Diese Niederlage kann unfassbare Synergien wecken

Und da war das Wunder so nah. Der FCI drehte mit einer Energie- und Willensleistung die Relegation zu seinen Gunsten. Fast, ja fast wäre der FCI wieder in die 2. Bundesliga aufgestiegen und hätte den 1. FC Nürnberg, Richtung Abgrund gestürzt. Doch in der Nachspielzeit erzielte der Club das nötige Auswärtstor. Trotz Niederlage bleibt der Club also drin. Beim FCI bleib nichts außer Frust und Enttäuschung.

Nachdem grottenschlechten Hinspiel vollbrachte das Team wirklich das Fast-Wunder. Nach einer torlosen und sehr abwarteten ersten Halbzeit, stellten drei Standardtreffer das 3:0 her. Stefan Kutschke, Tobias Schröck und Robin Krauße trafen binnen 13 Minuten. Dreimal ging den Toren ein Freistoß voraus. Wochenlang droschen die Schanzer die Standards irgendwo hin. Dieses Mal fand jeder Freistoß einen Abnehmer.

Der Club sah bereits den Abgrund. Er sah bereits seine Gegner für die kommende Saison: Verl, Kaiserslautern, Saarbrücken, Duisburg und Co. Doch am Ende machte Schleusener mit einem Grätsch-Schuss in der 90.+6. Minute den Lohn zu Nichte.

Doch die Frage muss erlaubt sein. Fußballgott, warum hast du uns verlassen? Während Club-Coach Michael Wiesinger sagte: „Der Fußballgott hat uns nochmal die Hand gereicht“, gab der Fußballgott uns die zweite Schelle innerhalb weniger Tage. Bereits nachdem 1860-Spiel waren wir durch. Dann kam der Elfmeter beim Spiel Würzburger Kickers – Hallescher FC. Ebenfalls in den Schlussminuten. Der Fußballgott möchte also, dass die Schanzer nochmal eine Ehrenrunde in der 3. Liga drehen.

Umso bitterer ist zudem, dass der FCI die zweite Relegation in Folge verliert und wieder das Auswärtstor der Genickbrecher ist.

Für ordentlich Diskussionen in den sozialen Medien sorgte dagegen Stefan Kutschke. Nachdem Spiel flippte der Spielführer aus. Er konnte kaum in Zaun gehalten werden. Angeblich soll er sogar Wiesinger eine Drohung entgegen geschrien haben. Für Tomas Oral jedenfalls war der Schuldige gefunden: der Schiedsrichter. Die Nachspielzeit war zu lange und ungerechtfertigt.

Für mich ist das Spiel aus, wenn abgepfiffen ist, Punkt. Solch eine Aussage wie von Oral, sorgt nicht für Sympathien über den Verein hinaus, was natürlich verständlicherweise in der Stunde der Niederlage, Oral und Co. recht egal ist. Aber man steht als schlechter Verlierer da. Über Kutschke, sind nur wenige Worte nötig. Er ging mit unfassbarer Präsenz und Willen auf den Platz voran. Doch nachdem Spiel zeigte er sich unsportlich. Kommende Saison trägt hoffentlich ein anderer Spieler die Spielführer-Binde. Wenn er nicht weiß was sich gehört, soll er sich mal das Schanzer Manifest durchlesen. So jedenfalls benimmt sich nicht ein Kapitän. Selbst nicht, in der Stunde einer schmerzlichen Niederlage.

Dem 1. FC Nürnberg gratuliere ich zum Klassenerhalt. In Oberbayern würde man sagen, der Club ist dem Boarndlkramer nochmal knapp von der Schippe gesprungen. Der Schmerz über die Niederlage ist nach wie vor riesig groß. Es wird noch einige Zeit dauern, bis das verdaut ist. Trotzdem schaue ich zuversichtlich nach vorne. Der FCI hat einen unfassbar großen Kampf geliefert. Und darauf kann die Mannschaft, trotz der Last-Second-Pleite, stolz sein. Auch wenn wir uns davon letztlich nichts kaufen können.

Ich hatte gestern spätabends noch ein Telefonat mit Club-Fan Frank. Wir haben uns beim DFB-Pokalspiel kennengelernt. Er war erschöpft und sprühte nicht vor grenzenloser Freude. Wir schenkten uns beide sozusagen Trost. Und wünschte dem Club alles Gute für die Zukunft. Der Klub Frankens soll aus dieser Relegation für die Zukunft lernen. Jedenfalls wird es noch ein Doppel-Interview, Ende der kommenden Woche zur Relegation geben. Wir jedenfalls müssen jetzt weiter für unser Ziel kämpfen, künftig wieder zweitklassig zu spielen.

Doch es gibt viele Beispiele vor allem im Fußball, bei der solche schmerzhaften Niederlagen unfassbare Synergien geweckt haben. Den Willen nach Erfolg. Jenen Erfolgsziel alles bedingungslos unterzuordnen. Damit verbunden ist auch, nochmal alles zu hinterfragen. Was hat gefehlt? Was brauchen wir für den Erfolg? Was brauchen wir für eine andauernde Spannung vom 1. bis zum 38. Spieltag? Ein prominentes Beispiel befindet sich in Groß, 80 Kilometer südlich. Jene Synergie, jeden Hunger, jenen Willen brauchen wir um kommende Saison diese Scharte wieder auszuwetzen. Der große Erfolg stellt sich oftmals nach brutalen Niederlagen ein.

Selten hat ein Satz besser gepasst zu unserem Klub: Einfach kriegst du woanders. Dieses Rückspiel, war wie die ganze Saison. Für beide.

Alle Bilder: Roland Geier

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