Zwischen Pokalen, Historie und Geschichten – unser Besuch im deutschen Fußballmuseum

Wer aus dem Hauptbahnhof in Dortmund geht, kann es gar nicht übersehen: das deutsche Fußballmuseum. Ein großer Kasten, mit schöner Außenverkleidung erhebt sich da.

Da wir am Freitag recht früh nach Dortmund reisten, war das Ziel vor dem Spiel klar. Der Eintritt für Erwachsene kostet 12 €. Dann geht es erstmal mit einer Rolltreppe hoch in den ersten Stock, vorbei an Wandmalereien, auf denen man Fans von allen möglichen deutschen Klubs sieht, untermalt mit Fangesang oder bekannten Radio- oder Fernsehreportagen.

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Vorbei an Fans und Gesang, geht´s dann in den ersten Stock.

 

Im ersten Stock angekommen begegnet man erstmal den WM-Helden von 1954. Das Team das sensationell gegen Ungarn in Bern das Finale gewann. Die legendäre Radio-Reportage „Rahn müsste schießen…“ kennt fast jeder, der sich einigermaßen für Fußball interessiert. Hier kann man sich das Finale auch nochmal anschauen. Geht man weiter taucht man in die Geschichte des Fußballs in Deutschland ein. Von den Gründerjahren, über die NS-Zeit bis hin zur Etablierung des Frauenfußballs in Deutschland.

 

Es sind zahlreiche Pokale und Exponate ausgestellt. Beispielsweise das Trikot mit dem Oliver Bierhoff im EM-Finale 1996 das erste Golden-Goal der Geschichte erzielte. Unterlagen von Sepp Herberger, Fußballschuhe. Und dabei bin ich auf ein Stück FCI-Vereinsgeschichte gestoßen. Im Museum ist nämlich der Meisterpokal für den Deutschen Amateurmeister ausgestellt. Jenen Titel gewann der ESV Ingolstadt als Vorgängerverein des FCI, 1979.


Die zahlreichen Trophäen der Frauen sind ebenfalls ausgestellt. Außerdem kann man sich das legendäre Wembley-Tor nochmal aus verschiedenen Situationen ansehen und dann selbst entscheiden. Tor oder Nicht-Tor? Es ist ja bekannt, dass es kein Treffer war. Allerdings sollen die Bilder wohl nochmal darstellen, wie schwer es war damals zu erkennen war, ob der Ball wirklich hinter der Linie war oder nicht. Ein Raum ist dem letzten WM-Titel des DFB-Teams gewidmet. Hier befindet sich u. a. das Trikot von Philipp Lahm, der Wimpel des brasilianischen Fußballverbands vom legendären 7:1-Sieg im Halbfinale, sowie eine Urkunde der FIFA und noch vieles mehr.

 


Danach begibt man sich einen Stock tiefer. Hier wird es dann auch nochmal richtig spannend. Denn hier befindet sich u. a. die „Schatzkammer.“ Hier sind alle errungenen Pokale des DFB-Teams ausgestellt. Drei EM-Pokale und vier WM-Pokale (davon einmal noch die alte Version). Natürlich befinden sich in Dortmund nur die Replikate. Denn der originale WM-Pokal geht nie richtig in den Besitz des Siegers über. Der WM-Sieger erhält gleich nach der Siegerehrung eine originalgetreue Nachbildung. Trotzdem ist es gigantisches Gefühl, vor diesem Pokal zu stehen. Der bedeutendste Pokal der Fußball-Welt. Und einer der schönsten, wie ich finde. Und er sieht in „echt“ sogar noch größer als im Fernsehen. Die heilige Halle mit den Pokalen war sehr imposant. Danach kann man sich auf die Reise durch den deutschen Liga- und Klubfußball machen.

Es wurden Exponate aus der Zeit vor der Bundesliga ausgestellt, sowie die alte Meistertrophäe die „Viktoria“ und dann geht es weiter zum „Jetzt.“ Die Bundesliga wurde aufgeteilt in die einzelnen Jahrzehnte, mit ihren jeweiligen starken Teams und Ereignissen. Exemplarisch steht für die 2000er-Jahre die Last-Minute-Meisterschaft der Bayern oder besser bekannt unter „Schalke 04: Meister der Herzen“, den Meistertitel 2004 von Bremen und / oder den Titel der Stuttgarter, als abermals Schalke die Flatter bekam.

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Außerdem können Artisten mit Hilfe, das Tor des Jahres von Klaus Fischer per Fallrückzieher nachstellen und die Meisterschale ansehen. Und natürlich ist auch die jüngste Trophäe des DFBs bzw. der DFL ausgestellt, die Schale für die Zweitligameisterschaft. Diese errang erfolgreich der FCI 2015. Die Gravur ist deutlich zu erkennen. Also auch hier wieder Ingolstädter Fußballgeschichte.

Auch dem DFB-Pokal „Der Pokal hat eigene Gesetze“ und dem Europapokal sind eigene Ausstellungsflächen gewidmet. Die entsprechenden Pokal-Repliken sind ausgestellt. Wobei meine Liebe klar dem DFB-Pokal gehört. Ich finde diese Pokal einfach so beispiellos schön.

In der Mitte des Bereichs „Klub- und Ligafußball“ befindet sich ein runder Bereich in diesem befindet sich eine Art Karussell. Hier kann man Platz nehmen und sieht dann große Momente der Bundesliga wie tolle Tore, Paraden von Keepern oder legendär vergebene Torchancen. Außerhalb dieses runden Bereichs befinden sich dann von allen möglichen Profi-Klubs in Deutschland, Fanartikel. Auch der FCI ist selbstverständlich vertreten.

Zu guter Letzt gab es noch einen Höhepunkt. Nämlich der DFB-Teambus stand zur Besichtigung parat. Diesen kann man nicht immer im Museum sehen. Und so machten wir uns noch in den Bund und genossen den Moment, da zu sein wo sonst unsere Weltmeister sitzen.

Und dann war es schon wieder vorbei.

Wir finden, ein Besuch im deutschen Fußballmuseum in Dortmund ist absolut empfehlenswert. 12 € Eintritt sind absolut in Ordnung, für das was man geboten bekommt. Viele Exponate, tolle Erklärungen und eine beispiellose Zeitreise durch den deutschen Fußball von damals bis heute. Jedem Fußballfan oder Interessierten geht da eindeutig das Herz auf. Und alleine schon vor dem WM-Pokal zu stehen, ist einfach großartig.

 

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