Einen Zwanni ins Phrasenschwein

Ich blieb eins ums andere Mal, ratlos zurück. Die Schanzer haben bei der SG Dynamo Dresden mit 2:0 verloren. Ich habe mal versucht das Spiel zu reflektieren. 

Marvin Matip und Robin Krauße wirkten ein bisschen ratlos in der Mixed Zone nachdem Spiel. Als sie Aufbruchstimmung verbreiten wollten mit den Worten „jetzt geht es weiter“, „wir müssen uns das Glück erspielen“, fügten sie die Sätze dazu: „Das klingt jetzt wieder phrasig“ und „das sagen wir schon seit Wochen.“ Wenn die Schanzer ein Mannschaftsphrasenschwein hätten, wäre es prall gefüllt. Das Punktekonto bleibt allerdings weiter recht moderat gefüllt. 

Seit Wochen verweisen die Spieler bereits darauf, dass es „weitergehe“ und man sich das Glück erarbeiten müsse. Gegen Dresden hat der FCI jedoch seine Horror-Serie ausgebaut. Seit zehn Spielen sind die Schanzer ohne Sieg. Der FCI bleibt weiter Schlusslicht. Und die Rote Laterne wird immer dunkler. Bereits fünf Punkte hat der FCI, Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz.

Die Leistung der Mannschaft auf dem Platz insbesondere in der ersten Halbzeit war über weite Strecken ein Fiasko. Bereits nach fünf Minuten war der Matchplan der Schanzer pulverisiert. Neumann foulte Koné, Elfmeter für die SGD. Und als wäre das nicht schon genug, sieht Neumann die Rote Karte. Den Platzverweis kritisieren einige zu Recht als überzogen. Denn die Doppelbestrafung ist nach den neuen Regeln eigentlich abgeschafft. Diese Rote Karte zerlegte die Schanzer Defensive komplett. Denn das 2:0 fiel nur wenig später. Ex-Schanzer Patrick Ebert überspielte die komplette FCI-Abwehr und Koné traf zum 2:0. Große Verwirrung herrschte deswegen auf dem Platz, weil scheinbar viele dachten Koné stehe im Abseits. Koné stand auf gleicher Höhe und die Schanzer hoben obendrein wegen eines Stellungsfehlers das Abseits selbst auf. 

Auch Spielführer Matip bestätigte: „Wir haben zulange gebraucht um uns auf die Unterzahl einzustellen.“ Und so startete Dynamo einen Angriff nachdem nächsten. Zwischen der 30. – 39. Minute hätte Dresden das Ergebnis noch höher schrauben können. Doch besonders Torhüter Heerwagen hielt die Schanzer im Spiel. Gerade in dieser Phase spielte die Abwehr höchst konfus. Koné, Dresdens Top-Torjäger spielte die Schanzer schwindelig. 

Im zweiten Durchgang tat Dresden nicht mehr viel fürs Spiel und so fand der FCI endlich mal in die Partie. Nach einer Stunde hatte der FCI mehrere Möglichkeiten den Anschlusstreffer zu erzielen. Cohens Schuss hatte  zu wenig Bums, Osawe schoss an den Pfosten und dann schossen sich die Schanzer gegenseitig ab. Der Kopfball vom eingewechselten Lezcano fehlte das Tor. 

Die Spieler versuchten sich an der zweiten Hälfte hochzuziehen. Klar war die zweite Hälfte besser als die erste. Aber der FCI lag halt auch schon 2:0 hinten. Ein aufbäumen sah trotzdem anders aus. Und von einer guten Halbzeit kann sich keiner etwas kaufen. Über Konsequenzen beim Trainer möchte keiner sprechen. Marvin Matip antworte mit „Nein“ als gefragt wurde, ob er mit Veränderungen auf der Trainerpositionen kommende Woche lebt. Alexander Nouri betonte „dass die Mannschaft lebe.“ Ob eine lebende Mannschaft reicht um sich auf den Trainerstuhl dauerhaft zu halten, wage ich stark zu bezweifeln.

Der Auftritt in Dresden reiht sich in leider viele schlechte Auftritte der Mannschaft in dieser Saison ein. Das spielerische Element fehlt weiter. Sonny Kittel stand wieder nicht in der Startelf. Ein kurzer Denkzettel sieht anders aus. Scheinbar sieht Nouri aktuell für Kittel gar keinen Platz in der Startelf. Und auch die defensive Stabilität ist ein riesiges Problem. Nur wir haben keine anderen Verteidiger mehr. Es spielt eigentlich alles, was im Kader ist. Heißt die Defensive muss sich irgendwie von selbst stabilisieren. 

Der spielerische Zerfall der Schanzer geht munter weiter. Die Tugenden für die, die Schanzer lange Zeit standen sind weg. Das waren Standardstärke, Kampfgeist, Galligkeit und Teamgeist.

Der nächste Gegner heißt Hamburger Sport-Verein. Mal sehen was der FCI da aufs Parkett „zaubert.“ Robin Krauße hält den HSV vielleicht „sogar für den richtigen Gegner, zur richtigen Zeit.“ Das nächste Spiel kommt also bestimmt, weiter immer weiter. Einen Zwanni ins Phrasenschwein bitte!

Titelbild: Maximilian Randelshofer, alle anderen Bilder: Roland Geier.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s