Gegnergespräch: #UHGFCI: „Das Spiel ist eines von zehn weiteren Endspielen…“

Lange gab es kein Gegnergespräch oder Gästeblock-Interview. Für das Spiel gegen die SpVgg Unterhaching habe ich mir einen Gesprächspartner gesucht. Stefan Seitz von „ÜBER-HACHING“ https://www.ueberhaching.de hat meine Fragen beantwortet.

ÜBER MEINEN GESPRÄCHSPARTNER

Mein Name ist Stefan Seitz, ich bin mittlerweile 38 Jahre alt und seit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga 1995 Sympathisant der Spielvereinigung. Warum ich Fan des Vereins geworden bin, ist eigentlich reiner Zufall. Die SpVgg verpflichtete Jochen Seitz zur Saison 1997/98 und ich wollte ein Trikot mit dem eigenen Nachnamen. Als ich mir das gekauft habe, hat die ganze Mannschaft darauf unterschrieben und mein Fanherz war verloren. 

Leider wohnte ich zum damaligen Zeitpunkt etwa 90 Minuten von Unterhaching entfernt, weshalb es erst 1999 zu einem ersten Stadionbesuch kam. Meine erste Dauerkarte hatte ich dann in unserer zweiten Spielzeit in der Bundesliga in der Saison 2000/01. In diesem Jahr habe ich auch schon erste Auswärtsspiele besucht. Die SpVgg ist ein ähnlich kleiner Verein wie der FC Ingolstadt, man kennt sich also. So wurde ich 2004 vom damaligen Pressesprecher angesprochen, ob ich den Liveticker für die Homepage schreiben könnte. Dies habe ich dann auch einige Jahre gemacht und lange im Verein ehrenamtlich gearbeitet. Zuletzt war ich stellvertretender Schiedsrichterobmann. Heute kümmere ich mich um die Geschichte des Vereins, bin dabei aber unabhängig vom Verein. 

Mein erster Gedanke einen Blog über die Geschichte der SpVgg ins Leben zu rufen, kam 2015 mit unserem Abstieg aus der 3. Liga. Nach 35 Jahren spielte man erstmals wieder viertklassig und so gründete ich Anfang 2016 ÜBER-HACHING. Ich hatte auch schon vor dem aktuellen Projekt Internetseiten über die SpVgg, konnte diese dann aber oft wegen Zeitmangels nicht so aktuell halten wie es mein Anspruch war. Daher liegt der Fokus aktuell eher auf der Geschichte des Vereins, natürlich auch im Hinblick auf unser 100-jähriges Vereinsjubiläum 2025. 

ÜBER-HACHING wird im Grunde nur von mir betrieben, ich habe aber mit Petra Taberelli jemand der sich liebevoll um Kommata, dass/das und um die restliche Rechtschreibung kümmert. Petra betreibt den Blog http://www.nachspielzeiten.de, sie ist eine absolute Expertin für die Geschichte der Fußballregeln. 

Ich war vor kurzem übrigens beim Hörfehler-Podcast http://www.hörfehler.org und habe dort lange über die Geschichte der SpVgg gesprochen. Hört euch gerne rein



Heute vor 20 Jahren machte Unterhaching, Bayern München zum Deutschen Meister und man schaffte den Klassenerhalt in der Bundesliga. Wie groß ist die Sehnsucht in Unterhaching nach dieser großen Zeit?

Unser Aufstieg war die absolute Sensation, die vom Klassenerhalt noch übertroffen wurde. Die zwei Jahre in der Bundesliga waren eine unfassbar geile Zeit und die Fans erinnern sich auch heute noch gerne daran. Aber es sind auch über 20 Jahre vergangen und die Bundesliga hat sich seitdem gewaltig verändert. Seit unserem Abstieg aus der 2. Bundesliga ging unser Verein durch sehr schwere Zeiten. Besonders die zwei Jahre in der Regionalliga empfand ich als grausam. Wenn du deine Mannschaft schon in Dortmund gesehen hast und auf einmal stehst du in Buchbach. Der Wiederaufstieg war da wirklich eine Erlösung und ein erster Schritt zurück. 


