Nachspielzeit: Tabellenführerbesieger – Ingolstadts Sieg gegen RB

13 Teams hatten sich bisher an den roten Bullen aus Leipzig sich die Hörner abgestoßen. Als Tabellenführer reiste der Aufsteiger aus Sachsen in den Audi Sportpark. Als Tabellenzweiter mussten sie wieder abreisen. Die Schanzer bezwangen als erste Mannschaft RB Leipzig. Der FC Bayern gewann mit 5:0 gegen Wolfsburg und konnte so die Tabellenführung wieder zurück erobern. Die erste Liga-Pleite von Leipzig, sorgte ligaweit für Aufersehen. Maik Walpurgis erwies sich als Taktikfuchs gegen die bisher ungeschlagenen Leipziger.

„Doch Walpurgis erwies sich als wahrhafter Taktikfuchs und machte den Vorteil des Österreichers wett“

Es war ein Festtag, den ich heute in der Nachspielzeit nochmal analysieren möchte:

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Hatte wenig bis nichts zu lachen, bei seiner Rückkehr in den Sportpark: Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl. Bilder: Roland Geier

 

Tabellenführer gegen Schlusslicht der Liga. Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Eigentlich müsste Leipzig als Sieger vom Platz gehen. Dachte zumindest die Liga. Doch viele Schanzer Fans waren sich vor dem Spiel schon ziemlich sicher. Gegen den Aufsteiger der vor der Saison keinen unerheblichen Betrag in die Verstärkung des Teams investierte, ist ein Sieg drin. Was machte die Fans da so sicher? Im Vorfeld war viel über Hasenhüttl und Walpurgis  geschrieben worden. Hasenhüttl hätte ja einen Vorteil. Kenne er die Mannschaft ja aus seinen zwei Jahren Zusammenarbeit. Doch Walpurgis erwies sich als wahrhafter Taktikfuchs und machte den Vorteil des Österreichers wett. Denn der Ostwestfale bereitete seine Mannschaft bis auf das letzte Detail auf die Leipziger vor. Das sagten sogar die Spieler, die meinten, sie wurden selten so gut auf einen Gegner eingestimmt, wie auf Leipzig. Und so überraschte Walpurgis mit einem Systemwechsel. Kein 4-3-3 oder 4-2-2, sondern ein 3-4-3 sollte Punkte oder gar den Sieg gegen RB bringen. Eine Dreierkette mit Tisserand, Abräumer Roger und Matip stellte Walpurgis auf. Davor platzierte er Jung und Hadergjonaj, die dann, wenn nötig eine Fünferkette mit den anderen Defensivspielern bilden konnten. Im zentralen Defensive sollten Almog Cohen und Alfredo Morales abräumen und auch das Spiel nach vorne eröffnen. In der Offensive agierten Pascal Groß, Leckie und Lezcano als einzige Spitze. Ein kluger taktischer Schachzug. Eine Dreierkette die variabel zur Fünferkette werden konnte, brachte die sonst so offensiv aufspielenden Leipziger zum Verzweifeln. Gegen den Defensivblock. Zuvor wurde Ralph Hasenhüttl mit einem Plakat an der Südtribüne unsanft wieder in Ingolstadt begrüßt. Nach 18 Minuten klingelte es dann im Kasten der Sachsen. Roger traf mit dem Kopf nach einer Vorlage von Jung zum 1:0.

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Roger hatte gegen Leipzig Spaß daran gefunden, die Leipziger laufend zu nerven. Er spielte in einer Dreierkette und war der Mann des Spiels.

 

Danach verteidigten die Schanzer mit allen Mitteln der Kunst. Teilweise drei Spieler jagten einen Leipziger. Bälle wegschlagen, Bälle abfangen. Die Leipziger machten und taten, kamen aber selten in den Sechszehner der Schanzer. Solch eine Gegenwehr erlebte der Aufsteiger, der bisher wie eine Dampflok durch die Liga fuhr, noch nie. Dementsprechend wurde die Partie mit höherer Spieldauer auch hitziger. Roger und Cohen machten ihren Job als Zerstörer großartig. Kein Ball kam ihnen vorbei. Kein Zweikampf wurde gemieden. Sei es an der Außenlinie oder im Mittelkreis.

„In der Schlussphase wurden die Nerven der 15.200 Zuschauer im ausverkauften Sportpark nochmal ordentlich strapaziert“

In der 52. Minute sorgte Sabitzer für einen Schreckmoment. Er kam vor dem Tor zum Schuss, Cohen grätschte den Stürmer in letzter Minute ab. Ein grenzwertiges Foul. Über einen Elfmeterpfiff hätte man sich nicht beschweren dürfen. Auf den Punkt zeigte der Schiedsrichter Schmidt jedoch nicht. Die neue Nummer eins Martin Hansen verletzte sich bei dieser Aktion und konnte nicht weitermachen. Für ihn kam Nyland schließlich ins Spiel. Laut Kicker-Bericht von gestern, hat Hansen „nur“ eine Knieprellung erlitten und steht für das Spiel am Sonntag in Leverkusen wieder zur Verfügung. Nyland der kalt ins Spiel startete, klärte gleich zweimal sehenswert. In der Schlussphase wurden die Nerven der 15.200 Zuschauer im ausverkauften Sportpark nochmal ordentlich strapaziert. Fünf Minuten wurden regulär nachgespielt. Forsberg hatte nochmal die 110-Prozent-Chance auszugleichen. Doch der sonst so sichere Torjäger schob den Ball aus fünf Metern, knapp am linken Pfosten vorbei. Der Sportpark bebte nochmal, alle standen und trieben die Mannschaften in die Schlussminuten. Dieses Spiel entwickelte sich nochmal zum Krimi. Denn RBL versuchte nochmal alles nach vorne. Auch der pfeilschnelle Selke entwickelte sich nochmal zum Unruheherd. Es wurde nochmal ruppig. Keita packte an der Außenlinie einmal den Ellenbogen gegen einen Ingolstädter aus. Die Aktion wurde nicht geahndet vom Schiedsrichter-Gespann. Nach einem Foul von Leckie, kam es  zu einer Rudelbildung. Der Schiedsrichter packte danach reihenweise Karten aus. Selke und Hadergjonaj sahen Gelb. Leckie Gelb-Rot. Das war bereits der dritte Platzverweis für die Schanzer in dieser Saison. Dann war es endlich vorbei. Der Jubel war grenzenlos. Die Schanzer hatten mit großen Kampf, taktischer Disziplin, es geschafft RB Leipzig die erste Saisonniederlage einzubringen.

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Gelb-Rot für Leckie. Der insgesamt dritte Platzverweis für die Schanzer in dieser Saison. Nachdem bisher Christiansen und Levels schon, Rot sahen.

 

Postwendend kamen auch Glückwünsche aus München. Karl-Heinz Rummenigge kündigte an: „Ingolstadt bekommt jetzt eine Wagenladung, weißwürste und Weißbier von uns.“ Ob der Vorstandsvorsitzende der Bayern das Versprechen einlöst, bleibt abzuwarten. Das Media-Team vom FCI reagierte jedenfalls schon und gab über Facebook dem FC Bayern München schon mal die Lieferanschrift bekannt.

Leipzigs Spielweise scheint nun enträselt zu sein. RBL scheint im Übrigen auch einer unserer Lieblingsgegner zu sein. Denn den dritten Auftritt in Folge konnten die Schanzer ein Pflichtspiel gegen Leipzig nun gewinnen. Gegen Leverkusen, unseren kommenden Gegner ist die Bilanz bisher noch negativ. Diesen Trend können die Schanzer am Sonntag beenden.

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