Der vielleicht vorzeitige K.O.?

Der Frust sitzt mir in den Knochen. Die Fassungslosigkeit und die Angst vor dem Abstieg in die zweite Liga ebenfalls. Die Schanzer haben ihr zweites Spiel in Folge verloren. Das zweite Matchball-Spiel. Nach der Pleite mit 3:0 in Wolfsburg, folgte nun ein 4:2 gegen Werder Bremen.

Die Schanz war ganz in Rot getaucht, als die Spieler auf den Platz schritten. Ohne Suttner, Matip und Bregerie mussten die Schanzer agieren. Also rückte Roger wieder in die Innenverteidigung neben Tisserand. Leckie spielte als Außenverteidiger. Im Mittelfeld agierten Morales, Cohen und Christiansen. Ganz vorne sollten Lezcano, Groß und Kittel für Tore sorgen. Das Spiel begann gut für die Schanzer. Von Anfang schnürte unser Team die Gäste, die bisher im Aufwind sind, in der eigenen Hälfte fest. Nach 32 Minuten traf Lezcano, nach Vorarbeit von Tisserand. Ein Tor aus dem Spiel heraus! Das hat bei den Schanzern, Seltenheitswert. Umso größer war meine Freude über diese Führung. Sollte dieses Spiel einen furiosen Saisonendspurt einleiten? Vorerst mal nicht. Tisserand fällte nach einer konfusen Abwehrarbeit der Schanzer, Bartels im Sechszehner. Nach kurzen zögern zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Strafstoß! Max Kruse, der Wandervogel der Bundesliga und auch Torgarant der Bremer schoss zum 1:1 ein. Mit diesem Remis ging es in die Halbzeitpause. Die Hoffnung keimte durchaus auf, dass die Nordlichter zu schlagen sind. Denn die aktuell aufstrebenden Bremer (drittbeste Rückrundenmannschaft der Liga) zeigte bis dato im Bereich Offensive, nichts was einem Angst und Bange werden ließe.

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Da war die Welt unserer Schanzer noch in Ordnung. Jubel nachdem Elfmeter-Tor von Pascal Groß.

Im zweiten Durchgang ging es relativ ausgeglichen los. Und dann fiel Cohen im Sechszehner. Wieder Elfmeter. Wie sich herausstellte, ein Elfmeter der einer Schwalbe des Sechers und Top-Torjägers vorausging. Groß vollstreckte und brachte die Schanzer abermals in Führung. Allerdings hätte es wenig später Strafstoß für die Schanzer geben müssen. Lezcano wurde auf der Linie des Sechszehners gefoult. Stattdessen entschied der Schiedsrichter auf Freistoß. Dann nahm langsam das Unheil seinen Lauf. Bremens Nouri brachte mit Pizarro und Gnarby zwei weitere Offensivspieler und setzte somit das Signal klar auf: das Spiel noch drehen! Beim 2:2 machte die Ingolstädter Defensive keinen guten Eindruck. Torwart Hansen wehrte eine Flanke zu kurz ab, den zweiten Ball nutzte Kruse mit Überblick dann zum Ausgleich. Das 3:2 fiel nur sechs Minuten später. Wieder traf Kruse. Die Flanke die vorausging von Kainz ging quer durch den Sechszehner. Morales störte Kainz nicht entscheidend genug. Und so entschied Kruse die Partie vorzeitig. Maik Walpurgis brachte dagegen auch nochmal neue Offensivkräfte mit Lukas Hinterseer und Stefan Lex. Christiansen musste weichen. Christiansen machte bis dato ein starkes Spiel und sorgte auch dafür dass die Bremer kaum ihr Offensivspiel entfalten konnten. Allerdings war er auch Gelb-Rot gefährdet. Das Interessante ist im Nachgang, dass die Auswechslung des Olympiasiegers in der 75. Minute erfolgte, als die Schanzer noch mit 2:1 führten. Danach brach der bis dato starke Defensivbund der Schanzer komplett auseinander. Die Schanzer erarbeiteten sich in den Schlussminuten nochmal fleißig Ecken. Bei diesen stieß auch Keeper Hansen mit vor. Das 4:2 hätte fallen können, als Bartels bereits zielstrebig über die Mittellinie spurtete. Allerdings stand der Mittelfeldspieler im Abseits. Hansen war mit seinem Spurt zurück ins Tor, am Mittelkreis angekommen. Das 4:2 fiel aber dennoch. Nach einer Ecke, war Hansen wieder mit vorne im Sechszehner. Wiedwald machte kurzen Prozess, spielte den Ball nach vorne. Mit diesem sprintete Bartels, Richtung Ingolstädter Tor, bis er Kruse bediente. Der musste nur noch ins leere Tor einschieben, Hansen der zurückgeeilt war, kam zu spät.

Dieses Spiel wirft viele Fragen auf. Die Niederlage wurmt umso mehr, da Augsburg heute 1:3 gegen die SGE verlor und der HSV gegen Darmstadt mit 1:2 verlor. Die Schanzer hätten auf einen Punkt ran rücken können. Jetzt bleibt es beim alten Vier-Punkte-Rückstand. Eine starke Hypothek. Zumal es kommende Woche nach Leipzig geht. Ein Sieg ist drin, allerdings fehlt dort der jetzt gelb gesperrte Pascal Groß. Vor dem Spiel schrieb ich vor einem Hebel-Spiel. Die Schanzer haben nun den Hebel in die falsche Richtung bewegt. Das könnte sich nun richtig rächen. Vier Punkte, das klingt machbar. Allerdings stehen nur noch vier Partien aus. Die haben es in sich mit Leipzig, Leverkusen, Freiburg und Schalke 04. Rechnerisch und tatsächlich könnte es also bald vorbei sein. Die Schanzer zeigten heute einfach zu wenig, dass darf man nicht beschönigen. Zweimal gab das Team eine Führung aus der Hand. In den letzten zehn Minuten kassierte die Truppe, drei Gegentore. Und gleich viermal insgesamt durfte Max Kruse einschieben. Nicht nur das Ergebnis ist ein herber Dämpfer auch die Art und Weise wie die Niederlage zu Stande kam.  Die glorreiche Rechnung die vor dem Bremen-Spiel aufgemacht wurde mit drei Heimspiel-Siegen, ist nun dahin. Verschreien sollte man dennoch nichts, denn die Schanzer sind einfach unberechenbar. Das hat sich in den letzten Wochen einfach gezeigt. Garantiert ist nichts. Das Spiel gegen Bremen könnte der vorzeitige K.O. gewesen sein. Der endgültige, könnte bald folgen, sollte der FCI in Leipzig nicht dreifach punkten.

Das einzige tröstende war, das Bremen-Fans nachdem Spiel um mich herum sagten: „sie wollen gerne wieder nach Ingolstadt, da ihnen unser Stadion gefiele. Und dass sie sich den Sieg nicht verdient haben.“ Ich freute mich, ergänzte aber: „Das ist nicht sicher. und viel Glück bei der Mission: Europapokal.“ „Europapokal“ skandierten die Bremen-Fans voller Ekstase nachdem Spiel im Gästeblock.

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