Premier League, Bundesliga oder La Liga? Wer hat die beste Liga der Welt – Teil 4

Im vierten Teil dieses Vergleichs geht es dieses Mal um die Finanzen:

Bei den Finanzen muss man unterscheiden. Zum ersten in die Erlöse aus der Vermarktung (Fernsehgelder) und Sponsoren / Investoren.

Die Unterschiede zwischen Premier League und Bundesliga werden alleine schon bei den Fernsehgeldern klar. Der FC Bayern München erhielt 2016/2017 aus der nationalen Vermarktung rund 41 Millionen. Zusätzlich kommen hier noch die internationalen Erlöse dazu, dann kommen die Bayern auf insgesamt 74 Millionen Euro. Auf Platz zwei rangieren die Dortmunder mit 62 Millionen (40 Millionen national, 22 international). Im Schnitt erhält jeder Bundesligist rund 30 Millionen Euro aus dem nationalen Erlöstopf.

In England sieht die Welt ganz anders aus. Ab 2016 erhalten die englischen Erstligisten 9,5 Milliarden Euro für drei Jahre. Heißt pro Jahr über 3 Milliarden Euro. Von 2013 – 2016 flossen 3,7 Milliarden Euro. Alleine bei der internationalen Vermarktung nahm die englische Premier League 2,4 Milliarden Euro ein. Das sind unfassbare Dimensionen die vor allem im Direktvergleich noch deutlicher werden.

„In den letzten Jahren zeigten die englischen Klubs bereits eindrucksvoll ihre Zahlungsfähigkeit“

Zum Vergleich habe ich die Fersengeld-Tabelle von 2014/2015 in der Premier League hergenommen. Der Tabellenletzte Queens Park Rangers kassierte demnach 88,8 Millionen Euro. Alleine aus der In- und Auslandsmarkt bekam der Londoner Klub 68 Millionen Euro überwiesen. Heißt der Tabellenletzte in England erhält 14 Millionen Euro mehr als der FC Bayern München mit internationaler Vermarktung. Unfassbare Dimensionen. Um den nochmal die Krone aufzusetzen. Die Top Five Liverpool, Manchester City und United, Chelsa und Arsenal erhalten zwischen 127 – 135 Millionen Euro. Und Vorsicht es handelt sich hier noch um den alten Fernsehvertrag.

Wie lukrativ der Aufstieg in die Premier League mittlerweile ist, zeigt eine Schlagzeile die der Kicker am 07.05.2016 veröffentlichte. „Aufstieg Middlesbrough knackt 215-Millionen-Jackpot.“ Bezogen war diese Überschrift auf das Zweitliga-Spiel Middlesbrough gegen Brighton & Hove Albion. Es endete 1:1 und der einstige UEFA-Pokal-Finalist kehrte wieder in die erste Liga zurück. Dafür erhält Middlesbrough nach neuem Fernsehvertrag 215 Millionen Euro.

„Aus der Bundesliga wechselten zuletzt vier Spieler nach England. Für beachtliche Summen.“

In den letzten Jahren zeigten die englischen Klubs bereits eindrucksvoll ihre Zahlungsfähigkeit. Denn die englischen Klubs erhalten nicht nur großzügige Fernsehzuwendungen, sondern sind auch zumeist an Investoren verkauft. Diese investieren dann großzügig in ihre Klubs und dementsprechend auch Spielermaterial. Die Freundschaft hörte dann aber beim oder anderen Klub dann doch auf. Bei Liverpool lehnten die Fans gegen ihre Investoren auf. Dann kaufte eben ein anderer den Klub. Der Investor von Hull City wollte Klublogo und Namen gleich ändern, was auch auf wenig Gegenliebe stieß. Als Manchester United vom Investor Glazer gekauft wurde, gründete sich 2005 der Verein FC United of Manchester.

Aus der Bundesliga wechselten zuletzt vier Spieler nach England. Für beachtliche Summen. Manchester City eiste Kevin de Bruyne für 74 Millionen vom VfL Wolfsburg los. Leroy Sané wechselte von Schalke zu City für 50 Millionen. Für Granit Xhaka legte Arsenal 45 Millionen auf den Tisch. Und Mkihataryan brachte Dortmund mit seinem Wechsel zu ManU, 42 Millionen. Und erst dann kommen die Zukäufe der Bundesliga. Der Spitzen-Transfer den ein deutscher Klub getätigt hat, war der Transfer von Bayern München mit 40 Millionen. Danach führen die Bayern die Liste fort: Vidal (37 Millionen), Hummels (35 Millionen). Götze (37 Millionen), Renato Sanches (35 Millionen). In neue Sphären brach die Bundesliga erst 2007/2008 auf, als Ribery für 25 Millionen von Marseille nach München wechselte.

