FC Ingolstadt – was ist nur mit dir passiert?

Die Schanzer hätten es so einfach haben können. Nachdem Heimsieg gegen den VfL Bochum am 25. Spieltag lautete die Überschrift meines Blogs „Nur noch 5“. Also nur noch fünf Punkte bis zum Saisonziel: 40 Punkte – absolut sicherer Klassenerhalt. Vom weg der kleinen Schritte ist aktuell nichts zu sehen, den Trainer Oral immer ausgibt. Wenn dann sind diese angekündigten kleine Schritte, immer größere Rückschritte die das Team macht. Selbst wenn das Team am Sonntag in Aue den Klassenerhalt am 33. Spieltag sichern sollte. Muss sich die Mannschaft und auch die Sportliche Leitung die Frage gefallen lassen, warum gelang es dem Team einfach nicht früher?

Nachdem Sieg gegen den VfL Bochum wären es nur noch fünf Punkte bis zum Klassenerhalt gewesen. 

Die Saison begann vielversprechend für den FC Ingolstadt 04. Zwischenzeitlich war die Chance groß auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Die Mannschaft präsentierte sich vor allem in der Chancenauswertung effektiv. Spielerisch war allerdings bei der Mannschaft noch Luft nach oben. Die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte sorgte für positives Aufsehen. Die Sportmedien sahen den FC Ingolstadt schon in der Geheimfavoriten-Rolle. Doch immer wieder verpasste die Mannschaft den Sprung weiter nach oben. Der Bruch in der Leistungskurve der kann bereits am 15. Spieltag verzeichnet werden. Gegen den SV Sandhausen lieferte der FC04 den ersten „schaurigen“ Heimaufritt. Weitere sollten folgen. Die Hinrunde wurden mit zwei Niederlagen zu Ende gespielt. 1:2 zuhause gegen Aue und 1:0 in Köln.
Gleich zu Beginn der Hinrunde konnte die Mannschaft nicht an den Beginn der Hinrunde anschließen. Es begann mit zwei Remis in Cottbus und gegen den FC St. Pauli. Auswärts setzte es in Bornheim eine Pleite. Gegen Paderborn stellte man sich zum ersten Mal die Frage: FC Ingolstadt 04 was ist los mit dir. Eine Heimleistung bei der es an allen Ecken und Enden fehlte. Ablesbar war das am Besten am Spielstand: 1:3. Neuzugang Micanski zeigte gegen Paderborn eine engagierte Leistung, doch es fehlte das letztlich an der Durchschlagskraft.
Das die Nerven im Team ein bisschen blank liegen zeigten just zwei Platzverweise. Caiuby sah Gelb-Rot. Stefan Leitl bekam nach einer Tätlichkeit kurz vor Ende des Spiels eine 3-Spiele-Sperre aufgebrummt. Nachdem Auftritt in der Alten Försterei gegen Union Berlin, verschoss Micanski auf leichtsinnige Art und Weise einen Elfmeter. In der Nachspielzeit schoss lupfte er den Strafstoß an die Latte. So hieß es am Ende 1:1, statt 1:2. Der Elfmeter ging durch die Zeitungen. Micanski wurde degradiert und bekam eine „Denkpause.“ Nachdem 1:1 gegen Dynamo Dresden kam ein Spiel auf die Fans natürlich lange warteten. Das Oberbayerische Derby gegen die Feinde von Giesings Höhen. Vor allem freute mich auf dieses Spiel, da an diesem Tag meinen Geburtstag hatte. Vor dem Spiel kündigte Trainer an: „Offensiven Fußball“ spielen zu wollen. Doch die erste Halbzeit war eine Zumutung. Beide Teams spielten keinen guten Fußball. Von den Schanzern hatte man sich bei einem Derby wesentlich mehr erwartet. Die Ankündigung des Trainers wurde nicht mal annähernd umgesetzt. Am Ende sprang noch ein 1:1-Remis dabei heraus. Die spielerische Leistung bleibt trotzdem in Erinnerung. Die Befreiung folgte am 25. Spieltag. Als die Schanzer endlich mal wieder einen Sieg feiern konnten. 2:1 gegen den VfL Bochum. Wer mit einer Rückkehr in die Startelf von Stefan Leitl rechnete, sah dich getäuscht. Leitl kam in der 75. Minute ins Spiel. In Kaiserslautern zeigte die Mannschaft zwar eine engagierte Leistung, doch musste sich einem doch cleveren FCK mit 3:0 geschlagen geben. Hinten standen die Schanzer lange gut. Doch nach vorne war von Offensiv-Fußball, eins ums andere Mal nichts zu sehen. Leitl, eine der erfahrensten Spieler im Team, sah wieder bis zur 59. Minute von der Bank aus seinen Kollegen zu. Auf die Frage hin, nach der Pressekonferenz an Oral, warum Leitl nicht in der Startelf stand antwortete er: „Er war drei Spiele wegen einer Roten Karte gesperrt und muss sich eben hinten anstellen.“

Stefan Leitl wurde nach seiner Rot-Sperre aus der Startelf verbannt und wurde immer wieder eingewechselt. Auch Karl-Heinz Lappe wusste nach seiner bärenstarken Leistung in Frankfurt-Bornheim nicht was um ihn geschah, als er im nächsten Spiel gar nicht mehr im Kader stand. 

