanzer auch mal mehr Gefahr entwickeln. Diese richtige Balance zu finden wird für die nächsten zwei Spiele eine spannende und schwierige Aufgabe. Die Gegner sind keine leichten. Der 1. FC Heidenheim, aktuell ordentlich im Aufwind und der SSV Jahn Regensburg. Die Regensburger die wie ein rotes Tuch für die Schanzer sind. Doch gegen beide Teams müssen Siege her, um den Abstand im Keller zu verringern und einen guten Punkte-Grundstock für die Rückrunde zu haben. Denn wenn wir etwas nicht wieder erleben wollen, dass die Mannschaft trotz einer starken, ja schier überragenden Rückrunde trotzdem absteigt.

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