Die Engländer lassen es auch darüber hinaus weiter krachen. Für Paul Pogba zahlte Manchester United an Juventus Turin 105 Millionen Euro. Noch verrückter erscheint da die Causa di Maria. Manchester United kaufte den Argentinier für 75 Millionen von Real Madird. Nur ein Jahr später wechselte er für 63 Millionen zu Paris St. Germain. Auch ein denkwürdiger Transfer war der von Raheem Sterling. Manchester City war der englische Mittelfeldspieler rund 63 Millionen Euro wert. John Stones, aufstrebender Nachwuchsverteidiger wechselte mit erst 22 Jahren für 55,6 Millionen von Everton zu Manchester City. Und der 21-jährige Stürmer Martial wechselte für 50 Millionen von Monaco zu Manchester United.

Dieser Vergleich zeigt eindrucksvoll, dass die Premier League eine zahlungskräftige Liga ist. Aufgrund von Fernsehgeldern und Investoren-Geldern. Aufsteiger freuen sich über 215 Millionen Euro und können so beherzt einkaufen. Nachdem die englische Liga, Vollzug meldete mit dem neuen Wahnsinnsfernsehvertrag, fuhr einigen Bundesliga-Funktionären und auch Journalisten ein Schrecken durch den Körper. Kauft jetzt die englische Premier League die Bundesliga, leer? Hängen die englischen Klubs, die Deutschen immer mehr ab? Kann die Bundesliga überhaupt noch Top-Spieler verpflichten – bei diesen Gehaltskosten und Ablösesummen?

Die Frage ist ob es überhaupt erstrebenswert ist, jetzt auf die Engländer zu schauen und versuchen die Fernseherlöse zu toppen. Die englische Liga ist in der internationalen Vermarktung einfach schon länger der Bundesliga weit voraus.

Der neue Fernsehvertrag denn die DFL aushandeln konnte, kann sich trotzdem sehen lassen. Für die Saisons 2017/2018 – 2020/2021 fließen 4,64 Milliarden Euro. Das sind pro Saison 1,16 Milliarden Euro. Damit konnte die Bundesliga erstmal die Schallmauer der 1 Milliarde durchbrechen. Die Bundesliga präsentiert sich trotz Kluft zu England, sehr ausgeglichen und gesund. Die meisten Klubs sind finanziell solide. Nur wenige drücken hohe Verbindlichkeiten. Und wenn es große Verbindlichkeiten sind, sind die Vereine aufgrund der strengen DFL-Regularien sehr bemüht, diese bald abzubauen. Finanzielles Sorgenkind der Bundesliga aktuell ist der Hamburger SV. Hier bleibt abzuwarten wie lange sich die DFL-Zentrale in Frankfurt/Main sich dieses „bunte Treiben“ noch ansieht.

Und das ist auf das worauf es ankommt. Die Bundesligisten investieren viel Geld in Nachwuchsleistungszentren, das zahlt mittelfristig mehr aus als wilde überteuerte Millionen-Zukäufe aus dem Ausland. Die das große Geld investieren können in der Bundesliga, die tun es. Die es nicht in diesem Maß können, haben aber auch Erfolg. Die Bundesliga könnte eines Tages die lachende Liga sein, wenn das englische System irgendwann kollabiert.

Die spanische „La Liga“ konnte für die Saison 2005/2016 1,2 Milliarden Euro erlösen. In der spanischen Liga verhandeln die Klubs allerdings ihre Fernsehverträge selbst aus. Und die Spitzenklubs erhalten hochdotierte Sponsorenverträge. Im Sommer wurde bekannt das Nike künftig jährlich geschätzte 105 Millionen Euro an den FC Barcelona überweist. Real Madrid wird wohl bald bei Adidas nachfassen. Denn angeblich erhält der Europapokal-Rekordsieger „nur“ 40 Millionen. Der FC Bayern erhält von Aktionär und Ausrüster Adidas jährlich 60 Millionen Euro.

Auch die spanischen Erstligisten sparten in den letzten Jahren nicht mit mächtigen Transfersummen. Gareth Bale von Tottenham Hotspur war Real Madrid 101 Millionen Euro wert. Ronaldos Transfer von Manchester United zu Real Madrid für 94 Millionen stellte damals einen Transferrekord auf. Neymars Dienste waren dem FC Barcelona damals 88 Millionen Euro wert. Und Luiz Suarez wechselte für 81 Millionen Euro zu den Katalanen. Die Liste der Top-Transfers dominieren die beiden Spitzenklubs Real und Barcelona.

Dafür ist etwas Anderes alarmierend. Die Vereine der spanischen Liga, haben zusammen 230 Millionen Steuerschulden beim Finanzamt.

Am Zahlungskräftigsten ist die englische Liga, unabhängig davon, ob man das gut findet oder nicht. Am finanziell gesündesten sind die Vereine in der Bundesliga. Und auf wackligsten Beinen steht meiner Ansicht das System der spanischen Liga, mit Unsummen an Steuerschulden.

 

Im letzten Teil ziehe ich ein finales Fazit.

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