Wer wird der Retter? Und warum noch Hoffnung besteht auch wegen den Fuggerstädtern.

Dunkle Wolken stehen aktuell über dem Audi Sportpark. Der Blick auf die Bundesliga-Tabelle ist düster. Tabellenplatz 17. Null Siege, zwei Remis, acht Niederlagen und 7:21 Tore. Fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und sechs auf einen Nichtabstiegsplatz. Am Samstag bekam diese Schreckensbilanz noch ihr „Sahnehäubchen“. Das Derby gegen die Augsburger zeigte nochmal eindrucksvoll wie am Boden diese Mannschaft nach zehn Spielen ist. Ein ideenloser Auftritt, ohne Leidenschaft, ohne große Torchancen. Die Augsburger konnten zeitweise schalten und walten wie sie wollten. Einzig der schöne Spielzug über Lex und Cohen bot mal etwas Aufregendes. Leckies „Torschüsschen“ offenbarte mal wieder das, was eh schon alle wussten. Schnell ist der Australier ja, aber Tore schießen, dafür vermag er nicht im Stande zu sein. Das Foul das zum 1:0 führte, war unnötig und die Rote Karte von einem desolaten Levels sowieso. Die Derbypleite war einfach bitter. Die bitterste seit Jahren. Der Erzrivale feierte im heimischen Stadion. Während im nicht mal ausverkauften Sportpark die treuen Heimfans betröppelt und verzweifelt auf ihren Plätzen klebten. Auch der Zuschauerspruch (trotz schlechter Leistungen unverständlich) sinkt.

Diese Mannschaft ist bis in die Knochen verunsichert. Ein Schatten seiner Selbs

Aufopferungsvoll hat diese Mannschaft nicht gekämpft gegen Augsburg. Jedem war nach diesem Spiel klar, das war das letzte Spiel von Markus Kauczinski. Die aktuelle Situation ist aber nicht nur ausschließlich am Trainer festzumachen. Auch die Sportliche Leitung hat die Vorjahresleistung der Schanzer falsch eingeschätzt. Es wurden Spieler für ein 4-3-3 geholt. Normalerweise wird das System auf die vorhandenen Spieler zugeschnitten und nicht umgekehrt. Desweiteren glaubte man scheinbar, dass diese Truppe eine ähnliche Saison spielen kann. Das Gegenteil ist mittlerweile mehr als bewiesen. Und des Weiteren wurden wieder Spiele verpflichtet, die nicht mal ein Einsatzzeiten bekommen. Und selbst wenn, dann gleich mal wieder aus dem Kader gestrichen werden. Hier muss man auch den Trainer einen Vorwurf machen. Kein Wunder, dass teilweise die Spieler nur noch einen Hauch des Selbstvertrauens vom Vorjahr haben. Und die „Neuen“ ohnehin nie ankommen. Diese Mannschaft ist bis in die Knochen verunsichert. Ein Schatten seiner Selbst.

Nun hat die Sportliche Leitung endlich Konsequenzen gezogen und den Trainer freigestellt. Die Ära Kauczinski fand jäh ein Ende. Doch wer kommt nun? Das ist natürlich reine Spekulation. Von Medien werden Namen wie Slomka, Breitenreiter, Luhukay oder Labbadia genannt. Wer am Ende kommt. Tja, das werden wir sehen. Das ein gestandener Bundesliga-Coach allerdings die Schanzer übernimmt, bleibt fraglich. Gibt es doch Fans die, die aktuelle Lager der Schanzer als Himmelfahrtskommando bezeichnen. Heißt, da ist nicht mehr viel zu retten. Am wahrscheinlichsten ist das Michael Henke vorerst übernimmt. Henke ist der einzige Trainer der „ungeschlagen“ in seiner Bilanz stehen hat.

