Die Schanzer müssen jetzt liefern!

Platz 15, 2:8 Tore und ein Punkt aus vier Spielen. Das ist ein definitiv ein Fehlstart nach Maß. Die Spieler sprechen davon „sich zu Belohnen zu wollen für den Aufwand.“ So nach Krise hört sich das alles nicht an. Die Zahlen sagen aber soweit etwas Anderes.

Nach der 0:2-Niederlage zuhause gegen die SG Eintracht Frankfurt, muss man besorgt sein. Und zwar nicht nur, aufgrund des aktuellen Tabellenstands. Nachdem die Schanzer als Außenseiter in München befreit aufspielten und die Münchner sogar schlagen hätten müssen, folgte gegen die stark gestartete SGE eine schwache Leistung. Nach einem Spielauftakt wie die Feuerwehr, bauten die Schanzer, Minute für Minute immer mehr ab. Die SGE fand besser ins Spiel und schlug vor und kurz nach der Halbzeit eiskalt zu. Die Offensivbemühungen der Schanzer waren behäbig und mit wenig Durchschlagskraft. Außer mit Halbchancen brachte der FC04 die Eintracht kaum in Gefahr. Vier Stürmer bot Trainer Kauczinski auf um scheinbar mit allen Offensivkräfte vorhanden sind, die SGE ordentlich unter Beschuss zu bringen. Das gelang nicht. Die Stürmer Lezcano, Hinterseer, Hartmann und Leckie standen sich teilweise gegenseitig im Weg. Was auch daran lag, dass die Schanzer noch nie mit vier Stürmern aufliefen. Über die Außen kam viel zu wenig Druck. Nachdem 2:0 folgte auch keine Reaktion der Mannschaft. Verzweifelt und ohne Konzept versuchten die Schanzer irgendwie noch ins Spiel zurückzukommen. Doch das gelang nicht. Laufleistung und Kampf stimmten zwar. Aber damit alleine gewinnt man eben keine Spiele in der deutschen Elite-Liga.

Bilder: Roland Geier

Nachdem 1:1 in Hamburg, einem 0:2 gegen Hertha BSC Berlin, einem 1:3 in München und dem 0:2 gegen die SGE. Müssen jetzt Punkte folgen. Einzig die kapitalen Fehlstarts von Schalke 04 und Werder Bremen (beide punktlos), sowie dem HSV (1 Punkt) verhindern aktuell, dass man nicht unter beiden Strichen in der Tabelle landet. Doch sich auf die anderen Mannschaften zu verlassen, ist ohnehin die falsche Lösung. Am Samstag müssen die Ingolstädter zur Borussia aus Möchengladbach. Ein starker Gegner, der zuletzt aber auch immer wieder Federn lassen musste. Was für die Schanzer spricht, gegen offensive Mannschaften taten sich die Schanzer schon immer leichter. Sie konnten kontern, munter mitspielen und sogar gewinnen. In Gladbach gab es damals mit „Shit-Chat“ ein 0:0. Zuhause wurde der Champions League-Teilnehmer und mehrfache Deutsche Meister mit 1:0 bezwungen. Es waren die sogenannten Festspielwochen der Schanzer, denn eine Woche vorher wurde noch Schalke 04 mit 3:0 geschlagen. Doch das war letzte Saison. Und jeder der dachte, diese Runde wird leicht, der hat sich gewaltig getäuscht. Von Anfang an, war klar, dass die Schanzer wohl bis zum 34. Spieltag um den Erhalt der Klasse kämpfen müssen. Doch diese Tatsache, kann nicht der Grund sein, dass man jetzt einfach sagt: „Das wird schon.“ Klar sind Darmstadt und Augsburg mit ihren vier Zählern nur einen Sieg entfernt. Doch einen Sieg im Borussia-Park muss der FC04 erstmal einfahren. Danach kommt die TSG aus Hoffenheim und dann geht es zu einem aktuellen richtig starken 1. FC Köln. Kein leichtes Programm. Zumal damit zu rechnen ist, dass Schalke bald punkten wird. Auch wenn Bremen und Hamburg aktuell teilweise zweitligawürdige Leistungen abliefern, werden diesen Teams auch irgendwann Siege gelingen. Zumal beim HSV höchstwahrscheinlich bald ein neuer Coach auf der Bank sitzt. Und bei Bremen ein neuer Trainer ebenfalls im Anmarsch ist.

Beruhigend wirkt einzig, dass die Schanzer schon die aussichtlosesten Lagen in ihrer Vereingeschichte gelöst hat. Man erinnere sich an fast alle Zweitliga-Saisons. Am Ende schafften man immer irgendwie den Klassenerhalt. Doch ein Zweitliga-Abstiegskampf ist auch nicht so schwer zu führen, wie einer in der ersten Liga. Rauszukommen, wenn der Rückstand aufs rettende Ufer wächst ist schwer. In den vergangenen beiden Spielzeiten gab es immer ein Foto-Finish. Einmal schaffte es Stuttgart noch mit Ach und Krach, Paderborn ging Runter mit Freiburg. Das andere Mal, hielt Bremen am letzten Spieltag die Saison, Stuttgart ging runter und die SGE kam in die Relegation.
Egal wie man es dreht oder wendet. Die Lage bei den Schanzern ist sehr, sehr angespannt. Offensiv keine Durchschlagskraft und defensiv alles andere als sattelfeste Leistungen, lassen sich auch darauf zurückführen, dass die Spieler vielleicht noch Zeit brauchen sich auf die Spiel-Idee des neuen Trainers einzulassen. Doch Zeit haben die Schanzer aktuell keine. Die Schanzer sind ein Kellerkind. Das war klar. Aber der Saisonstart ist verkorkst. Das war weder gewollt, noch unbedingt vorhersehbar. Der FC Ingolstadt muss nun liefern. Punkte, egal wie. Egal ob mit Shit-Chat, Glück oder Last-Minute-Siegen. Nur Punkte und Siege können die Situation nun entscheidend verbessern. Oder wie es in der eigenen Kampagne „Wir spielen euch nichts vor“ heißt: Fußball kein Tiki-Taka! Sonst wird die Luft sehr schnell, sehr dünn, im Keller der Liga.

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