Schwach und trotzdem noch dabei

Die Rückrundenbilanz der Schanzer gleicht der eines Absteigers. In 14 Spielen, erzielte der FCI lediglich 17 Punkte (4 Siege, 5 Remis, 5 Niederlagen) und hätte damit einen Vorsprung von drei Punkten auf einen Abstiegsplatz. Nach der Hinrunde lagen die Schanzer noch auf Platz zwei (9 Siege, 7 Remis, 3 Niederlagen)

Trotz dieser Bilanz schwimmt der FCI immer noch oben mit. Die Schanzer haben die ersten drei Plätze zwar im Blick. Aber es gelang mehrfach bereits nicht, auf den dritten oder zweiten Platz zu springen, obwohl die Konkurrenz Steilvorlagen lieferte.

Die jungen Wilden profitierten vom Trainerwechsel kaum

Die letzten Auftritte der Schanzer waren ernüchternd. Martin vom Schanzer Zeitspiel hat mitgezählt. Unter fünf Spielen mit Tomas Oral an der Seitenlinie trafen die Schanzer fünfmal. Zweimal nach einer Standardsituation, einmal durch einen unberechtigten Elfmeter und durch zwei individuelle Abwehrfehler des Gegners. Heißt, aus dem Spiel heraus gelingt dem FCI nichts. Die Bilanz ist ernüchternd.

Ist der Trainereffekt also schon verpufft? Wochenlang musste Tomas Oral auf sein Debüt für seinen dritten Einsatz an der Außenlinie warten. Als Saisonziel für die Restrunde wurde von Tomas Oral und Michael Henke, das Ziel Aufstieg ausgerufen.

Die Schanzer punkten unter Tomas Oral. Nur spielerisch ist keine Weiterentwicklung zu sehen.

Doch wie ein richtiger Aufstiegsfavorit spielt der FCI nicht. Vor allem im Offensiv-Spiel stottert der Motor gewaltig. Eckert Ayensa und Stefan Kutschke als Sturmduo sind oft wirkungslos. Im Mittelfeld fehlt vor allem das Tempo. Über die Außenbahn kommt viel zu wenig Tempo und schon kaum Ideen. Die Abwehr dagegen steht stabil.

Die jungen Wilden profitierten vom Trainerwechsel allgemein kaum. Fatih Kaya verlor zum Ende der Hinrunde seinen Startplatz und wurde fast nur noch eingewechselt. Gegen Bayern II stand Kaya in der Startelf. In den Spielen danach wurde er immer wieder als Joker gebracht. Kaya belebte stets das Spiel und sorgte beim Gegner für Unruhe.

Auch Thomas Keller war unter Oral bisher nur Lückenbüßer, wenn andere Spieler gesperrt waren. Einzig Filip Bilbija genießt das Vertrauen von Oral und wurde zuletzt auch gelobt. Er ist neuer Stammspieler auf der Außenbahn.  Auch Patrick Sussek steht auf dem Abstellgleis. Er stand gegen Bayern II, Chemnitz und Münster nicht im Kader.

Trotz fehlendem Tempo im Mittelfeld und wenig Durchschlagskraft im Sturm setzt Tomas Oral weiter auf seine „Stamm-Formation.“ Einzig bei Sperren wird etwas geändert. Hin und wieder wird mal der eine oder andere Spieler ersetzt. Doch größtenteils steht die gleiche Elf auf dem Platz. Bereits vergangene Saison setze Oral stets auf die gleiche Elf. Und scheinbar ist es ihm wichtig auf erfahrene Spieler zu setzen. Die jungen Spieler bleiben außen vor. Ebenfalls fraglich ist die fragliche Rotation generell. Die Vereine in der 3. Liga spulen ein Mammut-Programm ab. Es geht zwar Schlag auf Schlag, aber es geht auch darum Kräfte ein bisschen zu dosieren. Bisher lief größtenteils die gleiche Kernmannschaft auf.

Sieht so konsequente Mannschaftsführung aus?

Für eine Überraschung sorgte Oral, als er am 10. Juni Maximilian Beister vorerst verbannte. Er war mit seinen Leistungen nicht zufrieden. Plötzlich stand er gestern in der Startelf. Eine spannende Kehrtwende, innerhalb von einer Woche. Beister machte seine Aufgabe gestern gut. Aber trotzdem bleibt die Frage: Sieht so konsequente Mannschaftsführung aus?

