Keine Relegation mehr? Dann wären Frankfurt und Hamburg Zweitligisten!

Seit 2009 gibt es wieder die Relegationsspiele zwischen Bundesliga und 2. Liga, sowie 2. Liga und 3. Liga. Es gab schon einige richtig enge Entscheidungen. Einmal entschied die Auswärtstorregel über Aufstieg- oder Abstieg. Eine Klasse tiefer sogar zweimal.

Unmittelbar vor dem Saisonfinale und den anstehenden Relegationsspielen kommen sie wieder raus, die Kritiker der Relegation. Allen voran Verantwortliche des Hamburger Sport-Vereins und von der SG Eintracht Frankfurt. Man hört Worte, wie dass es unfair ist, von zwei Spielen den Klassenverbleib abhängig zu machen. Das stehe in keinem Verhältnis zur kompletten Saison. Die Spannung sei viel zu hoch, dementsprechend auf der Druck.

Es gibt in der Liga aber auch gleichermaßen Befürworter. Interessant ist allerdings nur, dass sich ein Trainer eines Klubs zu Wort meldet, der letztes Jahr durch die Relegation den Klassenerhalt schaffte. Nämlich Niko Kovac mit der SGE gegen Nürnberg (1:1, 1:0). Und der HSV der nur durch zwei Relegationsteilnahmen und das sogar in Folge in der Liga blieb. Und das sogar sehr unrühmlich. 2014 durch zwei Remis gegen Fürth (0:0, 1:1) und durch ein Remis gegen den KSC und einen 2:1-Sieg nach Verlängerung. Damals half auch der Schiedsrichter entscheidend mit, dass das Team von Bruno Labbadia doch nicht  zum ersten Mal seit 1963 abstieg.

Zweifelsohne sind die Argumente stimmig. Zwei Spiele entscheiden über eine ganze Saison. Dann kann man auch sagen KO-Runden-Wettbewerbe sind unfair, weil es gegen jeden Gegner nur zwei Versuche gibt. Im Finale sogar einen. Hier herrscht auch ein riesen Druck. Fliegt man raus, ist es vorbei. Kommt man weiter, wartet die nächste Herausforderung auf einen.

Die Relegation muss man aus zwei Blickwinkeln betrachten. Der 16. der Bundesliga steigt nicht mehr automatisch ab. Folgende Klubs wären in den vergangenen Jahren also direkt abgestiegen (rausgerechnet sind jetzt Klubs die, die durch die Relegation abgestiegen sind): Nürnberg, Gladbach, Hoffenheim, Hamburg und Frankfurt/Main. Die Gladbacher waren am Ende der Saison 2011 eigentlich tot und robbten sich dann doch noch auf den Drittletzten Platz um sich ihre zwei letzten Spiele zu sichern. Teams die reingerutscht sind in den Keller, können nochmal bei zwei Spielen nochmal ihre Qualität unter Beweis stellen. Sind sie in der Lage in der Liga zu bleiben oder nicht? Das Gleiche gilt für den Zweitligisten. Oftmals rutscht ein Team nochmal auf den dritten Platz. Weil es beispielsweise im Endspurt den längeren Atem hatte. Dann geht das Team meinetwegen hoch und steigt mit Pauken und Trompeten ab. Zugegebenermaßen kann das auch bei einem Zweitliga-Meister oder Zweiten passieren. Aber so muss sich das Team nochmal beweisen. Bestes Beispiel der 1. FC Nürnberg. Am Ende träumte man wieder von der 1. Liga. Die Performance die, die Franken allerdings in den Relegationsspielen hinlegten, war nicht erstligawürdig. Dass am Ende sich die SGE, die sich ebenfalls rauskämpfte aus dem Keller, sich durchsetzte also nur eine bedingte Überraschung.

Hätte es die Relegation nicht gegeben, wäre Frankfurt abgestiegen. Obwohl sie sich aus dem Keller kämpften, ebenso Gladbach 2011. In den beiden Relegationsspielen haben sie ihren Klassenverbleib gesichert.

Wer es nicht schafft sich in zwei Spielen gegen den Dritten der 2. Liga durchzusetzen, hat es ohnehin nicht verdient im Oberhaus zu bleiben. Dann macht der Klub eben den Platz frei. Doch der 16. sollte nochmal die Chance besitzen sich unter Beweis zu stellen. Genauso der Dritte der zweiten Liga. Packt der Dritte der zweiten Liga, den 16. aus der Bundesliga, ist mehr als würdig in der Bundesliga zu spielen. Die Relegation ist nicht mehr als ein Wettbewerb. Der nochmal auf zwei Spiele komprimiert wird. Natürlich hängen wir Existenzen, Schicksale und auch viel Geld dran. Nur dass ist in den vorherigen 34 Partien auch so.

Das ausgerechnet Klubs wie Frankfurt und Hamburg sich jetzt von der Relegation distanzieren und sie gar wieder abschaffen wollen, ist lächerlich. Denn sie wären dann die Klubs die in der 2. Bundesliga spielen würden.

Das ich als Schanzer-Fan mich als Befürworter der Relegation oute, kann man jetzt so hindrehen, liegt auch daran, dass dies unser letzter Strohhalm ist. Ja, richtig. Und wir haben selbst schon durch die Relegation den Aufstieg in die 2. Liga geschafft. Damals nämlich gegen Hansa Rostock. Aber hätte es die Relegation nicht gegeben, wären wir sowieso aufgestiegen.

Und ich bin auch ehrlich, sollten meine Schanzer die Spiele 35 und 36 sich noch irgendwie erarbeiten und verlieren dann gegen den Dritten der 2. Liga. Ja, dann haben wir uns den Klassenverbleib auch nicht verdient. Wenn uns schon nochmal zwei Spiele „geschenkt“ werden. Dann lag es aber mit Sicherheit nicht am Druck oder dem Vorteil des Zweitligisten.

Wer die Relegation erreicht hat es sich verdient, sich dort nochmal zu beweisen. Schafft das Team nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Ja, dann muss man es halt einsehen, dass es nicht gereicht hat. Für Teams die aufsteigen wollen, ist das genauso bitter, wie für die Teams die dann absteigen müssen.

Ganz egal, wer am Ende die Relegationsspiele erreicht. Ich werde sie mit Spannung verfolgen. Und ich hoffe meine Schanzer sind mit dabei. Und auch wenn wir verlieren, werde ich mich nicht im kommenden Jahr hinstellen und sagen: „Also direkt absteigen wäre mir lieber gewesen, weg mit der Relegation.“

Diese Gedanken sollten sich Funktionäre aus Frankfurt und Hamburg auch mal machen. Denn Stand aktuell, wäre der HSV direkt abgestiegen. In diesem Sinne, Grüße an die Elbe. Und auch an den Main.

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