Es war nicht alles schlecht

Was war das gestern? Dieses Spiel einzuordnen ist schwer. 3:3, nach zweimaliger Führung und zwischenzeitlicher amateurhafter Leistung in der Defensive. Es war irgendwie Slapstick pur. Markus Karl spricht in einem Interview in unserer Stadionzeitung davon „dass es keine Gastgeschenke ist“ und unser Stürmer Nemec „ist heiß auf sein erstes Tor.“ Nemec traf doppelt und Karl machte aus drei Punkten, am Ende einen. Und wieder einmal die Erkenntnis, diesen Karl hätte man nicht  gehen lassen dürfen.
Union startete furios. Und wenn der Gegner groß aufspielt haben wir Probleme. Selbst zuhause. Doch das erste Tor erzielten wir. Nemec mit Maßarbeit den Ball in den Winkel geknallt. Heller mit einer super Flanke. Selten dass bei uns mal eine Flanke ankommt. Doch die Freude wog nur kurz. Union antwortete und führte unsere Abwehr vor. Gunesch und Matip ausgespielt und Özcan überwunden. Ohje, das konnte ja was werden. Nach der Halbzeit gab es den nächsten Schlag. Terodde sagte Danke zu Gunesch und Biliskov die ihn einschieben ließen. Es sah so aus, als würde Ingolstadt hier ziemlich verdroschen werden. Keine Anzeichen von Aufbäumen. Fehlpässe ohne Ende. Union dominierte die Schanzer wie selten eine Mannschaft in der Rückrunde in Sportpark. Die Zuschauer begannen zum Pfeifen. Trainer Oral meinte auf der Pressekonferenz, dass es nicht sein kann, dass die Zuschauer wenn es mal nicht so läuft pfeifen. In so einer Phase benötigt man Unterstützung. Aber das Ingolstädter Publikum ist ja bekannt für seine Verwöhnheit. Das bewies auch die Zuschauerzahl mit 6264. Auch gegen Tabellenführer Düsseldorf kamen wenig Zuschauer im Verhältnis (6585). Beim Derby gegen Fürth fanden immerhin über 7000 Zuschauer den Weg ins Stadion. Sieben Spiele ohne Niederlage und spannender Abstiegskampf sind scheinbar keine Beweggründe für einen Ingolstädter ins Stadion zu gehen. Nicht einmal im Derby gegen 1860 war ausverkauft. Dieses Jahr wird wahrscheinlich auch kein Spiel mehr ausverkauft sein.

Und gleich knallt´s im Winkel: Nemec zieht ab zur Führung der Schanzer

Gastgeschenke? Von Markus Karl doch nicht. Er hielt Wort und erzielte in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich. 

Aber nun wieder zum Spiel. Trainer Oral reagierte und brachte Akaichi und Caiuby. Beide erweckten das Offensivspiel aus dem Tiefschlaf. Und auf einmal wurde marschiert. Und in der 72. Minute klingelte es. Görlitz´s Flanke fand in Nemec einen Abnehmer. Der nickte zum 2:2 ein und schnürte damit seinen ersten Doppelpack in der Saison. Sechs Minuten später, war wieder im Leben auf den Rängen. Akaichi bewies Übersicht und Ballgefühl, als er zwei Unioner umkurvte und auf Buchner im Sechszehner zurücklegte. Der schob mit ein wenig Glück ein (Schuss war abgefälscht). Aber das interessierte keinen. 3:2, die Schanzer in Führung, nach etlichen Minuten der Leblosigkeit. „Eine neue Facette der Mannschaft“ habe man kennengelernt. Schon in Rostock bog die Mannschaft einen Rückstand um. Es sah alles nach einem wichtigen „dreckigen“ Sieg aus. Moral braucht man im Abstiegskampf und das Glück muss meistens erzwungen werden. Doch Glück hatten die Schanzer am Ende doch nicht. Viele gaben dem Schiedsrichter die Schuld, der am Ende der Nachspielzeit noch die Ecke ausführen ließ, die am Ende die Schanzer ins Verderben stürzen sollte. Ein Eckstoß der Eisernen fand Klinkers Kopf und irgendwie schob Karl dann aus fünf Metern den Ball über die Linie. Wie war das gleich nochmal? Keine Gastgeschenke. Ausgerechnet Karl! Der Schiri piff mit dem Tor ab. Oral gab sich als fairer Sportsmann und sagte. „Union war über das ganze Spiel gesehen die bessere Mannschaft.“
Aber es war ja nicht alles schlecht. Eine schöne Serie hat der FC04 vorzuweisen. Mit dem ersten Auswärtssieg dieser Saison wurde eine Negativserie gebrochen. Doch man tappt auf der Stelle. Luft verschaffen konnte sich das Team um Leitl und Co. nicht. Denn es bleibt eng unten im Keller. Die Schanzer gaben sich nicht auf und kamen wie Phönix aus der Asche zurück. Doch genauso wie Phönix aus der Asche, erzielte Karl den Ausgleich. Es passt ins Bild. Auch gegen Eintracht Frankfurt kassierte mit dem letzten Sekündchen der Partie den Ausgleich. Es wird bis zum letzten Spiel wohl um die Klasse gekämpft werden müssen. Es ist eher eine verhaltene langsame Punktejagd. Es müssen mehr Dreier eingefahren werden. Aktuell ist oft in Ingolstadt der Satz „Der Weg der kleinen Schritte“ zu hören. Das Spiel gegen Union war keineswegs ein Rückschritt. Aber allerdings wieder „nur“ ein kleiner Schritt nach vorne. Ein großer Schritt würde gut tun. Die Schanzer können diesen Schritt am 11. März in Dresden machen.

2 Gedanken zu “Es war nicht alles schlecht

  1. Hi,

    erst mal Glückwunsch zum „Sieg“, weil das Unentschieden muss für euch ja doch irgendwie ein gefühlter Sieg gewesen sein, wenn man sich nur den reinen Spielverlauf ansieht. Aber so ist es richtig, schön spielen bringt nichts, solange man die Tore nicht macht. Ihr habt die Tore gemacht und euch den Punkt damit mehr als verdient.

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  2. Ingolstadt scheint für Union zum Unentschieden Fluch zu werden… Die letzten beiden Spiele 1:1. Beim nächsten Mal Union gegen Ingolstadt in der Alten Försterei bin ich dabei – auf das der Fluch dann bricht – in welche Richtung auch immer :).

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