Relegation: Die Kunst der Balance

Zweimal wurde der FCI in der Relegation kalt erwischt. Dieses Mal wird sich der FCI durchsetzen wenn er klug und einer guten Balance zwischen Offensive und Defensive agiert.

Ein Jahr brauchte ich bis ich das Relegationsrückspiel Ingolstadt – Wehen-Wiesbaden nochmal ansehen konnte. Solange nagte diese Partie an mir. Lange konnte ich mir auch das Relegationsrückspiel gegen Nürnberg nicht nochmal anschauen. Doch gerade in diesen Partien steckt der Schlüssel zum Erfolg für die Entscheidungsspiele gegen den VfL Osnabrück.

Bei den Relegationsspielen kommen Mannschaften wie der FCI in den Genuss des Europapokal-Modus. Hin- und Rückspiel und Auswärtstor-Regel. Zweimal fielen die Schanzer der Auswärtstor-Regel zum Opfer.

Bei den Entscheidungsspielen gegen Wehen-Wiesbaden stieß das späte 2:1 der Wiesbadener nochmal das Tor für den Drittligisten auf. Der SVWW überrannte dann den FCI im Rückspiel vor heimischen Publikum ging mit einem 3:1 in die Pause. Die Schanzer brauchten zwei Tore. Sie mussten einerseits „all in“ spielen und trotzdem aufpassen nicht das 4:1 zu kassieren. Denn bei einem 4:1 wäre die Wahrscheinlichkeit gen null gesunken, nochmal die eine Chance zu bekommen die Relegation für sich zu entscheiden. So war Wiesbaden in der komfortablen Situation nicht mehr so viel fürs Spiel machen zu müssen. Zwar wurde es durch das 3:2 der Schanzer noch eng. Doch richtig dicke Chancen sprangen nicht mehr raus. Am Ende stieg der FCI ab. Vor allem die schlechte erste Hälfte im Rückspiel sorgte für das Desaster. Im Hinspiel überzeugte der FCI (fast) bis zum Abpfiff.

Ein spätes Gegentor im Hinspiel war letztlich der Genickbrecher bei der Relegation 2019. Alle Bilder: Roland Geier

Gegen Nürnberg ging der FCI im Hinspiel gnadenlos unter. Das 2:0 war noch lieb gemeint vom FCN. Locker hätte der FCI die Partie mit 4:0 verlieren können. Der Club war giftiger, galliger und führte den FCI teilweise vor. Im Rückspiel dagegen legte der FCI in der 2. Hälfte richtig los. Drei indirekte Freistöße sorgten für das überraschende 3:0. Doch die Null hielt nicht. In der Nachspielzeit kassierte der FCI wieder ein schicksalhaftes Gegentor. In diesem Fall das Entscheidende. Die Nachspielzeit sorgte lange für Diskussionen. Doch das Spiel ist eben aus, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Und in Summe muss man sagen hat sich das Team in der Nachspielzeit nicht clever genug angestellt.

Genau aus diesen Spielen kann der FCI für diese Entscheidungsspiele viele Lehren ziehen. Klar muss man sich auf Osnabrück einstellen. Trotz einer schlechten Hinrunde sollte Osnabrück auf keinen Fall unterschätzt werden. Doch vor allem eines sollte sich die Mannschaft in diesen beiden Spielen abgewöhnen: sich zurückzuziehen bei eigener Führung. Genau jenes Verhalten sorgte in der Rückrunde oftmals dafür, dass der Gegner nochmal ins Spiel kam. Den Deckel drauf machen, das gelang dem Team viel zu selten. Wichtig wäre vor allem natürlich auch, möglichst mit einer Null ins Rückspiel zu gehen. Denn dann verlagert sich der Druck ziemlich auf die Niedersachsen. Die Relegation besteht auch aus taktieren. Doch vor allem die Relegation 2020 hat eines unter Beweis gestellt. Selbst ein 2:0 im Hinspiel muss nichts bedeuten. Wille und auch Spielglück können solche Partien komplett auf den Kopf stellen.

Zwei gute 180 Minuten + Nachspielzeit bis zum Abpfiff. Das muss das Ziel sein. Vor allem zuhause sollte der FCI im Hinspiel das Spiel machen. Nach einer möglichen Führung gilt, gleich nachlegen, nicht zurücklehnen. Denn ein paar schwache Minuten können sich rächen. Die Mannschaft hat damit leider genug Erfahrungen gemacht. Der Trainer Tomas Oral auch. Tomas Oral sagte vor dem Spiel gegen 1860, er müsse niemanden beweisen, dass er ein guter Trainer ist. Na dann Tomas. Dann ist die Relegation eine gemähte Wiese, oder?

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