Lezcano, Pledl & Gaus – Schanzer versenken HSV

Wäre das HSV ein Schiff, dann wurde es gestern versenkt. Der FCI siegt im Volksparkstadion mit 3:0. Und das auch in der Höhe völlig verdient. Trotz aller Freude über den Sieg, steige ich ähnlich wie Spieler und Trainer gleich mal wieder auf die Euphorie-Bremse.

Was muss Niedersachsen nur für eine verstörende Wirkung auf die HSV-Spieler gehabt haben? Das dachte ich mir während des Spiels öfters. In dieser Woche schworen sich die Rothosen in einem Kurz-Trainingslager nochmal auf die entscheidenden Wochen in der zweiten Liga ein. Die Schanzer mussten sich nicht einschwören. Die Truppe hat sich mittlerweile zusammengerottet. Jeder geht für jeden durchs Feuer. Der Bundesliga-Absteiger bleibt ratlos zurück. Kurz-Trainingslager waren zuletzt immer ein Erfolgsrezept, wenn es um die Erreichung der Saisonziele ging.

Defensiv gut stehen, das Spiel gestalten und so gewinnen. So lautete der Matchplan von Tomas Oral für das Spiel im Volksparkstadion. Ein frühes Tor durch die Schanzer stand zwar nicht im Matchplan, kam uns aber entscheidend entgegen. Leo Lacroix schlug ein Luftloch und Dario Lezcano startete durch, ließ zwei Hamburger stehen und schoss in den Winkel. Die Stimmung war bereits nach acht Minuten im Volksparkstadion gedämpfter. Vom HSV kam wenig. Immer wieder zog Jatta mal über die Außenbahn an. Große Gefahr strahlte der Bundesliga-Absteiger aber nicht aus. Einzig zwischen der 30 und 60. Minute war der HSV gallig unterwegs. Allerdings ohne Großchance. Ein Tor in dieser Phase hätte aber vielleicht dafür gesorgt, dass das Spiel gekippt wäre.

In der 68. Minute gewann Thomas Pledl dann wohl seinen wichtigsten Zweikampf des Spiels. Nach einer Ecke luchste er Vagnoman den Ball ab, tunnelte ihn und lief dann wie Forrest Gump auf und davon. Zwei HSV-Spieler nahmen die Verfolgung auf, doch einholen konnten sie Pledl nicht mehr. Der Außenbahnspieler der für den gesperrten Kittel in die Startelf rückte, schloss trocken zum 2:0 ab. Jetzt war die Stimmung im Volksparkstadion endgültig am Kippen. Es wurde sehr ruhig. Auf jenen Stimmungswechsel spekulierte der FCI bereits vor der Partie. Und der angeschlagene HSV kassierte noch das 3:0. Nach einer Kopfballverlängerung von Kutschke, klärte Pechvogel Lacroix unglücklich und Gaus zog trocken ab. Es stand 3:0 im Volkspark. Wer hätte damit gerechnet? Gut, ich dachte mir schon, dass wir eine berechtigte Siegchance haben. Und ich habe zu irgendjemanden aus Spaß in der Woche des Spiels gesagt: „wirst sehen wird ein 3:0.“ So richtig ernst gemeint, habe ich das aber nicht. Sei es drum. Die Schanzer führten. Und nun wurden die Hamburger Spieler mit ordentlich Spott übergossen. Bereits zur Halbzeit wurden sie mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Jetzt wurden die Schanzer Spieler auf dem Platz von über 50.000 Zuschauern bejubelt. Das war deutlich beim fast vierten Treffer zu hören, als Lezcano zu Pledl querlegte, der aber an Pollersbeck Reflex scheiterte.

Der Sieg war in der Höhe auch sehr verdient. Die Schanzer spielten effektiv und nutzen die Fehler des HSV eiskalt aus. Damit steht der FCI auf einen Relegationsplatz, auch weil der 1. FC Magdeburg 4:2 in Bochum unterlag. Euphorie verbreitete aber keiner der Spieler, der Trainer erst recht nicht. Tomas Oral forderte dazu auf: „den Sieg richtig einzuordnen und nicht in Euphorie zu verfallen.“ Den vor allem zwischen der 30. und 60. Minute gefiel ihm das Spiel seiner Mannschaft nicht. Zu tief sei man gestanden und überließ dem HSV größtenteils den Ball. Rechenspielchen werden erst recht beiseite geschoben. Selbst die Hausaufgaben machen und dann die Konkurrenz erst recht machen was sie will, sagte nicht nur Thomas Pledl. Das sage auch ich. Gegen Darmstadt und Heidenheim maximal punkten und dann wird man sehen wofür es reicht. Vorletzter Platz, Relegation oder direkter Abstieg. Alles ist möglich in diesem verrückten Abstiegskampf, der sich nun immer weiter zuspitzt.

Der heutige Sieg im Volksparkstadion vergrößert die großen Sorgen beim HSV und sorgt für weiteres Selbstvertrauen beim FCI. Selbstvertrauen und Kampfgeist. Zwei Tugenden die vor allem beim letzten Heimspiel gegen den SV Darmstadt verdammt wichtig werden.

Genauso ist für den HSV noch alles drin und das trotz einer 3:0-Pleite am 32. Spieltag. Kommende Woche gastieren die Hamburger beim SC Paderborn. Ich hab es bereits in der Vorschau geschrieben: auf ein Wiedersehen, lieber HSV.

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