Die „Halbzeit-Bilanz“: die Mittelfeldspieler

Die Bundesliga-Hinrunde der Saison 2016/2017 ist zu sechszehn, siebzehnteln zu Ende. Zeit eine Bilanz zu ziehen, wie sich unsere Spieler geschlagen haben.  Heute geht es mit unseren Mittelfeld-Akteuren weiter.

MITTELFELD

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Almog Cohen ist einer der Gewinner, der Hinrunde. Alle Bilder Roland Geier

Almog Cohen: Der Israeli ist der Aufsteiger im Team. Nachdem Cohen wohl schon viele abgeschrieben hatten, ist der Erfinder des Wortes „Spitztabelle“ jetzt wieder zurück. Er ist einer der Anführer im Team. Als Kämpfer auf der Sechs zusammen mit Alfredo Morales. Mit einer Zweikampfquote von 52 % ein Spitzenwert. Bisher traf Cohen auch zweimal. Einmal gegen Dortmund, einmal zum 2:1-Siegtreffer in Leverkusen. Cohen ist eines der Gesichter im Aufwärtstrend der letzten Wochen. In der Rückrunde könnte er weiterhin eine tragende Rolle im Team einnehmen.

 

Roger: Das Siegtor gegen Leipzig und neuer Ausputzer in der Dreierkette. Roger zeigte auch in der Saison wieder wie wichtig er für das Spiel unseres Teams ist. Erst auf der Sechs eingesetzt wurde er nun in die neue Dreierkette beordert. Hier spielte er den Libero und antwortete auf die Frage, wie ihm diese Rolle gefiele: „Beckenbauer, Beckenbauer.“ Auch wenn seine Zweikampfquote mit 60% richtig stark ist, zeigte die Formkurve zuletzt wieder nach unten. Gegen Leverkusen machte er beim 1.1 eine richtig schlechte Figur. Gegen Freiburg wurde Roger zur Halbzeit ausgewechselt. Die Erfahrung aus der zweiten Liga zeigt. Roger ist als „reiner“ Verteidiger oder Innenverteidiger weit nicht so gut. Als Sechser, der Ausputzer vor der Abwehr machte der Brasilianer stets eine bessere Figur und gehörte in der vergangenen Saison zu den besten seiner Klasse in der ganzen Bundesliga.

Alfredo Morales: Nach langer Verletzungspause feierte der US-Amerikaner sein Comeback in der Ingolstädter Startelf. Er bildete in den letzten Spielen der Hinrunde zusammen mit Cohen die Doppel-Sechs. Morales nahm hier den offensiveren Part ein. Gegen Leverkusen belohnte er sich mit dem 1:0-Führungstor. Er ist wieder zurück im Team. Und ackert ohne Ende für  den Ingolstädter Erfolg. Könnte im Falle einer Umstellung auf eine Vierer-Abwehrkette mit Cohen oder Roger eine starke Doppel-Sechs bilden.

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Dauerläufer und Kämpfer. Doch aufgrund der defensiv ausgerichteten Spielweise der Schanzer ist die Zahl der Vorlagen und Tore von Pascal Groß sehr überschaubar. Was ihn selbst, hier symbolisch auf diesem Bild, auch selbst sehr ärgert. Alle Bilder Roland Geier

Pascal Groß: Nicht wegzudenken aus der Startelf der Schanzer. Ist der Kilometerfresser in der Bundesliga. Lief insgesamt 194 Kilometer in dieser Saison und ist damit Führender in der Liga. Trotz alledem tut sich Groß schwer, seine Offensivstärke aufblitzen zu lassen. Bisher bereitete Groß erst einen Treffen vor (das 2:1 in Leverkusen) und konnte noch kein Tor erzielen. Was aber auch daran liegt, das in einer eher defensiven Spielweise, ebenfalls viel nach hinten arbeitet. In der Aufstiegssaison war der Vorlagengeber schlechthin im Team. Hier war die Grundausrichtung des Teams auch viel offensiver, als in der Bundesliga. Trotzdem ist der unermüdliche Groß ein wichtiger Bestandteil des Teams. Einen Eintrag in die Ingolstädter Geschichtsbücher hat Groß jedenfalls sicher. Er erzielte das erste Bundesliga-Heimtor der Schanzer, in der vergangenen Saison gegen die SGE. In der Rückrunde wird es auch auf ihn ankommen. Er muss sich trotzdem spielerisch nochmal steigern. Sollten mehr Räume vorhanden sein, kann er auch häufiger Tore vorlegen oder zum Abschluss kommen. Trotzdem zeigte Groß in den meisten Spielen, starke Leistungen.

Sonny Kittel: Für Startelf-Einsätze hat es bei Kittel noch nicht gereicht. Wenn er aber eingewechselt wurde, blitzte seine Schnelligkeit und technische Stärke beeindruckend auf. Insbesondere gegen Leverkusen zeigte Kittel, warum er in die Rückrunde vielleicht ein Stammspieler werden kann. Schnell, agil und mit zwei guten Torabschlüssen. Das ihm Spielpraxis fehlte, zeigte sich bei seinen Abschlüssen in der Leverkusener Arena. Zu unplatziert schoss er aufs Tor von Leno. Dennoch, Kittel kann in der Rückrunde zu einem wertvollen Spieler der Schanzer werden. Die Vorbereitung auf die Rückrunde wird für ihn wichtig werden, im Bereich Fitness. Wenn er richtig fit ist, könnten wir den Mittelfeld-Wirbelwind vielleicht dann öfters von Anfang an im Team sehen. Wenn er über auf die Außenbahn flitzt.

Max Christiansen: Er ist einer der Verlierer der Hinrunde im Team. Mit einer Silber-Medaille kam er von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro zurück an die Donau. Sein Teamkollege und Zimmerpartner Robert Bauer zog es zu Werder Bremen. Christiansen, in der vergangenen Saison die Neuentdeckung im Team, musste sich durchbeißen. Er kam unter Kauzinski, fast nie zum Zug. Nach seiner Gelb-Roten Karte in Mainz, war der defensive Mittelfeldspieler auf dem Abstellgleis. Auch unter Walpurgis ist Christiansen bisher noch nicht zum Zug gekommen. Vielleicht kann sich der Jungspund in der Vorbereitung wieder in den Fokus des Trainerteams spielen. Aktuell ist es für ihn aber schwer, an Roger, Cohen und Morales auf der Sechs vorbeizukommen. Gegen Freiburg durfte Christiansen sich mal über längere Distanz auf dem Platz beweisen. Dass er es kann, ist bekannt. Die Frage ist nur, wann er es wieder öfters zeigen darf.

 

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