Auf den FCI ist eben Verlass!

Und da ist es wieder: das Murmeltier. Seit dem Abgang von Ralph Hasenhüttl pflegt der FC Ingolstadt eine Tradition: den Trainer entlassen. Konstanz ist beim FCI ein Fremdwort. Und auch diese Saison wird der FCI nicht mit einem Trainer auskommen. Jeff Saibene wurde heute entlassen. Und die Frage nachdem „Warum“ ist mehr als angemessen. Die Schanzer sind mit ordentlich Sand im Getriebe in die Restrunde gestartet. In der Rückrundentabelle steht man auf Platz 15 mit zwei Siegen, zwei Remis und vier Niederlagen. Auch gegen Halle verteidigte das Team teilweise dilletantisch.

Doch warum jetzt? Bei noch elf ausstehenden Spielen? Zu Mal die Tabellensituation aufgrund einer kollektiven Schwäche in der Liga, trotzdem noch gut ist. Die Schanzer sind Fünfter und haben einen Rückstand von zwei Punkten auf den aktuellen Zweiten Waldhof Mannheim. Und nur drei Punkte Rückstand auf den Ersten MSV Duisburg. Gemessen an einem Saisonziel ist diese Entlassung in keinsterweise nachvollziehbar. Denn das Wort Aufstieg kam keinem der Verantwortlichen über die Lippen. Der Wiederaufstieg wurde nie als Saisonziel herausgegeben. Es hieß stets: sich schnell zurecht finden (hat man schnell erreicht) und oben mitspielen (tut man). Selbst nachdem man als Zweiter in die Winterpause ging, sprach keiner davon dass, man wieder aufsteigen wolle.

Außerdem war der erklärte Plan des Vereins, ja für Konstanz zu sorgen. Etwas aufzubauen mit erfahrenen Spielern und mit jungen Eigengewächsen. Seite an Seite mit den Fans. Davon ist nichts übrig geblieben. Der FCI ist wieder da, wo er war. Unruhig, unbeständig und nervös. Und jetzt hat man mal wieder in die Luft geschossen. Wieder einmal hat die sportliche Führung beim FCI nervöse Finger bekommen.

Gewiss war das viel zu lange festhalten an Stefan Kutschke, sowohl in der Startelf, als auch als Spielführer, keine gute Maßnahme. Und wahrscheinlich hat das auch für Grummeln in der Mannschaft gesorgt. Doch auch in der Hinrunde hat der FCI seine Serie der Grusel-Spiele erfolgreich überwunden. Geduld ist das Gebot der Stunde. Vor allem wenn man etwas aufbauen möchte. Vertrauen, Beständigkeit und auch Bodenständigkeit gehen mit Geduld einher.

Die Begründung in der Pressemitteilung lautet: „Trotzdem müssen wir feststellen, dass die Mannschaft in den bisherigen Partien des Jahres nicht mehr, beziehungsweise nur noch vereinzelt, an ihre Leistungsgrenze kommt. Sich mit jeder Faser gegen alle Widerstände zu wehren, darum geht es. Entsprechend haben wir leider die Überzeugung gewonnen, dass wir eine Veränderung auf der wichtigen Position des Trainers herbeiführen müssen, um dieses maximale Feuer wieder ins Team zu bringen.“

Hier wären wir wieder mal bei der Gretchenfrage. Muss ein Trainer immer für das maximale Feuer sorgen? Sollten Spieler nicht auch intrinisch (von innen heraus) motiviert sein? Hätte eine offensive Zielsetzung zur Winterpause dafür gesorgt, dass jeder Spieler ein maximales Ziel hat? Der Trainer muss schlichtweg mit dem vorhandenen Spielermaterial arbeiten. Und da ist mittlerweile auch festzustellen, dass es in fast allen Mannschaftsteilen durchaus Luft nach oben gibt. Fast jeder Spieler hat aktuell sein Paket zu tragen. Und jeder Spieler trägt auch dafür die Verantwortung sich zu steigern.  2009/2010 als die Schanzer über den Umweg Relegation aufstiegen, war das obere Drittel auch ganz schön durcheinander gewirbelt. Die Schanzer spielten am 27. Spieltag, 3:3 gegen Braunschweig und standen auf den dritten Platz. Der Rückstand auf Platz zwei betrug drei Punkte, auf den Ersten, damals Osnabrück vier Punkte. Am Ende stiegen Aue und Osnabrück direkt auf. Aue war am 27. Spieltag mit ebenfalls drei Punkten Rückstand, Fünfter.  Und wer sich an diese Saison erinnert. Hier spielte der FCI teilweise groß auf. Und verlor teilweise Spiele, wo man sich schon fragte musste: Was war denn das schon wieder? Diese Liga ist verdammt eng, konstant und ausgeglichen.

