Gästeblockinterview: „In Ruhe eine Mannschaft aufbauen.“

Der HSV geht ins Trainingslager und will sich nochmal einschwören auf die letzten Wochen in der Liga. Die Schanzer gehen mit ordentlich Rückenwind ins Spiel gegen den HSV und wollen dort drei Punkte holen. Ich spreche mit Tanja von http://www.raute22c.de über den Hamburger Sport-Verein, die Schanzer und das Spiel am Samstag. Die Lappen hoch, die Anker fort:

Moin, ihr Landratten! 😉

Der HSV geht ins Trainingslager kurz vor Saisonende. Der Aufstieg ist in Gefahr. Alles wie immer beim Hamburger Sport-Verein?
Es ist wohl eine der Eigenheiten beim HSV, dass man kurz vor Saisonschluss immer nochmal irgendwas fürs Team-Building veranstalten muss. Man könnte meinen, dass man sowas schon bei der Mannschaftszusammenstellung oder zumindest im Laufe der Saison kontinuierlich angeht, aber offensichtlich kommt die Erkenntnis jedes Jahr genauso unvorhergesehen wie Weihnachten.

So richtig angekommen ist der HSV in der zweiten Liga, ja nie. Andere Teams wie die SGE, Hertha BSC, Köln oder Nürnberg brauchten zwar immer ihre Anlaufzeit, zogen dann aber die Mission Aufstieg recht souverän durch. Was glaubst du sind die Gründe warum ihr bisher eher ein nicht souveränes Spitzenteam seid?

Zum einen kommt hier , auch ganz HSV-typisch, das Kuddelmuddel bei den sportlich Verantwortlichen zum Tragen. Da war zunächst Christian Titz, der bei allen beliebt war, nur beim Sportvorstand nicht. Also übernahm Hannes Wolf die Trainingsleitung. Für den Rest der Hinrunde übernahm Wolf größtenteils das System seines Vorgängers und wir holten die Punkte, nicht immer schön, manchmal recht glücklich, aber immerhin. Mittlerweile versucht Hannes Wolf seine eigenen Ideen durchzusetzen und variiert dabei sehr viel – leider mit nur überschaubarem Erfolg. An der Stelle kommt auch der andere Faktor zum Tragen: Wir haben immer noch das jüngste Team der 1. und 2. Liga, teilweise standen die jüngsten Mannschaften der HSV-Historie auf dem Platz. Da fehlt dann manchmal einfach die Abgezocktheit, die man in der 2. Liga braucht, um Spiele auch mal über die Zeit zu bringen.

Für mich wart ihr auch einer der avisierten Konkurrenten um den Aufstieg.

Angenommen ihr schafft nicht den direkten Wiederaufstieg in diese Saison. Wie würde das Umfeld drauf reagieren? Und was würde das für den Klub bedeuten?

Das ist sehr gemischt. Natürlich gibt es viele, die ungeduldig werden bzw. es schon sind. Da spielt auch die grundsätzliche Unzufriedenheit mit den Leistungen der vergangenen sechs, sieben Jahre mit rein. Dazu kommen die finanziellen Sorgen beim HSV. Wir haben die Lizenz für die kommende Zweitligasaison zwar ohne Auflagen erhalten, jedoch kann man in der 1. Liga schlicht mehr (Fernseh-)Geld verdienen und wir können jeden Euro gebrauchen. Ich persönlich wäre aber gar nicht so enttäuscht, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt. In Ruhe eine Mannschaft aufzubauen, ist mir gerade eigentlich sogar lieber, als jetzt aufzusteigen und die jungen Spieler sofort im Abstiegskampf zu verheizen.

Die Schanzer waren vor Beginn der Saison hochgehandelt als Köln- und HSV-Jäger. Stattdessen hängt der FCI seit Saisonbeginn im tiefen Keller der Liga und hat mit Trainer Leitl, Nouri und Keller drei entlassen. Wie nimmt man in der Hansestadt diese Entwicklung war?

Für mich wart ihr auch einer der avisierten Konkurrenten um den Aufstieg, umso mehr hat mich euer Saisonstart gewundert. Aber die vergangenen drei, vier Spiele scheint ihr euch ja auch durchaus wieder berappelt haben, zumal Kiel, Bielefeld und Dresden ja auch keine Laufkundschaft sind. Wir sind also gewarnt.

Sehen sich der FCI und der HSV kommende Saison wieder?
Ich glaube, der Klassenerhalt wird für euch schwieriger als für uns – wir müssen nur in Paderborn verlieren…

Im Hinspiel verlor der FCI mit einer bunten Jungspund-Elf knapp mit 2:1. Jetzt sieht die Ausgangslage anders aus. Was erwartest du für ein Spiel am Samstag?

Ich fürchte, einen Fußball-Leckerbissen bekommen wir nicht zu sehen. Bei uns ist viel Verunsicherung dabei und ich denke, ihr werdet uns auch nicht den Gefallen tun und wild nach vorne spielen, was uns Räume geben würde. Wenn ihr defensiv eng und gut steht, dann bekommen wir Probleme mit unserem Offensivspiel, ein paar Jungs werden dann langsam nervös, wodurch sich euch Chancen zum Kontern eröffnen könnten. Aber ein intensives Spiel mit zahlreichen Torchancen und packenden Duellen erwarte ich nicht.

Hand aufs Hamburger Herz. Dein Tipp für HSV – Schanzer am Samstag im Volkspark?
Ich hoffe, dass wir ein 2:1 über die Runden retten können. (Und dass ihr in den letzten beiden Spielen die nötigen Punkte holt. Duisburg halten wir euch dann am letzten Spieltag vom Hals.)

Vielen Dank Tanja für deine Antworten und auf ein gutes Spiel am Samstag im Volkspark.

Hamburger SV – FC Ingolstadt, Samstag um 13:00 Uhr im Sportpark.

Die Schanzer müssen auf den gelbgesperrten Sonny Kittel verzichten.

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