JUBELANI – Die große WM-Analyse

Fernseh-Berichterstattung
Die Fernseh-Berichterstattung übernahmen in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie der Privatsender RTL. Die ARD präsentierte ein Experten Tandem bestehend aus Beckmann-Scholl und Delling-Netzer. Das ZDF-Team wurde im Vergleich zum 2006 ordentlich durcheinander gewirbelt. Johannes B. Kerner wechselte ja dieses Jahr den Sender. Katrin Müller-Hohenstein stieß zum ZDF-Team, ergänzt mit Michael Steinbrecher der die Berichterstattung vom deutschen Team übernahm. Als Experten fungierten Oliver Kahn und Ex-FIFA-Schiedsrichter Urs Meier. Bei RTL übernahm Dortmund-Coach Jürgen Klopp neben Günther Jauch die Expertenfunktion. 2006 war Klopp beim ZDF noch Experte. Vor vier Jahren ging der Preis für die beste Fernseh-Performance ans ZDF. Bei der WM im eigenen Land, lies sich der Mainzer Sender etwas ganz besonderes einfallen. Man mietete sich das Sony Center in Berlin an und dort konnten die Zuschauer die Spiele schauen sowie den sachlichen und guten Analysen von Kerner, Meier und Klopp lauschen. Die ARD konnte eher weniger punkten. Mit einem schwachen Studio-Auftritt und nicht so starker Berichterstattung wie beim ZDF. Dieses Jahr allerdings hat sich das geändert. Die ARD mit Beckmann-Scholl und Delling-Netzer lieferte sachliche Analysen und tolle Berichte. Allen voran Netzer und Delling unterhielten die Zuschauer mit ihren tollen Analysen, gleichermaßen auch mit ihren Kleinkriegen die sich während der Übertragungen immer ausfechten. Netzer beendete seine Experten-Karriere bei der ARD nach 13 Jahren nachdem Spiel um Platz 3 zwischen Deutschland und Uruguay. Die ARD bekommt Gold, das ZDF Silber und RTL Bronze.
Die Kommentatoren-Leistungen ließen aber bei allen Sendern zu wünschen übrig. Bei vielen musste man sich fragen als Zuschauer, was reden die da eigentlich? Alle Sender bekommen für ihre Kommentatoren eine Note mangelhaft.
Sympathieteams
Ich hatte vor der WM zwei Sympathieteams. Das waren die Elfenbeinküste und Südafrika. Südafrika war mir als Gastgeber sympathisch. Und Außenseiterteams haben bei mir ohnehin große Sympathie. Die Elfenbeinküste hat sich 2006 in mein Herz gespielt. Trotz seelischer Unterstützung mussten beide Teams in der Vorrunde die Segel streichen. In der KO-Runde tat sich dann ein neues Team auf, das mein Herz höher schlugen ließ: Ghana. Die Ghanaer spielten einen tollen Fußball und schieden im Viertelfinale gegen Uruguay dramatisch im Elfmeterschießen aus! Auch weil meine Freunde damals in da Glockn für Ghana tippten, sind jetzt drei Runden für den einzigen Uruguay-Tipper fällig. Am Ende waren alle meine Sympathieteams raus. Beim Finale hielt ich  zu den Niederlanden, die ja den Kürzeren zogen. Ich hatte diesmal kein glückliches Händchen. Immerhin prophezeite ich drei Wochen vor der WM schon, das Spanien die Endrunde gewinnen wird.
Fußballerische Qualität
Diese Endrunde wird nicht als fußballerische wertvolle in die Geschichte eingehen. Die Vorrunde begann zäh. Allerdings verabschiedeten sich gleich zwei Favoriten. Mit Frankreich und Italien schieden sowohl Vize-Weltmeister als auch Weltmeister aus. Erst in der KO-Runde nahm das Turnier langsam an Fahrt auf. Allen voran Deutschland begeisterte mit tollem offensiven Fußball. England kam mit 1:4 unter die Räder und Argentinien verlor 0:4 gegen Deutschland. Spanien konnte sich den Preis als effektivste Mannschaft abholen. Acht Tore in sieben Spielen reichten der Roten Furie zum Triumph. Ein neuer taktischer Trend zeichnete sich in Südafrika ab. Fast alle Mannschaften spielten mit einer Spitze, also nur mit einem Stürmer. Dieses System dürfte das System der nächsten Jahre sein.
Deutsches Abschneiden
Deutschland hat nur den 3. Platz geholt, aber trotzdem eine super Runde gespielt. Wer hätte vor der WM gedacht, das Deutschland England mit 4:1 schlachtet und Argentinien mit 4:0 vorführt. Die Belletage des Weltfußballs staunte über Deutschland. Am Ende fehlte gegen Spanien das taktische Können sie zu schlagen. Die Mannschaft wird noch reifen, denn sie ist noch sehr jung. Sie ist noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. 2014 bei der WM in Brasilien kann Deutschland dann das Unternehmen „vierter Stern“ schaffen. Deutschland hat nun eine goldene Generation, die dank der hervorragenden deutschen Jugendarbeit herangewachsen ist.
Highlights
Die Highlights dieser WM sind beschaulich. Das erste Tor bei dieser WM war auf alle Fälle ein rauschender Beginn. Thomas Müller begeisterte mit Talent und deutschen Tugenden. Das Spiel Uruguay – Ghana, das erst im Elfmeterschießen entschieden wurde, bestach durch Spannung. Am Ende siegte Uruguay. Auch die Südamerikaner um Diego Forlan – der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde – zählten zu den Überraschungen des Turniers. Aber Thomas Müller hat allen voran dem Turnier einen Stempel aufgedrückt. Nicht umsonst holte er sich mit fünf Toren und drei Vorlagen den Titel Torschützenkönig sowie „bester junger Spieler“ ab. Es müllert wieder!
Beste Spieler
Die Spieler die dem Turnier einen Stempel aufdrückten warn: David Villa (Spanien), Thomas Müller (Deutschland), Wesley Sneijder (Niederlande) und Diego Forlan (Uruguay). Villa schoss Tore, die er selbst wohl nicht ganz fassen konnte. Sneijder war der niederländische offensive Supermotor. Müller spielte alle in Grund und Boden und Forlan war der Chef im uruguayischen Team.
Fazit
Die Fußball-WM in Südafrika war ein Event. Als spielerisch überragende wird sie nicht in die Geschichte eingehen. Aber die KO-Runde begeisterte. Vielen wird das deutsche Offensivspiel in Erinnerung bleiben. Aber am Ende trägt sich eben der Weltmeister immer in die Geschichtsbücher ein und nicht der Dritte.

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