Der Blick geht nach vorne, aber nicht zwingend nach oben

Wiederaufstieg, dieses Wort nahm bisher nur einer in den Mund, nämlich Marvin Matip und zwar schon vor Monaten. Als der Kapitän seinen Vertrag verlängerte, kündigte er an, an diesem Ziel arbeiten zu wollen, sofern man absteige.

Jetzt einige Tage nachdem feststehenden Abstieg, beginnt im Verein die Analyse. Sowohl Franz Spitzauer (Geschäftsführer Finanzen), als auch Harald Gärtner (Geschäftsführer Sport) äußerten sich bei diversen Medien über die Zukunft des FCI. Von einem direkten Wiederaufstieg ist nicht die Rede. Und das auch zu Recht.

Am Ziel Wiederaufstieg sind schon viele gescheitert. Und schon viele Bundesliga-Absteiger fanden sich am Ende in der dritten Liga wieder. Beispiele gibt es genügend: Unterhaching, Paderborn, Ulm &&&.

Das Ziel direkter Wiederaufstieg konnten bisher nur „Größen“ der Bundesliga verwirklichen. Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln, Hertha BSC Berlin oder die SG Eintracht Frankfurt. Vereine die zumeist über ein gesundes finanzielles Fundament verfügen und auch den ein oder anderen Erstliga-Spieler noch halten konnten.

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1. BL - Saison 2016/2017 - FC Ingolstadt 04 -
Hertha BSC und Köln stiegen in der Regel nach ihren Abstiegen in den letzten zehn Jahren sofort wieder ins Oberhaus auf. Erstrebenswert alle Mal, aber nicht realistisch für die Schanzer.

Das Ziel Wiederaufstieg wäre schlichtweg zu ambitioniert. Zumal die Schanzer bisher nur eine richtige Zweitliga-Saison spielten und das war die Aufstiegssaison. Ansonsten starteten die Schanzer meistens schlecht und kämpften bis  zum 32. Spieltag um den Klassenverbleib.

Insbesondere für Absteiger ist es schwer den Umstieg vom Oberhaus ins Unterhaus zu finden. Selbst Stuttgart oder auch Hertha hatten im ersten Saisondrittel stets Probleme, insbesondere gegen giftige und gallige Gegner wie Bielefeld oder Aue. Außerdem ist die zweite Liga noch ausgeglichener als die 1. Liga. Man betrachte mal die Tabelle aus dieser Saison. Und vor allem in diesem Jahr ist das noch extremer als in den Vorjahren.

Es warten einige Herausforderungen, deswegen spricht Harald Gärtner auch von einem Wiederaufstieg erst in zwei bis drei Jahren. Auch um die Erwartungshaltung im Umfeld niedrig zu halten.

Finanziell steht der FCI laut einem Bericht des Donaukurier Donaukurier-Bericht: Ohne Altlasten solide da. Der Gesamtetat wird sich demnach von 32 Millionen um die Hälfte reduzieren. Der Etat fürs Sportliche (Profis, U23, U19 und NLZ) beträgt ab der kommenden Runde 12 Millionen Euro, anstatt 25 Millionen.

Zum Vergleich der VfB Stuttgart und Hannover 96 verfügten in dieser Saison über einen Etat von 40 Millionen Euro.

Vergleichsweise moderat sieht der Verlust beim Fernsehgeld aus. In dieser Saison wird der FCI 24 Millionen kassieren. Hier kommen aber noch 2,5 Millionen aus der internationalen Vermarktung hinzu. Durch den neuen Fernsehvertrag erhalten die Schanzer im Unterhaus auch satte 17 Millionen Euro.

Um auch nochmal zu verdeutlichen dass die Schanzer nicht alles geschenkt bekommen, hier eine wichtige Zahl. Die Schanzer überweisen jährlich eine Stadionmiete von 3,7 Millionen Euro. Von einem Werksklub also keine Spur.

Sportlich jedenfalls sind die Kaderplanungen noch nicht vollkommen abgeschlossen. Ist ja auch klar, die Saison ist nicht beendet. Die Zweitliga-Saison startet allerdings bereits Ende Juli. Abgänge sind noch keine bekannt, dafür Zugänge. Von Schalke 04 kommt Phil Neumann. Vom 1. FC Heidenheim kehrt Hauke Wahl von seiner Leihe zurück. Ebenso Tobias Pledl der bei Sandhausen sich super entwickelt hat.

Bei Abgängen gibt es lediglich Spekulationen. Laut einiger Medien soll die TSG Hoffenheim an Pascal Groß interessiert sein. Groß spielte in der Jugend bei der TSG und ist in dieser Gegend auch verwurzelt. Der Wechsel wäre also nachvollziehbar. Für ihn wäre der Wechsel zu einem Champions-League-Teilnehmer freilich eine größere sportliche Herausforderung, als die zweite Liga.

1.BL Saison 2016/17 -FC Ingolstadt-
Rückkehr in alte Gefilde? Pascal Groß wird mit der TSG Hoffenheim in Verbindung gebracht. Bilder: Roland Geier

Der 1. FC Köln soll angeblich an Flügelflitzer und Null-Tore-Mann Leckie interessiert sein. Auch eine attraktive Ablösesumme von 3,5 – 4 Millionen soll im Raum stehen. Allerdings kommentierte der Verein dieses Gerücht nicht.

Heiße Kandidaten für einen Wechsel wären möglicherweise auch Marcel Tisserand und Dario Lezcano. Allerdings hörte man bei diesen Spielern noch keine Gerüchte oder Interessensbekundungen anderer Klubs. Bis der neue Kader steht wird noch einiges Wasser die Donau hinunterlaufen. Auch die genaue Zusammensetzung der zweiten Liga ist ja erst in zwei Wochen bekannt.

Die Planungen laufen also heiß, finanziell muss man nicht besorgt sein. Trotzdem muss die sportliche Leitung versuchen eine schlagkräftige Truppe zusammen zu stellen, die eine sorgenfreie Zweitliga-Saisonspielt (einstelliger Tabellenplatz). Mehr so glaube, wird auch nicht vom Team erwartet. Und das ist auch gut so.

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