Der Abo-17.

Drei Siege in Folge in der englischen Woche, eine passable Rückrunde, Achtungserfolge gegen Leipzig und Leverkusen. Trotzdem tappen die Schanzer nicht seit Wochen, sondern seit Monaten auf der Stelle. Tabellenvorletzter heißt das Stichwort.

Doch wieso haben die Schanzer so ein Abo auf diesen Platz? Es ist gibt eine Reihe von Gründen die diese Entwicklung bzw. Stagnation erklären.

Es gibt zweifelsohne bessere Abos im Leben. Das Männermagazin Playboy verschickte vor einigen Monaten, in ihren Ausgaben goldene Briefumschläge. Wer eine solche Ausgabe mit solch einen Briefumschlag erhielt, bekam ein lebenslanges kostenfreies Abo. Das sind Abos mit denen man Leben kann.

 „…Die Aufritte sind zu unbeständig…“

Die Schanzer hingeben dümpeln seit dem Saisonstart in den Niederrungen des Kellers umher. Einzig an den Spieltagen 1, 7, 15und 18 nahm man einen anderen Tabellenplatz ein. Zwischen Spieltag 8 und 12 ist man 17. Seit dem 19. Spieltag konsequent der vorletzte der Bundesliga. Am 7. und 13. Spieltag war man sogar Schlusslicht. Einzig am 15. und am 18. Spieltag stand man auf dem Relegationsplatz.

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Statistik-Bild: BuLi.Box.de, alle anderen Bilder: Roland Geier

 

Der FCI schleppt seit Saisonbeginn die Hypothek, zehn Spiele, zwei Punkte mit sich herum. Am 10. Spieltag sah es fast so aus, als würde der FCI zu einer geregelten Abschiedstournee aus der Liga antreten. Blutleere Aufritte, furchtbare Spiele, konzeptlos und auch punktlos. Der Gipfel des Ganzen war eine Serie von sechs Niederlagen in Serie. Am 11. Spieltag übernahm schließlich Walpurgis. Unter ihm wurde nicht nur die Spielweise eine bessere, sondern auch die Ergebnisse. Die Schanzer gaben ihr Lebenszeichen ab, Richtung Liga und robbten sich wieder ans rettende Ufer heran. Sieg gegen Darmstadt, Remis gegen Wolfsburg, Pleite gegen Bremen, Sieg gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Leipzig, Sieg zum in Leverkusen. Und zum Jahresabschluss eine Niederlage gegen Freiburg.

„…Den Durchhänger aktuell, bezahlen sie jetzt. Die Schanzer bezahlen den katastrophalen Saisonstart schon die ganze Saison…“

Doch trotzdem lässt der FCI die nötige Konstanz vermissen und das ist genau das Problem in dieser Saison. Die Aufritte sind zu unbeständig. Immer wieder schöpft das Team Führungen ab. Bisher gelang es nur einmal einen Rückstand in einen Sieg umzumünzen, nämlich beim 3:2-Sieg gegen Darmstadt. Und so klebt der Klub munter auf diesem 17. Platz fest. Immer wenn die Konkurrenten Federn ließen, ergoss sich das Pech im wahrsten Sinne des Wortes über die Schanzer. Der Rückstand aufs rettende Ufer erhöhte sich oder blieb gleich. Doch richtig voran kam man letztlich nicht . Auch der Rückrundenstart war holprig. Niederlage auf Schalke (wenn auch höchst unglücklich), Sieg gegen den HSV (hier stand man dann kurz auf Platz 16), Niederlage in Berlin und gegen München. Und dann kommt wieder eine Schreckensserie. Erst ein Sieg in Frankfurt, bis dato zuhause ungeschlagen. Eine Niederlage zuhause gegen Gladbach mit einem blutleeren Auftritt, eine herbe Pleite gegen Hoffenheim mit 2:5, ein 2:2 gegen Köln und eine Niederlage gegen Dortmund. Merkst du das? Ja konstant ist das Ganze nicht. Die Konkurrenz präsentiert sich auch nicht sonderlich konstant, nur hat der FCI eine größere Hypothek als die anderen Teams. Kellerkind Bremen hat sich einen Rausch gespielt und steuert auf Europa zu. Der HSV eilte zwischenzeitlich davon, hängt jetzt aber auch wieder drin. Mainz und Augsburg schlitterten schleichend, dafür umso mehr in den Keller. Doch ihnen hilft ihr Punktepolster, dass sie sich in der Hinrunde bzw. auch noch in der Rückrunde erarbeitet haben. Den Durchhänger aktuell, bezahlen sie jetzt. Die Schanzer bezahlen den katastrophalen Saisonstart schon die ganze Saison.