In den letzten Jahren ging es von der Regionalliga wieder hoch in die 3. Liga. Wo möchte die SpVgg Unterhaching mittelfristig stehen?

Das Ziel ist ganz klar in die 2. Bundesliga zurück zu kehren und sich dort zu etablieren. Wie jeder weiß, ist die 3. Liga zwar sportlich erfolgreich, finanziell aber ein Himmelfahrtskommando. Deshalb ging die SpVgg als zweiter Verein an die Börse, um mit den Erlösen in Ruhe eine Mannschaft aufzubauen, die dann in die 2. Bundesliga aufsteigen kann. Der Verein ist mit der Gemeinde Unterhaching in Gesprächen über das Stadion, um dieses zu kaufen und dann zweitligatauglich auszubauen. Unser Stadion wird bald 30 Jahre alt und auch ohne einen Aufstieg muss man es weiter renovieren. Für mich ist die Spielvereinigung der Inbegriff eines Zweitligisten und dort möchte ich auch wieder hin. 



In der Hinrunde war das Spiel Ingolstadt gegen Unterhaching das Spitzenspiel der 3. Liga. Jetzt geht es für die Schanzer am Dienstag darum, die Aufstiegsplätze nicht aus dem Auge zu verlieren. Wie hast du die bisherige Schanzer Saison wahrgenommen und welches Spiel erwartet uns?

Nach dem bitteren Abstieg hat sich der FCI erstaunlich schnell gefangen. Kaum zwei Jahre von der Bundesliga in die 3. Liga, so etwas ähnliches hat die SpVgg auch hinter sich. Das rüttelt den ganzen Verein erst einmal durch. Daher bin ich schon überrascht, wie gut die Mannschaft dasteht und scheinbar hat man endlich auch wieder Ruhe in den Verein gebracht. 

Wir hatten vor der Corona-Pause eine schwächere Phase und hatten Glück, dass der Kontakt zur Spitze nie abgerissen ist. Mit unserem Sieg in Großaspach und der Niederlage von Tabellenführer Duisburg, sind wir jetzt sogar punktgleich auf dem zweiten Tabellenplatz. Der FCI hatte mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern keinen einfachen Gegner. Diese Mannschaft hat einfach nichts in dieser Liga verloren und verzerrt den Wettbewerb Woche für Woche. Gegen die II. der Bayern werden noch viele andere Teams verlieren. 

Das Spiel ist eines von zehn weiteren Endspielen und so werden beide Mannschaften auftreten. Ingolstadt liegt uns von der Spielanlage besser als Großaspach, weil die Mannschaft ein Interesse daran hat das Spiel zu machen. Ich denke es könnte ein offener Schlagabtausch werden. 


Präsident Schwabl sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, Unterhaching jetzt wie ein ICE Richtung zweite Liga rauschen. Denkst du, dass dein Team am Ende unter den ersten zwei Teams steht?

Unser Sieg in Großaspach war etwas glücklich, aber die Mannschaft hat ihre Chancen eiskalt genutzt. Unser Präsident hat recht, es gibt jetzt eine einmalige Möglichkeit. Während man sonst über Monate spielt, wird jetzt alles innerhalb weniger Wochen durchgezogen. Im Grunde gilt aktuell mehr denn je: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. 



Wie lautet dein Tipp für das Spiel am Dienstag und wo landen die Schanzer am Ende der Saison?

Es wird ein spannendes Spiel, aber Haching gewinnt 3:1. Der Spielplan des FCI wirkt relativ einfach, aber wie unser Spiel gezeigt hat, ist auch ein Spiel gegen Großaspach kein Selbstläufer. Die Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen werden alles daran setzen in der Liga zu bleiben. Daher könnte der Spielplan der Schanzer sogar ein Nachteil sein. Ich glaube Ingolstadt spielt lange oben mit, wird aber am Ende zwischen Platz 4 und 7 landen.  

Titelbild: Roland Geier

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