Doch Mut und Hoffnung macht ein Vergleich mit unseren verhassten Erzrivalen aus der Fuggerstadt

In Bochum leitete der ehemalige verlängerte Arm von Ottmar Hitzfeld ein Spiel als Interims-Chefcoach und siegte. Es war auch sein bis dato letztes Spiel als Schanzer Chef-Trainer. Ob Henke sogar die Dauer-Lösung wird – auch das ist reine spekulation. Stefan Leitl scheint als Chefübungsleiter auszuscheiden. Der aktuelle U-23-Coach macht neben seiner Trainertätigkeit den Fußball-Lehrer-Lehrgang in Köln. Diese Doppelbelastung hatte auch Trainer Wiesinger. Das Ende war bekannt. Die Schanzer standen am Tabellen-Ende. Wiesinger musste gehen. Es ist unwahrscheinlich deswegen, dass die Sportliche Leitung nochmal solch einen Weg geht. Die Erfahrungen haben bewiesen, dass das nicht funktioniert. Auch wenn Leitl gewiss ein geeigneter Kandidat wäre und auch von den Fans sofort einen Kredit hätte.

Einige geben ja bereits die Hoffnung auf. Mit zwei Punkten nach zehn Spielen ist die Messe wohl gelesen. Man könne bereits einen Haken hinter der Saison machen, mit dem Vermerk: Abstieg und die Akte ablegen. Doch so einfach ist das nicht. Klar, ist die Bilanz bisher eine Katastrophe. Doch Mut und Hoffnung macht ein Vergleich mit unseren verhassten Erzrivalen aus der Fuggerstadt. Der FCA lag in der Saison 2012/2013 nach der Hinrunde mit neun Punkten (1 Sieg, 6 Remis und 10 Pleiten) auf dem vorletzten Tabellenplatz. Zehn Punkte betrug damals der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Jeder meinte, das war´s für die Augsburger. Die gehen sicher runter. Am Ende holten die Augsburger zum Rundumschlag aus und wurden 15. mit 33 Punkten. Die Endbilanz waren acht Siege, neun Remis und 17 Niederlagen. Mit Acht und Krach reichte es zum Klassenerhalt. Mittlerweile reichen auch circa 30 – 35 Punkte um drin zu  bleiben. Selbst die Relegation wäre ein Erfolg. Zwei Endspiele wären es dann am Ende, die über die Klassenzugehörigkeit entscheiden. In den vergangenen Jahren hatten stets die Erstligisten die Oberhand, in der Fußballwelt stets kritisch beäugten Relegation.

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Mögen tun wir sie ja nicht die Augsburger. Aber wir könnten in diesem Abstiegskampf durchaus von ihnen lernen.

 
Hoffnung macht vor allem eins, dass die Schanzer bereits viele schier aussichtslose Abstiegskämpfe gedreht haben. Und womöglich auch der in der Branche bekannte Effekt eines neuen Trainers. Der Konkurrenzkampf wird befeuert, kleine Erfolgserlebnisse können das Selbstvertrauen steigern und die Neuzugänge können neu vorspielen und ihre Chance bekommen. Ohnehin hatte man den Eindruck, dass der Ex-Trainer Kauczinski sein Spiel den Spielern nicht mehr vermitteln konnte. Immer wieder wechselte er Spieler in der Startaufstellung, also Laufwege und das Zusammenspiel konnten nicht funktionieren. Wie auch, wenn ständig ein anderer Mitspieler neben einem spielt. Und er selbst sagte auch, er suche noch nach einem System. Das System hat er nicht gefunden. Denn scheinbar konnten die Spieler am Ende nicht mehr ganz folgen, nach welchem Spiel sie jetzt eigentlich über den Platz fetzen sollten.
Verloren ist gewiss noch nichts. Viel Anlaufzeit wird der neue Coach, wer auch immer es am Ende wird, nicht haben. Die nächsten wichtigen Spiele stehen bald an. Darmstadt, Wolfsburg und Bremen heißen die nächsten Gegner. Also Kellerkinder in Spe. Gegen diese müssen Siege her um sich Luft zu verschaffen. Abgerechnet wird am 34. Spieltag oder nach zwei Relegationsspielen. Verloren ist noch nichts. Aber es müssen Ergebnisse her, egal wie. Dann lockert vielleicht der dunkle Himmel über dem Sportpark auf.

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