3. Liga: Pfeifen wir ab

Die Bundesliga wird wahrscheinlich im Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Die Deutsche Fußball Liga hat ein Konzept entwickelt, wie der Spielbetrieb mit ausreichenden Gesundheitsschutz gewährleistet werden kann. Fraglich ist noch der Zeitpunkt, wann die Restrunde ausgetragen wird. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wird jetzt schon mit viel Kritik begleitet. Und das zu Recht. Und auch das vermeintliche Konzept hat so eine Tücken. Die Spieler werden regelmäßig getestet. Diese Testkapazitäten würden bei der allgemeinen Bevölkerung nicht fehlen. So bestätigten das mehrere Medien. Doch was passiert, wenn ein Spieler positive getestet wird? Dann wird auf jeden Fall nicht die komplette Mannschaft in Quarantäne gesteckt. Sondern es wird versucht das Kontaktumfeld zu ermitteln. Tim Meyer, Chefmediziner des DFB erklärte das in der Augsburger Allgemeine heute so: „Sollte ein Spieler oder ein anderes Mitglied des Funktionsteams übrigens doch positiv auf Corona getestet werden, würde das nicht automatisch bedeuten, dass die komplette Mannschaft zwei Wochen aus dem Spielbetrieb genommen werden muss. In Absprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt sollen dann Kontaktketten nachverfolgt und der Infizierte isoliert werden.“

Es ist absurd. In der dritten Liga dagegen ist weiter völlig offen, ob in dieser Saison nochmal der Ball rollt. Acht Vereine haben sich bereits in einer Mitteilung dazu geäußert, für einen Saisonabbruch zu sein. Und was die Sportanlagen angeht, ist es nicht jedem Klub möglich, alles auf verschiedene Räumlichkeiten zu verteilen. Bei Stadien ist es teilweise ähnlich. Die bayerischen Drittligisten dagegen stehen für eine Spielfortsetzung des Spielbetriebs, natürlich ohne Zuschauer. Aber von einigen Vereinen steht indes eine Haltung noch aus. Dazu gehört auch der MSV Duisburg. Der DFB prüft jedenfalls einen außerordentlichen Bundestag einzuberufen. Denn die Vereine werden gehört und votieren, die finale Entscheidung trifft aber der Bundestag des DFB. Es ist aber unwahrscheinlich, dass der Bundestag gegen die Vereine stimmt.

Noch mehr Würze bekommt das Thema, da die DFL einen Solidaritätfonds für die Drittligisten und Frauen-Bundesligisten gebildet hat. Aus diesem Fonds können alle Vereine schöpfen, die nicht an einer Männer-Profimannschaft hängen. Bayern II zum Beispiel erhält ebenso wenig Geld, wie die Frauen-Mannschaft der Bayern oder Wolfsburg. Im Topf werden 7,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Damit erhalten 25 Klubs, jeweils 300.000 €.

Das hat meiner Ansicht einen Beigeschmack. Die Zahlung der Gelder sind zwar an keine Bedingungen geknüpft. Allerdings wirkt es so, als versuche die DFL die Vereine die eher für einen Saisonabbruch stehen, noch in Richtung: Fortsetzung mit Geisterspielen zu drehen. Der Fonds ist ein feiner Zug der Vereine FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayern 04 Leverkusen.

Die Fortsetzung der Liga ist unter keinen Umständen irgendwie vermittelbar. So schnell jedenfalls nicht. Alleine die Folgen einer Infektion in einem Team und deren Umgang damit, sind eine Farce. Auf Biegen und Brechen will die DFL das jetzt durchziehen. Ja es wäre Ablenkung. Aber für eine Ablenkung am Wochenende ist der Preis viel zu hoch! Die Klubs sind in finanzieller Schieflage? Ja, dafür kann die Gesellschaft nichts dafür. In ersten beiden Bundesligen ist es durchaus möglich mit vernünftiger Management-Arbeit, finanziell solide dazustehen.

Für die dritte Liga kann ich nur eins sagen. Die Saison soll beendet werden. Keine Geisterspiele, sondern einfach Schluss. Welche Tabelle gewertet wird, am Ende, ist mir recht egal. Wenn die Schanzer am Ende drittklassig bleiben, ist das halt so. Außerdem soll der Abstieg ausgesetzt werden und die Regionalliga-Meister steigen auf, was eine Aufstockung der Liga zur Folge hätte. Und um diese Aufstockung, so zu finanzieren, dass die TV-Gelder pro Team auf gleichen Niveau bleiben, kann die DFL gerne wieder eine kleine Solidaritätsleistung erbringen.

Für mich macht es jedenfalls keinen Sinn, dass diese Saison fortgesetzt wird. Egal unter welchen Umständen. Der Fußball möchte immer gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und Vorbild sein. Jetzt hätte zumindest die dritte Liga die Chance, der DFL und den Klubs zu zeigen, wie konsequentes Handeln aussieht. Und ob in Ligen im europäischen Ausland in dieser Saison noch der Ball rollt, steht absolut in den Sternen. Fußball ist wichtig. Er ist ein tolles Spiel. Aber Gesundheitsschutz ist aktuell das Wichtigste. Und dann kommt lange erstmal nichts.

Ein Kommentar zu „3. Liga: Pfeifen wir ab

  1. Fußball ist schon lange geschmacklos und wie man jetzt auch sieht, werden die Verantwortlichen über Leichen gehen, für die angebliche schönste Nebensache der Welt.

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