SGDFCI: Die Schanzer müssen jetzt Antworten geben!

Ein Spitzenspiel war es, eine Blamage wurde es. Der FCI verliert beim Tabellenführer Dynamo Dresden auswärts mit 4:0. Das war die höchste Auswärtsniederlage in der 3. Liga und die höchste in dieser Saison. Doch umso bedenklicher ist dieses Ergebnis vor allem deswegen, weil die Schanzer wieder einmal die große Möglichkeit ungenutzt lassen, ganz oben anzuklopfen. Durch die eigene Niederlage rutscht der FCI sogar auf Platz vier ab. Hansa Rostock gewann 2:1 gegen die Viktoria und Wehen-Wiesbaden siegte zuhause 1:0 gegen Magdeburg. Zwar hat der FCI nach wie vor ein Spiel weniger, aber trotzdem schläft die Konkurrenz nicht. Der Tabellenführer Dresden hat uns jetzt auf sieben Punkte distanziert (bei einem Spiel mehr).

Die Analyse viel deutlich aus. Marcel Gaus sprach auf der Internetseite des FC Ingolstadt 04 davon, dass „man ordentlich auf die Fresse bekommen habe.“ Die Schanzer fanden im vermeintlichen Spitzenspiel nie Zugriff aufs Spiel. 30 gleichwertige Minuten bot die Partie, danach kassierte der FCI per Doppelschlag zwei Gegentore. Das Abwehrverhalten war amateurhaft, in den Zweikämpfen zeigte man keine Körperspannung und auch offensiv viel dem FCI absolut nichts ein.

Umso mehr Fragezeichen wirft die Startaufstellung auf. Vor dem Spiel wurde berichtet, das hinter Marcel Gaus und Stefan Kutschke ein Fragezeichen steht. Beide seien angeschlagen bzw. noch nicht 100% fit. Beide spielten von Beginn an. Hier hat Trainer Oral sich mal wieder verzockt. Auch die taktische Ausrichtung allgemein, hinterlässt Fragen. Thomas Keller und Rico Preißinger wären ein perfektes Sechser-Duo. Beide gehen ruppig in die Zweikämpfe und könnten der Defensive Stabilität verleihen. Denn die Defensive ist beim FCI alles andere als fest im Sattel. Auch die Offensive wird allmählich bisschen zum Problemkind. Vergangene Saison hatten die Schanzer nach 24 Spielen, 46 Tore erzielt. Diese Saison sind es lediglich 32 Tore. 15 Torschützen kann der FCI diese Saison aufweisen. Das ist gewiss eine Stärke, das spricht für Unberechenbarkeit. Aber das heißt auch, dass dem FCI ein Top-Torjäger fehlt. Auch hierfür gibt es Erklärungen, Stefan Kutschke war noch nie für 20 Tore in einer Saison gut. Und Eckert Ayensa hängt immer noch seiner alten Form hinterher. Was auch an seiner langen Verletzung liegt. Trotz alldem, geht offensiv oftmals viel zu wenig.

Auch meine lieben Standards sind nach wie vor, einfach ein Fiasko. Tomas Oral verwies vor einigen Wochen zwar darauf, dass man jetzt mehr Varianten hat. Aber so richtig als Problem sieht er es scheinbar ja auch nicht. Betrachtet man die letzten Ergebnisse der Schanzer, kommt man zur Erkenntnis, Dynamo Dresden hat dem FCI mal gnadenlos aufgezeigt wo man aktuell steht. Gegen Kaiserslautern gewann das Team durch ein Tor von Justin Butler in der 85. Minute. Gegen Viktoria Köln gab es zwei Last-Minute-Treffer und gegen Unterhaching schlich man sich mit einem 1:0 ins Ziel. Gegen Halle fuhr man einen Punkt und gegen 1860 verlor man mit 1:0. Vor dem 1860-Spiel sagte Oral noch: „Wir spielen nicht gegen Mölders, sondern gegen 1860.“ Und ausgerechnet Mölders erzielte dann das entscheidende Tor.

Kurzum die Schanzer schlichen und hangelten sich bisher durch die Rückrunde. Wirklich souverän wirkten sie nie. Es war sehr viel Glück dabei. Das Glück benötigt man auch, um oben mit dabei zu sein. Den letzten souveränen Sieg fuhr man im November 2020 gegen Bayern II ein (3:1). Die Schanzer sind zu Minimalisten geworden. Und mit diesem Minimalismus scheint man auch zufrieden zu sein. Bedenklich ist vor allem auch, dass der Last-Minute-Sieg gegen Viktoria Köln keine richtige Euphorie in der Mannschaft ausgelöst hat. Gegen Dynamo schlichen die Spieler über den Platz. Wo war der Kampf? Wo war das Feuer? Wo war das aufbäumen? Es war nichts davon zu sehen!

