Corona: Die Gesellschaft zeigt ihre hässliche Fratze

Regale sind leer. Butter, Mehl, Milch, Spätzle, Eier – alles immer wieder ausverkauft. Und Klopapier ist das neue Gold. Die Deutschen sind scheinbar binnen weniger Tage zum Volk der Bäcker und Starköche geworden. Nein die Deutschen sind ein egoistisches Volk!

Die bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung appellieren an die Vernunft der Bürger. Das Gebot ist einfach, sich gegenseitig schützen, Verantwortung für sich und andere übernehmen. Doch Verantwortungsbewusstsein ist in dieser Gesellschaft nicht mehr verankert.

Er wird von allen Seiten als Krisenmanager gelobt – Ministerpräsident Markus Söder – doch die Bevölkerung folgt scheinbar trotzdem nicht. Bild von Josef A. Preiselbauer auf Pixabay

Diese Woche soll es zu regen Diskussionen an der deutsch-österreichischen Grenze gekommen sein, weil viele Personen es nicht einsahen, sich an das Ausreiseverbot aus Berlin zu halten. Das eigene Vergnügen scheint wichtiger zu sein, als der Schutz von Mitmenschen.

Wer seine Blicke zur Zeit schweifen lässt, zweifelt ernsthaft am Verstand der Menschen. Ältere Menschen tragen Blumenerde aus dem Baumarkt, die Spielplätze sind gut gefüllt, vor Bäckereien schlürfen Personen im hohen Alter, ihren Kaffee. Abstand halten, Fehlanzeige. Dicht an dicht gedrängt, stehen die meisten Leute nach wie vor in den Läden. Man könnte sich einfach an die „Bitten“ der Staats- und Bundesregierung halten. Andere Mitmenschen schützen.

Bild von pasja1000 auf Pixabay

Aber gerade weil viele Geschäfte jetzt geschlossen haben und das öffentliche Leben stark eingeschränkt wurde, scheint es ein ziemlicher Kick zu sein, jetzt noch in Parks zu liegen, mit 20 Personen Fußball zu spielen usw.

Die Gesellschaft zeigt aktuell ihre hässliche Fratze. Egoismus gepaart mit zivilen Ungehorsam. Scheinbar sind die Menschen in diesem Land unbelehrbar. Selbst auf eine Weisung der Regierungen wird nicht gehört.

Aber unser Land ist noch nicht verloren. Es gibt auch genügend Personen die verantwortungsvoll handeln, Kontakte meiden und versuchen soweit es möglich ist, auch die Öffentlichkeit zu meiden. Zuhause – Arbeit – einkaufen – Zuhause, so sieht der Weg von vielen Menschen aus. Die Arbeitgeber ermöglichen zahlreichen Mitarbeiter*innen von zuhause aus zu arbeiten. Das ist sogar in Unternehmen möglich, wo Präsenzzeit im Büro bisher scheinbar unumgänglich war. Es bleibt zu hoffen, das sich diese Entwicklung auch nach Corona fortsetzt und damit eine neue Zeitschreibung bei flexiblen Arbeitszeiten eingeläutet wird, auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

In manchen Kommunen bieten Vereine für die Risikozielgruppe an, für sie einzukaufen. Es gibt Solidarität und Zusammenhalt in diesem Land. Nur eben nicht flächendeckend und so wie man es sich eigentlich wünscht.

Ministerpräsident Söder und einige weitere Politiker aus anderen Bundesländern haben heute mit Ausgangssperren gedroht. Diesen Warnschuss werden trotzdem viele Bürger*innen nicht Ernst nehmen. Viele warten jedenfalls schon auf die Ausgangssperren. Weil auch Italien, Österreich und Frankreich diese Maßnahme zogen um die Epidemie irgendwie noch einzudämmen. Wie sagten unsere Mütter und Großmütter schon immer: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Nur in diesem Fall trifft es halt auch die Vernünftigen.

Der Umgang mit Corona in unserer Bevölkerung wirft jedenfalls ein düsteres Bild auf die Zukunft. Sobald sich alles wieder normalisiert hat, wird der Deutsche einfach wieder gnadenlos konsumieren und ohne Rücksicht auf Verluste, sein Vergnügen als die natürlichste Freiheit ausleben.

Ich hoffe zwar, dass es nicht so kommen wird. Aber meine Hoffnung ist gering.

Trotz alledem

Bleibt gesund!

Titelbild: Bild von pasja1000 auf Pixabay

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