Deutet sich da eine Unwucht an?

Der Auftritt der Schanzer gegen Bayern II am vergangenen Sonntag lässt viele Fragen offen. Wo war das Aufbäumen im zweiten Durchgang? Und deuten sich innerhalb der Mannschaft wieder gravierende Spannungen an?

Die Niederlage gegen den Aufsteiger war zum Teil selbstverursacht und geht auch in Ordnung. Peter Kurzweg hat für sein Nachtreten, drei Spiele Sperre erhalten. Der Platzverweis kurz vor Halbzeitpfiff schwächte den FCI entscheidend. Den spielstarken Bayern kam der Platzverweis natürlich entgegen. Sie ließen den Ball laufen und hatten obendrein auch noch zwei eigentliche Bayern-Profis auf dem Platz stehen. Michael Cuisance und Alphonso Davies hoben das Nivaeu der Mannschaft sichtlich. Insbesondere Cuisance, der sehenswert zur Führung traf und umtriebig weiterspielte. Sein Freistoß ging nur knapp am Winkel vorbei und hätte die frühzeitige Entscheidung herbeigeführt. Dass Profis aus der ersten Mannschaft in der 3. Liga antreten, finde ich persönlich nicht sonderlich fair. Dieses Vorteil hat nur der FC Bayern. Und obendrein stand Cuisance ab der 71. Minute auf dem Platz. Davies stand im Kader, bekam aber keine Einsatzzeit.

Doch die beiden abberufenen Bayern-Profis waren gewiss nicht der Grund für die Niederlage. Zu allerst war die Rote Karte von Kurzweg die wohl vorentscheidende Szene. Doch trotzdem, so fand ich fehlte oftmals im zweiten Durchgang der unbedingte Wille noch was mitzunehmen. Die Schanzer standen tief und gingen überhaupt nichts ins Risiko. Wenn ein Spieler mal über die Mittellinie kam, waren die Bälle oftmals sehr schlampig gespielt. Einzig Eckert fiel als umtriebiger Stürmer auf. Kutschke kämpfe, aber ohne großen Ertrag. Die restlichen Spieler wirkten mutlos.

Doch viel spannender waren nachdem Spiel die Aussagen von Spielführer Stefan Kutschke und Trainer Jeff Saibene. Während Kutschke lospolterte, über fehlende Einstellung, Angst vor den nächsten Wochen und einen seit fünf Wochen anhalten Strömungsabriss, sieht der Trainer kein Einstellungsproblem. Die Defensive ist nicht stabil, aber das ist kein Wunder. Verletzungen und Sperren zwingen den Coach immer wieder den Defensivverbund umzustellen. Kutschkes Worte sind ehrlich. Umso verwunderlicher ist, dass der Trainer diese Einstellung offenbar nicht teilt. Einig sind sich beide nur in dem Punkt, dass sich alle hinterfragen müssen und an die eigene Nase fassen müssen. Doch Kutschke deutet vor allem im Team eine Unwucht an. Keiner sei bei 100% und es gibt scheinbar bei einigen Spielern auch eine Unzufriedenheit wegen fehlenden Einsatzzeiten.

Frühwarnsystem aktiviert. Die Schanzer stehen nicht im Keller. Seit vier Spielen wartet das Team auf einen Sieg in der Liga. Doch aktuell gibt es schon wieder eine ungefährliche Tendenz in ein dauerhaft unruhiges Fahrwasser zu geraten. Wichtig wäre jetzt erstmal mögliche Störungen im Teamgefüge zu klären. Denn vergangene Saison konnte man hervorragend erleben, was passiert wenn eine Mannschaft nicht als Team auftritt. Die Defensive muss sich stabilisieren, Umstellungen hin oder her. Hier würde mit Sicherheit die Präsenz von Björn Paulsen helfen. Und es muss auch mehr Biss ins Spiel. Mehr Kampfbereitschaft. Nur dann kann der FCI gegen den Tabellenführer Unterhaching bestehen. Die Anzeichen sind jetzt kommuniziert. Jetzt muss das Team nur noch die richtigen Schlüsse ziehen.

Bilder: Roland Geier

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