Spielerisch ist jedenfalls keine Weiterentwicklung zu sehen. Bei Ecken wird seit drei Spielen stets die gleiche Variante gewählt. Und sie funktioniert durch ständiges Wiederholen nicht besser. Auch im Offensivspiel kommt viel zu wenig Tempo nach vorne. Spielerisch enttäuschte der FCI gegen Großaspach, Chemnitz und Münster auf ganzer Linie.

Kutschke hat seitdem Re-Start den Bogen deutlich überspannt

Gegen Eintracht Braunschweig spielte die Mannschaft offensiver und versuchte sich durch den Abwehrriegel des Tabellenzweiten durchzuwühlen. Die Schanzer kamen zu einigen guten Torchancen. Doch oftmals fehlten die Präzision und auch das nötige Glück. Das Spiel gegen Braunschweig war eine Leistungssteigerung. Für mehr als einen Punktgewinn reicht es aber nicht. Tomas Oral war nachdem Spiel sichtlich angefressen und sagte bei Magenta Sport: „Braunschweig hat sich nicht am Spiel beteiligt.“ Fatih Kaya jedenfalls wird seiner Torchance kurz vor Schluss noch lange nachweinen. Nach einem Abpraller von Braunschweigs Torwart, staubte er nicht ab, sondern schoss am Tor vorbei. Er hat schlichtweg den falschen Fuß zum Abschluss gewählt. Oral kündigte vor dem Spiel an, dass das Team ein Zeichen an das Umfeld setzen möchte. Welches Zeichen das 0:0 sein soll, bleibt mir jedenfalls rätselhaft.

Hatte die späte Führung auf dem Fuß: Fatih Kaya.

Eine weitere Personalie sorgt für großen Zorn, sowohl bei Gegenspielern als auch bei einigen Fans. Spielführer Stefan Kutschke präsentierte sich in den letzten Partien nicht gut. Gegen Unterhaching verschoss er einen Elfmeter, gegen Münster wollte er einen mit einer Schwalbe herausholen. Im Spiel zuvor gegen Großaspach holte Kutschke einen unberechtigten Elfmeter heraus. Kai Gehring jedenfalls platzte der Kragen nachdem Spiel: „Mir platzt gleich der Schlauch. Mein Gegenspieler zieht mich am Trikot, lässt sich fallen und kriegt den Elfmeter. Dass Spieler so etwas abziehen, das hat nichts mit dem Fußball zu tun, den wir lieben. Aber alles kommt im Leben mal zurück.“ Das Verhalten von Kutschke auf dem Platz überschreitet oftmals die Grenze. Jedenfalls sehe ich es so. Ein Spieler der großartige Leistungen zeigt, kann sich das eine oder andere durchaus mal leisten. Doch Kutschke hat seitdem Re-Start den Bogen deutlich überspannt. Sowohl spielerisch als auch was das Thema Fairness angeht, zeigt Kutschke, Leistungen die einem Spielführer nicht würdig sind.

Tomas Oral und Braunschweigs Coach hatten nachdem Spiel noch regen Gesprächsbedarf. Bilder: Roland Geier

Trotz alledem geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Schanzer haben nach Abschluss des 33. Spieltags, vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Auf den zweiten Aufstiegsplatz sind es fünf Punkte Rückstand. Zwar wollte der Trainer vor dem Braunschweig-Spiel nichts von einem „Endspiel“ wissen. Doch der Verlauf des Spieltags zeigt, die Situation für die Schanzer ist nicht besser geworden.

Noch stehen fünf Spiele aus. Doch bereits nachdem Spiel gegen Großaspach wurde von der Durchhalte-Parole „es sind noch genügend Spiele“, Gebrauch gemacht. Für die Schanzer geht es weiter gegen das Kellerkind FSV Zwickau. Am Mittwoch, den 24. Juni gastiert Waldhof Mannheim im Sportpark. In den letzten drei Partien geht es gegen den SV Meppen (A), Magdeburg (H), 1860 München (A). Alles keine leichten Aufgaben, vor allen mit den aktuell gezeigten Leistungen. Wenn das Spiel gegen Braunschweig kein Endspiel war, dann beginnen jetzt die Endspielwochen für die Schanzer. Die Endspielwochen um den Relegationsplatz.

Sollten Schanzer bereits gegen Zwickau keine deutliche Leistungssteigerung zeigen, gerät das selbstgesteckte Ziel: Aufstieg in immer weite Ferne.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s