Was umso verwunderlicher ist, medial wurde der Trainer bisher überhaupt nicht in Zweifel gezogen. Niemand stellte den Coach in Frage. Klar, gab es personelle Entscheidungen die zu hinterfragen sind. Aber vor allem die Spieler, sind meiner Ansicht klar in der Pflicht. Und auch innerhalb einer Mannschaftsstruktur muss sich dann etwas bewegen. Die erfahrenen Spieler müssen die jungen Spieler führen. Das Team muss sich zusammenrotten.

Neue Besen kehren bekanntlich gut. Doch wenn der FCI am Ende nur „Dritter“ wird oder gar nicht aufsteigt, muss die Vereinsführung klar in Frage gestellt werden. Denn dann ist die Frage, für was war dieser Trainerwechsel wirklich nötig? Oder aus dem offenen Brief von „BRC08“ zu Saisonbeginn zu zitieren: „Wir wollen einen FC Ingolstadt, der wieder mit Weitblick und Beständigkeit arbeitet und dabei endlich konsequent auf den Nachwuchs-  sowohl bei den Spielern als auch bei den Trainern – setzt und diese Einstellung auch bei Durststrecken nicht sofort wieder verwirft.“ Diese Wünsche hat wohl viele Schanzer-Fans. Doch es wird wohl wieder einmal nur ein Wunsch bleiben. Der FCI bleibt sich treu. Aber leider in falscher Hinsicht. Auf das ist wenigstens Verlass.

Ein Kommentar zu „Auf den FCI ist eben Verlass!

  1. Aus meiner Sicht.
    Wo die Hausaufgaben eigentlich gemacht sein sollten, um das Thema Aufstieg, das zweifelsohne das erklärte Ziel in dieser Saison war und auch nach wie vor ist, herrscht in ingolstadt nur gähnende Leere. Zu diesem Zeitpunkt läuft in diesem Verein nicht sehr viel zusammen, ein sich jetzt trennen ist der beste Zeitpunkt den man sich in dieser Saison überhaupt hätte vorstellen können. Saibene ist mit seinem Latein regelrecht am Ende angelangt, neue Impulse die das Team dringend bräuchte, waren von ihm nicht mehr zu erwarten. Auch mit Stefan Kutschke und seiner Stammplatzgarantie, aber auch bereits mit dem festlegen als Kapitän lag er völlig daneben und hat sich keinen Gefallen getan und so im Laufe der Saison immer unglaubwürdiger gemacht. Auch wirkten seine Kommentare in der letzten Zeit mehr als fragwürdig, als er z. B. die Qualität der Mannschaft in Frage stellte, um sich zeitgleich mit dieser Aussage selbst von den Misserfolgen reinzuwaschen. Erst letzte Woche, blies er zum Sturmangriff auf die Sturmkollegen von Stefan Kutschke, als er den selbigen als großen Vorbereiter und Passgeber darstellte, um zeitgleich den Sturmkollegen die Qualität abzusprechen. Für mich klare Abnützungserscheinungen einer langen Saison die ihm langsam aber sicher entglitten ist und somit als konsequent von der Führungsriege anzusehen ist. Ich bezweifle stark, daß er noch den nötigen Rückhalt innerhalb der Mannschaft gehabt hat, umso höher ist das rasche Handeln der FCI Bosse anzusehen da dieses in der Vergangenheit, eben nie der Fall war. Jetzt noch das Duo Pätzold/Henke an die Außenlinie stellen, dann herrscht im wahrsten Sinne des Wortes so etwas wie Aufstiegs Stimmung. Das wichtigste aber es ist wäre eine eigene Handschrift der Verantwortlichen zu erkennen, die ansonsten immer einen vorgegebenen Weg gagangen sind. Also jetzt habt ihr es in der eigenen Hand, wie ihr in Zukunft von den Fans und den interessierten gesehen werdet, traut euch.

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