Schanzer fahren höchsten Zweitliga-Auswärtssieg ein

Ich dachte ich sei im falschen Film. Dieses Ergebnis wirkte so unreal. Der FCI führte zur Halbzeit gegen den FC St. Pauli mit 4:0. Das sollte auch das Endergebnis sein. Doch die Schanzer spielte so dermaßen effektiv, dass einen es wirklich merkwürdig vorkam, was da gerade auf dem Rasen des Millerntorstadions passierte.

Interimscoach Stefan Leitl stellte die Mannschaft auf drei Postionen um. Für Stefan Lex kam Alfredo Morales in die Partei. Hauke Wahl ersetzte Romain Bregerie. Der Franzose der zuletzt eher schwache Partien ablieferte sollte eine Pause bekommen „um den Kopf frei zu kriegen“, so Trainer Leitl nach dem Spiel. Max Christiansen ersetzte Tobias Schröck auf der Sechs. Und bereits nach sechs Minuten knallte es, im wie immer stimmungsvollen Millerntor. Nach einem Foul an Lezcano, hob Kittel den Freistoß über die Mauer hinweg ins Tor. 1:0 nach sechs Minuten!

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Der Ball liegt bereit und gleich zappelt die Kugel im Tor von Himmelmann. Alle Bilder: Roland Geier

Das war mal eine Ansage an die Kiezkicker. Die bekannterweise zuhause mit ihrem Publikum im Rücken zu viel in der Lage sind. Nach 25 Minuten war Stefan Leitl zum ersten Mal zum Wechseln gezwungen. Alfredo Morales musste aufgrund eines „Pferdekusses“ runter. Für ihn kam Schröck. Wie lange Morales ausfällt ist noch nicht bekannt.

Nach 33 Minuten zeigte sich zu was die Schanzer in der Lage sein können. Pledl marschierte Richtung Sechszehner und nahm es gleich mit drei Gegenspielern auf. Beim Versuch zu klären, spitzelte allerdings Pauli-Verteidiger Nehrig den Ball auf die rechte Außenbahn. Dort rückte Christian Träsch weit mit auf, schnappte sich den Ball und schob ihn ins lange linke Eck zum 2:0.

 

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Nehrig sollte der Unglücksrabe der Kiezkicker in dieser Partie werden. Denn auch in der 40. Minute hatte eine Hauptrolle am Gegentor. Schröck attackierte in der Pauli-Hälfte, Nehrig, der verliert den Zweikampf und der Ball gelangt zu Dario Lezcano in zentraler Position. Völlig alleine lupfte er den Ball an Torwart Himmelmann vorbei ins Tor zum 3:0. Was für ein Spiel. Die Schanzer gingen aggressiv drauf, erkämpften sich so die Bälle und zwangen Pauli zu Fehler. Doch der FCI hörte nicht auf. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte flog Nylands Abschlag zu Lezcano, der steckte durch zu Kittel. Kittel fackelte nicht lange und machte mit seinem Doppelpack das 4:0 klar und erzielte zugleich seinen vierten Saisontreffer. Dieser Kittel ist einfach ein Goldjunge!

Im zweiten Durchgang dagegen versuchte St. Pauli Schadensbegrenzung zu betreiben und vielleicht einen Ehrentreffer zu erzielen. Doch die Schanzer spielten es geschickt, standen nun tiefer und ließen Pauli anrennen. Auch der FCI schonte nun die Kräfte für die englische Woche.

Das 4:0 in St. Pauli ist nicht nur ein Fingerzeig an die Liga, sondern zugleich der höchste Zweitliga-Auswärtssieg der Vereinsgeschichte. Die höchsten Auswärtssiege waren bisher zwei 4:1-Siege gegen Bochum und den Karlsruher SC.

Der Sieg tut der Seele gut. Nach der unnötigen Niederlage gegen Aue, zeigten die Spieler nun was in ihnen steckt. Stefan Leitl ist gelungen der Mannschaft ein spielerisches Konzept einzuhauchen und sie im Vergleich zum Aue-Spiel erheblich zu verbessern. Daran kann nun angeknüpft werden. Auch wenn klar ist, dass das Spiel gegen den MSV am Dienstag ein ganz anderes werden wird, als in Hamburg. Bei der Diskussion darum ob Leitl nun Chef- oder Interimstrainer ist, machte Peter Jackwerth klar: „Stefan ist unser Trainer.“ Für ihn sei der Unterschied in der Bezeichnung nicht wichtig. Auch Stefan Leitl selbst geht mit der Diskussion um seine Person und Job eher gelassen um. „Wenn ich Cheftrainer werden sollte, würde mich das umso mehr freuen. Ich genieße das aktuell. Aber jetzt ist erstmal das Spiel am Dienstag gegen Duisburg wichtig.“

 

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