Und auf einmal trifft er

Mathew Leckie, Dauerläufer und Sprintkönig. Doch vor dem Tor versagten dem pfeilschnellen Außen immer die Nerven. In der vergangenen Saison konnte man fast glauben dass der Asienmeister, eine Torphobie hat. Jetzt bei der Hertha in Berlin klappt´s. Der Australier trifft, als hätte er noch nichts Anders gemacht.

Ist es der Luftwechsel? Ist der Nachwuchs der Leckie auf einmal so beflügelt? Der australische Außenspieler ist bei Hertha BSC Berlin nicht mehr wieder zu erkennen. Vergleicht man zumindest seine Leistungsdaten, mit denen der vergangenen Saison im FCI-Trikot. Viermal traf Leckie in sieben Bundesliga-Partien. Im DFB-Pokal  bereitete er zwei Treffer vor. In Berlin läuft Leckie heiß.

Es ist ja keinesfalls so, als würde man dem einstigen Aufstiegshelden den Erfolg nicht gönnen. Doch trotzdem fragt man sich: „Was schon wieder? Wieso trifft Leckie auf einmal?“

Als Leckie vom FSV Frankfurt zum FCI wechselte, war das mit vielen Hoffnungen verbunden. Sein Talent war unübersehbar. Schneller Antritt, gute Technik, auch defensiv arbeitet Leckie mit und vor allem sein Abschluss. Der FCI hatte den Transfer bereits eingetütet, als bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, seine Leistungen, andere Klubs auf den Plan riefen. Mit zehn Treffern und neun Vorlagen in 31 Spielen für den FSV kam er mit ordentlich Vorschusslorbeeren an die Donau. In der Aufstiegssaison traf er in 32 Spielen, siebenmal und legte siebenmal vor. Er war neben Pascal Groß und Stefan Lex eine der tragenden Säulen bei der Meisterschaft der Schanzer.

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Alle Bilder: Roland Geier.

Gesamtbilanz in der 2. Liga, 91 Spiele, 21 Tore, 22 Vorlagen.

In der Bundesliga-Premierensaison der Schanzer schoss er gegen Augsburg ein Hammer-Tor. Dann traf er erst wieder am 34. Spieltag beim 2:3 gegen Leverkusen.

In der vergangenen Saison traf er gar nicht. Er legte drei Tore vor. Allerdings war Leckie in dieser Saison die personifizierte Torungefährlichkeit. Das lag vor allem an einem Punkt. Der FCI agierte sehr defensiv. Die Dreierkette war eigentlich eine Fünferkette. Leckie musste als Außenbahnspieler mit nach hinten arbeiten und dann weite Wege nach vorne gehen. Kam er vors Tor, klappte es eben nicht. Oder er trat generell nicht gefährlich vor dem Tor auf. Dass er es kann, bewies er zu Genüge.

Bei Hertha  tut ihm jetzt der Luftwechsel durchaus gut. Beim Ligaauftakt gegen Aufsteiger Stuttgart traf Leckie gleich zweimal! Vielen FCI-Fans fiel die Kinnlade  runter. Mir auch. Der Leckie kann wieder Tore machen.

 

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Danilo, Hübner, Groß und Leckie. Vier Spieler, alle am Abstieg maßgeblich beteiligt. Und alle jetzt im Diensten anderer Klubs. Danilo (Bochum), Hübner (Hoffenheim), Groß (Brighton) und Leckie (Hertha BSC).

 

Leckie tritt bei Hertha in einer eher offensiv ausgerichteten System auf. Auch die vergangenen beiden Saisons wirbelte Hertha teilweise durch die Saison. Jetzt kann Leckie hier wieder seinem vollen Offensivdrang nachgehen. Einerseits ärgert man sich, ohne Frage. Aber andererseits gönnt man dem Australier auch den Erfolg in der Bundeshauptstadt. Es gibt ja schlimmeres, als Spieler abzugeben, die eine Liga höher endlich wieder Tore schießen.

Das gleiche Schicksal ereilte auch einen Pascal Groß. Der Dauerläufer und fleißigste Arbeiter des FCI, verlor im defensiv ausgerichteten Team seine offensive Gefahr. War er in der Aufstiegssaison noch der Top-Scorer der Liga, starb er in den Folge-Jahren einen anderen Tot. Trotz großer Bemühungen, kam er kaum noch zu Abschlüssen. Er spielte eher defensiv als offensiv. Er ordnete das Spiel, verteilte die Bälle. Ganz nach vorne stieß Groß allerdings nur noch selten vor. Jetzt spielt Groß als hängende Spitze bei Brighton. Ihm kommt das schnelle Spiel in England entgegen. Es wird mit vielen Pässen agiert. Es gibt einen großen Spielfluss und es wird weniger abgepfiffen.

Die einstigen Achsen des FCI, wechseln nun und treffen. Das mag zwar bitter sein, lässt sich aber auch erklären. Und es ist ihnen auch zu gönnen. Denn Leckie und Groß haben ihren Dienst beim FCI getan. Und zwar einen guten.

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