Viel Schatten

Wenn die Zielsetzung war zu Null zu spielen, dann hat der FCI das gestern erfolgreich getan. Wenn das Ziel war das Spiel zu gewinnen, war das gestern ein ungenügender Auftritt. 0:0 gegen den Tabellenführer Unterhaching, das hört sich recht gut an. Erst recht nach den letzten Spielen. Doch spielerisch war recht dünn. Aber von beiden Mannschaften.

Unterhaching hatte ich persönlich stärker erwartet. Doch der Ex-Bundesligist drückte dem Spiel keinen Stempel auf. Das wäre zumindest die Chance der Schanzer gewesen, ordentlich Druck zu machen. Doch gerade in der Offensive zeigte die Mannschaft ein Gesicht, dass man aus der letzten Saison kennt. Wenig Kreativität, wenig Entschlossenheit, viel Abspielerei. Marcel Gaus weckte das Stadion auf mit seinem Schuss nach 80 Minuten. Einfach mal abgezogen und dabei an den Außenpfosten getroffen.

Coach Saibene ließ mit einem spannenden Debüt aufhorchen. Gordon Bühl aus der U21 kam zu seinem Debüt auf der Außenverteidiger-Position. Bühl machte seine Aufgabe, mit Ausnahme einiger kleinerer Stockfehler gut. Er machte Dampf über die Außenbahn und schlug gute Flanken. Er war der Lichtblick gestern.

Ein guter Debütant gestern: Gordon Bühl

Ansonsten gab es recht viel Schatten. Weiterhin bedient sich das Team mit der Taktik, langer Hafer Richtung Kutschke. Doch Unterhaching stellte sich schnell auf diese Taktik ein. Ansonsten war das Spiel der Schanzer in der Offensive sehr bieder. Statt abzuziehen, wird nochmal abgespielt, insgesamt so empfand ich es war das Team recht starr. Oftmals wurde wieder nach hinten gespielt, weil sich kein Mitspieler löste und so für Raum sorgte. Insgesamt war da wenig Zug drin.

Die richtige Einordnung des Spiels fällt schwer.

Für Zündstoff sorgte dann Robin Krauße. Er sagte nachdem Spiel: „Die Zuschauer gehen mir auf den Sack. Ich weiß nicht, was die Leute hier für Ansprüche haben.“ Konkret ging es um vereinzelte Pfiffe insbesondere im zweiten Durchgang. Besonders als Eckert Ayensa  für Fatih Kaya ausgewechselt wurde, waren die Pfiffe deutlich zu hören. Die Pfiffe galten zumindest meine Interpretation dem Trainer. Denn einige Zuschauer wünschten sich wohl eine Auswechslung von Kapitän Stefan Kutschke. Ein Zwist zwischen Fans und Spielern, ist jetzt noch das letzte was gefehlt hat.

Über seine Aussage muss noch diskutiert werden. Robin Krauße platzte nachdem Spiel der Kragen.

Die nächsten Aufgaben werden nicht zwingend einfacher. Denn in dieser 3. Liga gibt es fast keine Gegner die man im Vorbeigehen schlagen kann. Es muss sich jedenfalls etwas tun.

Dem Team fehlt in der Offensive die Kreativiät. Eine Überlegung wert wäre es die Doppelsechs aufzulösen. Stattdessen sollte mit einem Zehner und einem Sechser gespielt werden. Damit hätte man im offensiven Mittelfeld eine Option mehr für Gefahr zu sorgen. Die Umstellungen in der Abwehr sind einfach den Sperren und dem Verletzungspech geschuldet. Auch wenn Bühl gestern gute Flanken schlug, der Ertrag lässt oftmals mehr als zu wünschen übrig. Die Schanzer waren zumindest drei Saisons für ihre Standards gefürchtet. Doch seit den Abgängen von Pascal Groß und Markus Suttner ist von dieser Standardstärke nichts mehr übrig. Und seitdem Sonny Kittel Richtung Hamburg wechselte ist im Standardbereich sowieso Zappo. Was aber nicht nur den Standardausführern liegt, sondern auch jenen die diese dann verwerten sollen. Auch vom mutigen Weg mit jungen Spielern die Saison zu bestreiten ist man ein bisschen abgekommen. Gestern stand Maximilian Thalhammer in der Startelf mit Gordon Bühl als Debütant. Patrick Sussek saß ebenso wie Fatih Kaya auf der Bank. Georgis Pintidis ist aktuell für die U21 in der Bayernliga im Einsatz. Beim Auswärtsspiel gegen Großaspach steht Thomas Keller nach abgesessener Rotsperre wieder zur Verfügung. Ob er Schröck und Antonitisch dann vorbeikommt ist fraglich. Zumal auch Björn Paulsen mittelfristig wieder zurückkehren wird. Generell hat jeder Spieler viel Luft nach oben. Bei der Doppelsechs versuchte Thalhammer den offensiven Part zu übernehmen, was ihm mal mehr mal weniger gelang. Robin Krauße übernahm den defensiven Part, spielte aber oftmals viele Sicherheitspässe und ist keiner der den offensiven Spielaufbau mit klugen Bällen fördert. Maximilian Beister ist aktuell weiter unter seinen Möglichkeiten. Nachdem sehr schwachen Auftritt im Grünwalder Stadion nahm er konsequenterweise auf der Bank, Platz. Ob es nachdem kernigen Worten von Spielführer Kutschke intern in der Mannschaft eine Aussprache oder ein zusammenrücken gab, ist nicht bekannt. Den Eindruck machte die Mannschaft auf dem Platz gestern jedenfalls nicht. Das es ordentlich rumort war gestern auch nachdem Spiel ja nicht zu übersehen.

Zufriedenheit sieht anders aus.

Die Schanzer sind im absoluten Mittelfeld angekommen mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze und fünf Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Sonnenhof Großaspach steht aktuell knapp über dem Strich. Und dort möchten sie auch bleiben. Also sind am Samstag sehr viel Kampfbereitschaft, Leidenschaft und auch mehr Durchschlagskraft in der Offensive gefordert.

Bilder: Roland Geier

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