Den Teufel an die Wand zu malen, ist natürlich fraglich. Viele kommentierten auf Facebook, die Saison ist noch lange und es ist noch genug Zeit. Doch so eine 4:0-Klatsche gegen Dresden kann man nicht einfach so wegwischen. Den Teufel an die Wand zu malen, ist natürlich fraglich. Viele kommentierten auf Facebook, die Saison ist noch lange und es ist noch genug Zeit. Doch so eine 4:0-Klatsche gegen Dresden kann man nicht einfach so wegwischen.

Manchmal tun die Aussagen von Tomas Oral, richtig weh.

Und vor allem einen kann man hier nicht aus der Verantwortung nehmen: Tomas Oral. Mit teilweise widersprüchlichen Aussagen, lässt er zumindest bei mir oft Fragezeichen zurück. Eine mannschaftliche Weiterentwicklung lässt nach wie nicht beobachten. Bei manchen Mannschaftsaufstellungen verstehe ich das Konzept einfach nicht. Und dann wäre da noch die Causa Caiuby. Ein Spieler der 1,5 Jahre kein Pflichtspiel absolviert hat, soll jetzt die große Kreativität in die Mannschaft bringen? Das ich nicht lache. Ein netter Kerl zu sein, reicht mir jedenfalls nicht so einen Spieler wieder zurückzuholen. Ganz zu schweigen von seinen lustlosen Aufritten. Diese lustlosen Auftritten kennt man von seiner Zeit beim FCI noch. Er ist zweifelsohne talentiert, aber Talent reicht halt nicht aus, um eine Berechtigung für die Startelf zu erlangen. Ganz abgesehen davon, dass ich Marc Stendera auf der Position des Zehners sehe.

Der März wird richtungsweisend. Denn der FCI spielt nicht nur gegen schwere Gegner, sondern auch wieder im englischen Wochen-Format:

Mittwoch, 03. März: Uerdingen

Montag, 08. März: Türkgügü München

Samstag, 13. März: Wehen-Wiesbaden

Mittwoch, 17. März: SC Verl

Samstag, 20. März: Waldhof Mannheim

Im Mai folgen dann die richtigen Keulen: Rostock, Saarbrücken, Duisburg und 1860 München. Ich lasse mich gerne etwas besseren belehren. Aber ich bleibe dabei, mit Tomas Oral setzt man auf den falschen Trainer. Wer seine zwei Intermezzos beim FCI betrachtet wird feststellen: für ein paar Spiele ist er gut um Feuer zu wecken. Doch für eine mittelfristige Entwicklung fehlt es ihm am Rüstzeug. Und normalerweise muss eine Mannschaft nach so einem Erlebnis in der Relegation, jedes Spiel auf den Platz gehen und brennen. Brennen, den Gegner niederrennen und damit untermauern was man möchte: aufsteigen! Gegen alle Widerstände, gegen alles Können des Gegners. Nur das sehe ich nicht. Und das macht mich sehr nachdenklich.

Fakt ist eins. Jetzt sollten die Alarmglocken schrillen. Diese Saison ist wichtig für den ganzen Klub. Die Ligazugehörigkeit bestimmt maßgeblich darum, mit welchen Personal in der Geschäftsstelle die nächsten Jahre geplant wird, wie viel Geld für das NLZ vorhanden ist usw.

Mit so einem Auftreten jedenfalls, ist das Saisonziel: Aufstieg – massiv gefährdet. Stefan Kutschke kündigte im Donaukurier eine Aussprache mit der Mannschaft an. Die wird es auch brauchen. Man kann nur hoffen, dass diese die richtige Wirkung erzielt. Gerne kann die Mannschaft auch mit der 3.-Liga-Aufstiegsmannschaft von 2009/2010 sprechen. Denn diese Jungs mussten auch einige Niederlagen wegstecken, haben aber auch großartige Offensivfeuerwerke abgebrannt und sind marschiert, gegen alle Widerstände. Und sie haben in der Relegation dann die Nerven behalten. Genau jene Entschlossenheit fehlt mir. Ich hoffe, die Mannschaft zeigt diese in den nächsten Wochen auf dem Platz.

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