Am 19. März ging dann die Bombe hoch. Stefan Leitl verkündete via Facebook seinen Abschied vom FC Ingolstadt 04. Er werde am 1. FC Köln sein letztes Pflichtspiel für die Schanzer absolvieren. Die Fans reagierten überrascht und schockiert. Schon bevor der Verein eine Pressemitteilung veröffentlichte, kam Leitl damit an die Öffentlichkeit. Der langjährige Kapitän und Leistungsträger beim FC04 erhielt keinen Vertrag mehr. Den Tiefpunkt der bisherigen Saison läuteten die Schanzer dann beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg ein. Mit einer wirklich Abgrund tief schlechten Leistung verloren die Schanzer mit 0:1. Wieder eine schlechte Heimleistung, wieder die Chance auf den frühzeitigen Klassenerhalt vertan. Der Weg der kleinen Schritte wurde immer mehr zum Weg der großen Rückschritte. Um Wiedergutmachung bemüht und sich bewusst, dass es nicht so weitergehen kann, reiste Ingolstadt zum Aufsteiger VfR Aalen. Mit dem VfR hatte das Team noch eine Rechnung offen. Im DFB-Pokal setzte eine herbe 0:3-Pleite. Die Mannschaft spielte engagiert, musste sich aber letztlich 2:1 geschlagen geben. Das 2:1 bescherte dem VfR Aalen den ersten Heimsieg seit 04. November 2012. Stefan Leitl schmorte währenddessen weiter auf der Bank und wurde wie in den Spielen zuvor eingewechselt. Von einem Zerwürfnis zwischen Kapitän und Trainer war die Rede. Und der Verdacht verstärkte sich immer mehr. Gegen die Hertha aus Berlin stand Leitl wieder auf dem Platz. Und belebte das Spiel merkbar. Die taktisch disziplinierte Leistung machte dem designierenden Aufsteiger ordentliche Probleme. Ingolstadt ging in Führung, verpasste aber zu erhöhen und musste so noch einen Gegentreffer hinnehmen. Damit gelang den Schanzern immerhin die Aufstiegsfeier der Hauptstädter um eine Woche zu schieben.

Gegen Hertha BSC Berlin zeigte der FC Ingolstadt seine beste Saisonleistung. Auch Stefan Leitl stand wieder auf dem Platz, der bekanntgab gegen den 1. FC Köln sein letztes Spiel zu bestreiten. 

Aufwärts ging es dann beim Donaustadt-Derby in Regensburg. Zwar zeigten beide Teams keine spielerische Meisterleistung. Der zweite Derbysieg gegen den Jahn in dieser Saison, stimmte viele Fans versöhnlich. Wären da nicht die Partien gegen Braunschweig und Sandhausen gewesen. Der Klassenerhalt war wieder einmal zum Greifen nah. Der BTSV kam mit der klaren Zielsetzung: Aufstieg feiern. Die Schanzer präsentierten sich nicht schlecht, aber mit zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive. Ein spätes Freistoß-Tor eröffnete den Aufstiegsjubelreigen im Sportpark.

Feierten nach 28 Jahren ihren Bundesliga-Aufstieg, in Ingolstadt

Beim SV Sandhausen sollte es dann aber klappen. Bereits am Fernseher abgestiegen, zeigten auch hier die Schanzer wieder ihr unschönes Gesicht. Am Ende stand  es 3:1 für den SVS. Rechnerisch könnten wir noch auf den Relegationsplatz abrutschen. Doch von diesem Szenario möchte keiner Gebrauch machen. In der Mannschaft soll sich bloß nicht der Gedanke breit machen, dass ein Sieg in Aue alles versöhnlicher gestalten würde. Es stellt sich trotzdem die große Frage, warum lies sich das Team in der Rückrunde so gehen. Klar ist, die Mannschaft braucht dringend Verstärkungen. In der Offensive präsentiert sich das Team zu oft, zu zögerlich, zu ängstlich. Keine Durchschlagskraft. Das Team muss ohnehin einen Ersatz für Stefan Leitl suchen. Er wird eine Lücke reißen ins ohnehin schon sehr wacklige Mittelfeld. Pascal Groß auf der Sechs bekam viel Kritik, allerdings ist er effektiver als Zehner oder als Außenbahn-Spieler. Er wird auf der Sechs schlichtweg „verheizt.“ Auch die zeitweise anhaltende Degradierung des Leitwolfs Stefan Leitl sorgte für unnötige Unruhe im Mannschaftsgefüge. Die Schanzer sind mittlerweile die dritt schlechteste Rückrundenmannschaft im Unterhaus. An der guten Hinrunde können die Ingolstädter bis heute zehren. Sonst wäre die Richtung eher weit nach unten gegangen. Auch das Audi nun das Stadion kaufte ist ein Vorzeichen. Audi drängt wohl immer mehr in die Machtposition beim FC Ingolstadt.
Was aufgrund der vielen schwachen Auftritte keinen wundern sollte. Die Saison hätte eine richtig gute wäre gewesen, wäre diese schlechte Rückrunde nicht gewesen. Die Mannschaft hangelte sich von einem schwachen Auftritt zum nächsten. Von Unruhe im Mannschaftsgefüge ist die Rede. Das Saisonziel kann das Team mit einem Sieg in Aue erreichen, doch diese Spielzeit muss genau analysiert werden. Und es müssen Konsequenzen gezogen werden. Denn der Geduldsfaden wurde bereits oft genug erheblich strapaziert. Vom Aufstieg in Liga eins und einer Rolle als Geheimfavorit sollte die nächste Zeit keiner reden im Sportpark. Sonst haben wir die Lacher auf unsere Seite! Es muss vieles noch passieren beim FC Ingolstadt 04, damit endlich wieder Ruhe einkehrt.

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