Nachspielzeit: Vor Spielende gehen? Das geht gar nicht!

Bereits gestern ließ ich mich auf Facebook darüber aus. Und ich bleibe dabei, vor Spielende das Stadion zu verlassen, das geht einfach gar nicht. Die Schanzer verloren gestern mit 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Dem 1:0 von Lars Stindl ging ein klares Handspiel voraus. Das Tor hätte meiner Einschätzung nach, nicht zählen dürfen. Das 2:0 war dann auch schon egal. Es fiel in der Nachspielzeit. Viele haben das 2:0 gar nicht mehr gesehen. Denn bereits in der 90. Minute packten viele ihre Sachen zusammen und verließen das Stadion. Nicht ein paar, sonst wäre es gar nicht so aufregenswert. Sondern in Scharen. Die Gegengerade war vor dem Schlusspfiff fast halb geleert. In Scharen stürmten die Menschen aus dem Stadion. Ich fragte mich: was ist eigentlich los mit euch?

„…Trotzdem ist das 0:2 noch lange kein Grund, früher zu gehen…“

Die Schanzer haben gestern kein gutes Spiel abgeliefert. In den ersten 20 Minuten waren die Schanzer aktiver und wacher. Mit hohen Bällen überbrückten sie gut das Mittelfeld. Doch dieser Plan ging irgendwann nicht mehr auf. Auch weil die Fohlenelf ihr fehlerhaftes Passspiel in Griff bekam. Danach war es ein recht ausgeglichenes Spiel. Die Schanzer kamen allerdings auch nicht gefährlich vors Tor. Einzig Tisserands Kopfball hatte Potenzial für ein Tor.

Trotzdem ist das 0:2 noch lange kein Grund, früher zu gehen. Schon gar nicht in diesen Zeiten. Nein, eigentlich gar nicht. Das ist genauso bescheuert als kauft man sich Konzertkarten und geht 10 Minuten vor dem Ende nachhause. Die letzten Songs lässt man sausen und genauso mögliche Zugaben. In einem Restaurant in dem man ein 5-Gänge-Menü bestellt, sucht man auch nicht nach drei Gängen das Weite. Weil man ja schneller daheim sein möchte. Die Mannschaft braucht die Unterstützung. Sie braucht eine volle Bude, Fans die ihr Team unterstützen. Ob jetzt die Zuschauer alle immer voll mitgehen, klatschen und schreien, das ist eine andere Diskussion. Aber die Mannschaft nimmt das wahr. Diese Mannschaft spielt für uns. Und wir gehen ins Stadion um sie zu sehen. Wer früher geht, zeigt ihr die kalte Schulter. Hallo, wir sind nicht hoffnungsvoll Letzter oder fast schon abgestiegen. Das Team spielt mit. Das Team hat alle Chancen auf den Klassenerhalt. Und der eine oder andere behandelt das Team so, als wäre es nicht würdig angesehen zu werden.

„…Doch der Job der Zuschauer ist, das Team bis zum bitteren Ende zu unterstützen…“

Doch der FCI hat schon deutlich schlechtere Leistungen vom Stapel fallen lassen. In der zweiten Liga kämpfte man fast jährlich ums blanke Überleben. Die Lage schien hier fast aussichtslos. Am Ende zogen die Schanzer es immer durch und sicherten die Klasse. Seit der Zweitligameisterschaft spielen die Schanzer in der ersten Liga. Diese Bundesliga-Zugehörigkeit ist ein Geschenk. Es ist ein Ehre zu den besten 18 Teams Deutschlands zu gehören. Sich mit Alt-Meistern und Top-Teams  zu messen. Das scheinen noch nicht alle begriffen zu haben. Auch der FCA kämpfte zwei – drei Jahre um sich dauerhaft in der Liga zu etablieren. Und selbst in dieser Saison sind die Schwaben noch lange nicht durch.

„…Wer sich durch diesen Text angegriffen fühlt, soll sich angegriffen fühlen…“

Damit der FCI den Erstliga-Betrieb halten kann, braucht es gute Leistungen. Das ist der Job der Mannschaft und des Trainer-Teams. Doch der Job der Zuschauer ist, das Team bis zum bitteren Ende zu unterstützen. Und wenn sie nur durch Anweisenheit glänzen und nicht immer mit singen, auch okay! Und immer noch besser als in der 85. Minute oder vor Ende des Spiels seine Sachen zu packen. Das Team braucht den Support bis zum Abpfiff. Bis zum letzten Spieltag. Zur Not geht es in die Verlängerung und wir packen das Ganze in der Relegation. Das Team braucht diesen Support und spürt das auch.

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Nur gemeinsam schaffen wir es: #1bleiben

 

Wer sich durch diesen Text angegriffen fühlt, soll sich angegriffen fühlen. Vielleicht erreicht er auch den einen oder anderen, der gestern früher heimgegangen ist. Vielleicht kapiert es der eine oder andere ja, dass das so nicht geht. Früher zu gehen ist eine Frechheit. Wer schneller daheim bleiben möchte, kann die Spiele auch auf sky anschauen. Kein Problem. Aber wer ins Stadion geht, soll bis zum Schluss bleiben. Denn wenn wir gemeinsam das große Ziel Klassenerhalt erreichen wollen und weiter Bundesliga in Ingolstadt erleben wollen, ja dann, müssen alle ins Stadion. Und dann auch bis zum Schluss bleiben.

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Wer einmal oben ist, will nicht mehr runter in die zweite Liga. Deswegen sollte man die Bundesliga als Geschenk betrachten und nicht als Selbstverständlichkeit

 

Meine Freundin hat für den Falle eines Abstiegs schon ein Bekenntnis abgegeben: sie wird weiter dem FCI treu bleiben. Auch in der zweiten Liga.

Denn die Liebe zum Klub kennt keine Ligazugehörigkeit. Und wenn Abpfiff ist, ist  Abpfiff. So einfach ist das.

Ein Gedanke zu “Nachspielzeit: Vor Spielende gehen? Das geht gar nicht!

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