Hansa will, der FCI muss

Am Dienstag um 19:00 Uhr steigt im Ostsee-Stadion das große Spitzenspiel: Hansa Rostock gegen die Schanzer. Die Bilanz gegen Hansa ist fast tadellos und auch ansonsten nehmen die Duelle gegen Hansa für beide Klubs durchaus einen Platz in der jeweiligen Klubgeschichte ein.

Neunmal traf die „Kogge“ bisher auf die Schanzer. Nur eine Partie gewann bisher Hansa Rostock, sechsmal konnte der FCI gewinnen. Das letzte Aufeinandertreffen in Rostock vergangene Saison konnte Hansa mit 3:0 für sich entscheiden. Doch vor allem zwei Partien haben sich bei vielen Schanzer-Fans auf Lebzeiten festgebrannt, nämlich die aus der Relegation 2009/2010.

Für das ESV-Stadion fiel damals der letzte Vorhang im Profi-Fußball, denn danach zog der FCI in den neugebauten Sportpark um. In einer engen Partie gewann der FCI mit 1:0 durch ein Brust-irgendwas-Tor von Steffen Wohlfahrt. Im Rückspiel entschied Fabian Gerber mit einem Doppelpack das Spiel. Die Schanzer waren zurück in Liga zwei. Erst 2019 sollte es dann wieder zurück in Liga drei gehen. Dazwischen hielt sich der FCI ausschließlich in der zweiten und für zwei Jahre in der Bundesliga auf. Hansa dagegen konnte nach diesem Abstieg nicht mehr die Rückkehr in die Zweitklassigkeit erreichen. Immer wieder spielte Hansa oben mit, doch der Sprung unter die ersten zwei bzw. drei gelang seit dem nie.

Steven Ruprecht, David Pistot, Steffen Wohlfahrt und Malte Metzelnder 2010 beim Relegationsrückspiel im Ostseestadion. Alle Bilder: Roland Geier.

Alleine diese Tatsache wird im Lager der Rostocker für absoluten Willen sorgen. Hansa hat die historische Chance wieder in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Und obendrein könnte Rostock, die Schanzer im Falle eines Sieges auf fünf Punkte distanzieren. Ein gutes Polster bei dann nur noch drei ausstehenden Partien. Die Schanzer könnten sich im Falle eines Sieges auf Platz zwei vorschieben und sich damit eine gute Ausgangssituation für die letzten Partien gegen Saarbrücken, Duisburg und 1860 verschaffen.

Das Hinspiel im Sportpark gewann der FCI mit 1:0. Merlin Röhl erzielte sein erstes Profi-Tor. Beide Teams geben sich kämpferisch. Für beide Teams geht in diesem Spiel um sehr viel. Den größeren Druck haben zweifellos die Schanzer. 1860 sitzt dem FCI mit zwei Punkten im Nacken. Und die Giesinger haben mit 33 (FCI: 10) eine viel bessere Tordifferenz. Nachdem am Wochenende der Ball ruhte, hatten beide Teams ausreichend Zeit sich intensiv auf das Spiel vorzubereiten. Gegen Zwickau stimmte beim FCI mehr als in den Wochen zuvor, vor allem im Offensivspiel. Hansa wird zuhause mit ordentlich Rückenwind spielen. Gegen den SV Meppen lag Hansa bereits mit 0:2 in Rückstand und dreht am Ende die Partie noch zu einem 3:2. Den Siegtreffer erzielte in der Nachspielzeit Türpitz.

Vielleicht lässt sich das Spiel auch unter der Überschrift: „Hansa will, der FCI muss“ zusammenfassen. Es wird das absolute Topspiel am Dienstag. Eine Prognose wage ich nicht. Aber einen Wunsch habe ich: Macht es wie damals in der Relegation.

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