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Da macht man in Dortmund eine super Partie und verliert am Ende trotzdem mit 0:1. Das ist der FCI in der Saison 2016/2017

 

Aus den Ergebnissen leiten sich noch weitere Probleme ab, die sich aufgetan haben und die Saison zu der Vorjahressaison unterscheiden. Es läuft einfach nicht rund. Nach der Euphorie im Vorjahr, startete man dieses Jahr ganz hart. Gegen die fehlenden Punkte aus den ersten zehn Spielen, spielen die Schanzer seit jeher an. Die Schanzer kämpften sich aus ihren Abstiegskämpfen in Liga zwei immer mit Siegesserien heraus. Doch das Oberhaus ist doch nochmal ein anderes Kaliber. Die defensive Spielweise der Schanzer mit einer modifizierten Dreierkette, die eigentlich eine Fünferkette ist, sorgt für Sicherheit. Und die braucht ein Team im Keller auch. Trotzdem ist der Defensivverbund der Schanzer einer der schlechtesten der Liga. Man fängt sich zu leicht Tore, allen voran in den Schlussminuten. Beste Beispiele: das 3:3 gegen Dortmund, das 2:5 gegen Hoffenheim oder jüngst das 2:4 gegen Bremen. Offensiv dagegen bekam das Team frischen Wind mit den endlich genesenen und flinken Kittel. Doch trotzdem ist die offensive Durchschlagskraft der Schanzer oftmals zu schwach. Wiederrum für das Team spricht, dass gefühlt jeder schon mal eingenetzt hat. Cohen, Hinterseer, Lezcano, Suttner &&&. Ein echter Torjäger fehlt im Team. Lezcano ist vorne der Mann für die Einzelunterhaltung als alleinige Spitze. Im letzten Jahr trat das Team oft mit drei Stürmern auf: Hartmann, Lezcano und Hinterseer. Mehr Tore schoss man deswegen auch nicht. Allerdings tat es der Durchschlagskraft gut, weil von hinten auch immer wieder Pascal Groß mit nach vorne schob.

1. BL - Saison 2016/2017 - FC Ingolstadt 04 -
Alleinunterhalter in der Offensive, der emsig arbeitende Lezcano. Trifft immer wieder mal, aber zu unregelmäßig.

Zweifelsohne ist die Taktik als Abstiegskandidat ein Ritt auf der Rasierklinge. Will man immer offensiv mitspielen, fängt man sich sehr leicht Tore. Steht man allerdings zu tief, wird es schwierig offensiv richtig Druck aufzubauen. Und das Ganze ist natürlich auch vom Gegner und der tagesaktuellen Verfassung abhängig. Trotzdem darf man Trainer Walpurgis nicht absprechen, dass er das Team weiterentwickelt hat bzw. aus dem vorhandenen Kader das bestmögliche rausgekitzelt hat. Das Team spielt mit einen aggressiven Pressing. Nur dem Tor fehlt oftmals der letzte Wille zu treffen oder auch manchmal der Mut. Umso bitterer ist es dann, wenn man für seine großen Mühen, auswärts in Dortmund, gegen Köln oder zuhause gegen Bremen nicht mit drei Punkten belohnt wird. Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.

Die Schanzer gaben sich nie auf in der Saison haben sich immer wieder rangekämpft, auch wenn der Rückstand zwischenzeitlich bei sieben Punkten lag. Doch trotzdem fehlte zwischenzeitlich immer wieder die Konstanz aus dem Keller zu kommen. Allerdings und bei dieser These bleibe ich, wurde zulange am Trainer Kauzcinski festgehalten. Und die zwei Punkte aus den ersten zehn Spielen könnten am Ende die schwere Hypothek bedeuten, dass man den Weg in die Zweitklassigkeit gehen muss.

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Die 0:2-Niederlage in der englischen Woche gegen Frankfurt, war eines dieser zehn Spiele, dass am Ende den Schanzern das Genick brechen könnte.

 

Das muss aber noch nichts heißen. Das was mir Mut macht für Samstag, ja ich habe mich vom Bremen-Schock einigermaßen erholt, ist dass die Schanzer so unberechenbar sind, wie noch nie. Im positiven wie im negativen.  Verlassen kann man sich auf Nichts. Weder das Führungen sicher sind, noch dass das Team nicht einen großen Gegner schlagen kann, noch dass man aus zehn Torchancen vielleicht mal ein Tor macht. Es ist eben das Pech eines Kellerkinds, dass dem Team an den Füßen klebt. Sollte gegen Leipzig ein Sieg oder gar ein Punkt herausspringen, wird die Sache noch enger. Zumal am Wochenende der HSV und der FCA gegeneinander spielen. Doch das ist nur eine Randnotiz. Die Schanzer müssen sich von der Abhängigkeit des Gegners befreien. Sollte gegen das Team am Ende gegen die Sachsen verlieren und die Tabelle am Ende sogar sieben Punkte Rückstand aufs rettende Ufer aufweisen, dann kann gegen Leverkusen unter Umständen schon der Abstieg besiegelt sein.

Es kann jetzt alles sehr schnell gehen. Das Spiel gegen Leipzig wird eins ums andere Mal ein Schicksalsspiel. Auch wenn die Schanzer sich richtig rangekämpft haben, sind sie dennoch nicht vom Fleck gekommen. Das ist deprimierend. Und zwar richtig. Woche für Woche betrachtet man die Tabelle und findet sich auf Platz 17 wieder. Und bald wird sich wohl auch endgültig entscheiden, ob das Abo auf Platz 17 bis zum 34. Spieltag bestehen bleibt. Oder ob man sich noch die Spiele 35 und 36 sichert.

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