Schanzer bitte mehr davon!

Das Spiel gegen Darmstadt hatte schon einen Hauch vom Glanz früherer Tage. Als der FCI mit geballter Konsequenz, seine Gegner nicht zur Entfaltung kommen ließ und vorne auch noch Tore schoss. Nachdem doch souveränen Sieg gegen die Lilien, stellen sich doch einige Fragen. Sehen wir jetzt mehr von diesen Aufritten in Zukunft? Robbt sich der FCI jetzt langsam nach oben?

Kittel und Pledl, die Flügelzange der Schanzer zeigte am Freitag-Abend im Sportpark ihr ganzes Können. Sonny Kittel der „Goldjunge“ des FCI gehört mit seinen fünf Treffern nun zu den treffsichersten Profis in der zweiten Liga überhaupt. Und auch Thomas Pledl, unter Walpurgis noch auf die Bank oder auf die Tribüne verdammt, blüht nun so richtig auf. Beide spielten sich die Bälle zu, führten die Ecken brüderlich aus. Da scheint sich ein neues Traumduo gefunden zu haben. Das spiegelt sich auch in der Torschützenliste wieder. Kittel traf zum 2:0. Unwiderstehlich legte er nochmal einen Haken ein und zog dann trocken ab. Pledl nutzte die Flanke von Gaus, die Sulu verlängerte und schob freistehend ein.

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Wie immer flogen gegen Darmstadt die Fetzen. Hier hebt Torschütze Pledl ab. Alle Bilder: Roland Geier

 

Doch auch andere Spieler zeigten ihre Qualitäten. Stefan Kutschke, dieses Mal in der Startelf, drosch seinen Elfmeter so trocken ins Tor, dass man Angst haben musste, das Netz reißt. Er  arbeitete viel mit nach hinten und belohnte sich nun mit dem Treffer. Auch gegen 1860 im Pokal traf er vom Punkt. Im System von Stefan Leitl ist aktuell allerdings nur ein Stürmer vorgesehen, heißt der Neuzugang aus Dresden wird sich wahrscheinlich mit der Rolle „Stürmer Nummer zwei“ zufrieden geben müssen.

Auch ein Gaus als Außenverteidiger ging gegen die Lilien da hin, wo es wehtat. Einfach mal das Foul ziehen um den Gegner auszubremsen und ein Zeichen zu setzen. An der Außenlinie sich den Ball erkämpfen. Gaus zeigte eine gute Leistung. Auch wenn man attestieren muss, dass er eben kein Außenverteidiger, Marke Suttner ist, der das Offensivspiel maßgeblich mitprägt. Doch er hat echte Nehmerqualitäten.

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Christian Träsch im Zwiegespräch mit Coach Stefan Leitl

 

Insgesamt zeigten die Schanzer eine starke Leistung. Von Anfang an, war Musik im Spiel. Die Schanzer dämmten das Darmstädter Spiel ein. In der Offensive war von den Lilien nichts zu sehen. Der FCI spielte nach belieben, holte sich die Bälle konsequent und schob dann noch vorne. In der ersten Hälfte sah das alles noch ein bisschen statisch aus. Als man schießen konnte, schoss man nicht. Als man abspielen konnte, spielte man nicht quer. Doch das 1:0 durch Kutschke war dann eine Art Dosenöffner. Natürlich half auch Darmstadt bisschen mit. Beim 2:0 machte die Abwehr der Hessen keinen guten Eindruck. Und beim 3:0 verlängert halt Sulu so saudumm, sodass nur die Frage lautete: klopft jetzt Kittel oder Pledl das Ding in die Maschen.

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Bejubelte sein erstes Saisontor: Thomas Pledl

 

Der Aufritt ließ Erinnerungen wach werden, an die goldene Zweitligasaison als man als Meister aufstieg. Vier Niederlagen und wie eine Dampflok durch die Liga fuhr. Diese Saison wird einmalig bleiben.

Doch wo geht die Reise jetzt hin? Bereits nachdem 4:0-Sieg in St. Pauli kam sowas wie eine kleine Euphorie auf. Jetzt geht´s richtig los! Doch dann folgten wieder Rückschläge, 2:2 gegen Duisburg, 0:2 in Bochum. Die Grundeinstellung die Spielweise gegen Darmstadt haben gestimmt. Jetzt heißt es diese Leistung zu konservieren und sie wieder abzurufen. Die nächsten Gegner jedenfalls sind spannende Aufgaben. Auswärts geht´s zur SG Dynamo Dresden. Ebenfalls eine Wundertüte, zwischen Genie und Wahnsinn. Aber auf jeden Fall schwer zu bespielen. Und dann kommt der krisengebeutelte 1. FC Heidenheim.

Durch den Sieg schob sich der FCI jetzt auf Platz 12. Ein einstelliger Tabellenplatz ist greifbar. So sehr die Freude jetzt groß ist, stellt sich halt die Frage nach der Beständigkeit. Ich hoffe jedenfalls, dass ich in zwei Wochen frohen Mutes das Stadion in Sachsens Hauptstadt verlassen kann. Ansonsten bleibt der FCI eine inkonstante Wundertüte.

 

Doch woran liegt es dass die Schanzer einfach nicht so richtig, den Fuß in die Tür bekommen in dieser Liga? Beim FCI gibt es entweder zwei Extreme. Entweder Dominanz wie bei den Siegen in Hamburg und gegen Darmstadt oder schwache Leistungen wie gegen Bochum. Entweder es fallen Tore oder man nutzt seine Chancen nicht und verliert. Der FCI hat Stabilität wenn man in Führung liegt. Bei Rückstanden ist die Mannschaft verunsichert und verliert die Balance zwischen Offensive und Defensive. Hier muss die Mannschaft noch arbeiten. Offensiv deutete das Team jedenfalls zweimal schon an, dass das Team zu einiges in der Lage ist. Der Abwehrverbund wirkt nun ein bisschen stabiler.

Ein Grundgerüst ist vorhanden. Jetzt muss nur noch die richtige Balance gefunden werden, um in der zweiten Liga weitere Siegen folgen zu lassen. FCI bitte mehr davon! Aber ein oder zwei Tore reichen auch, pro Spiel. Wir wollen ja nicht übermütig werden.

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