Interview mit Andreas Buchner: "Wir wussten dass wir die Qualität haben"

Nachdem Schlusspfiff gegen den VfL Osnabrück führte Maxl Randelshofer ein Interview mit Andreas Buchner. Über die Saison, seine Verletzungszeit und seine Rolle als Publikumsliebling des FC Ingolstadt 04.


Andreas, der Saisonstart war denkbar schlecht, zwei 1:4-Niederlagen gegen Augsburg und Duisburg. Die Hinrunde war katastrophal. Und in der Rückrunde gegen Karlsruhe ist endlich der Knoten geplatzt. Was ist deine Erklärung dafür, dass die Mannschaft nochmal so aufgestanden ist, nachdem sie eigentlich totgeglaubt war?
Andreas: Wir haben uns von außen nicht beeinflussen lassen. Wir wussten dass wir die Qualität haben um die Klasse zu halten. Wir haben verstanden, dass wir es nur miteinander es schaffen und sind so zusammengewachsen. So hat sich das eine zum anderen ergänzt. Dann gab es natürlich die Erfolgserlebnisse. Vor allem im Spiel gegen Karlsruhe, das war ein Schlüsselspiel. Wo es endlich für uns gelaufen ist und wir haben uns dann in einen Rausch gespielt. Man hat gemerkt, wie sich jeder auf dem Platz bewegt hat und den Ball gefordert hat. Und das ist jede Woche immer besser geworden und deswegen haben wir auch die Erfolgsserie gestartet, bis wir gerettet waren.

Wie sehr hat es dir wehgetan, nach deiner Verletzung gegen Fortuna Düsseldorf nicht auf dem Platz stehen zu können. Vor allem als das Team nun so einen Erfolg hatte?
Andreas: Ich habe mich in dieser Zeit sehr gut gefühlt und war voll im Saft. Und dann kam diese blöde Verletzung. Mir persönlich hat es sehr geholfen, dass die Mannschaft dann erfolgreich war. Ich habe mich leichter in der Reha getan, der Kopf war freier. Natürlich ist ein Wehmutstropfen dabei, wenn man in dieser Phase nicht spielen kann. Aber jeder ist da in die Presche gesprungen. Da hat sehr viel Spaß gemacht, von außen zuzuschauen. Mir hat es Spaß gemacht, der Mannschaft den Rücken zu stärken oder für gute Stimmung zu sorgen, als ich dann nach fünf, sechs Wochen wieder am Trainingsgelände war. Und jetzt machen wir erstmal Urlaub und dann freuen wir uns auf die neue Saison. Ich hoffe, dass wir besser starten, was für ein Potenzial in die Mannschaft hat, hat sie ja in den letzten zwei Monaten ja gezeigt.


Was war für dich das tollste Spiel und schönste Tor, das du diese Saison erzielt hast?
Andreas: Ich habe nur drei Tore geschossen. Das schönste Tor, war das gegen die Münchner Löwen. Das war natürlich ein Erlebnis vor ausverkauftem Haus. Der einzige Wertmutstropfen war das Ausgleichstor in der letzten Minute. Aber von solchen Spielen haben wir uns ja erholt. Und wir haben nicht mehr so viele späte Gegentore bekommen. Denn wenn wir nicht so viele späte Tore bekommen hätten, wären wir gar nicht so tief in den Abstiegskampf geraten.



Wie hast du die Saison im neuen Stadion erlebt? Im neuem Schmuckkästchen dem Audi Sportpark?
Andreas: Erst einmal muss man sagen, was der Verein und die Sponsoren geleistet haben, großes Kompliment dafür. Man hört nur positive Resonanzen. Es ist eine ganz andere Atmosphäre als im Tuja-Stadion, das ist jetzt richtiger Profi-Fußball. Die Leute müssen nicht mehr nach München oder Nürnberg fahren. Wir haben hier ein superschönes Stadion. Und wenn Erfolg da ist und die Mannschaft seine Leistung zeigt, dann sieht man wie viele Zuschauer kommen. Die Leute nehmen das immer mehr an. Und wir hatten in den letzten Heimspielen über 10.000 Zuschauer. Wir müssen den Grundstein von selbst legen und der Rest kommt von alleine. Ich war in der ersten Halbzeit mit Sebastian Zielinsky und Marvin Matip im Fanblock und da geht es schon ab.


Was ist dein persönliches Ziel für die neue Saison?
Andreas: Ich möchte erst einmal topfit werden, damit ich wieder auf mein Leistungsniveau komme. Mein Ziel ist, wenn ich fit bin, mich jeden Tag besser zu werden und eine Schippe drauf zu packen. Ich will die Vorbereitung verletzungsfrei überstehen, Gas geben und mich dann wieder an die Mannschaft rankämpfen. Und ich hoffe, ich bekomme meine Chance wieder.





Du bist der Publikumsliebling in Ingolstadt. Wie hast du es geschafft, trotz dieses Hypes auf dem Boden zu bleiben? 
Andreas: Dass wird von außen auch sehr viel herangetragen. Es freut mich natürlich, dass ich bei den Leuten gut ankomme. Wenn ich gefeiert werde, ist mir das doch ein bisschen unangenehm, weil die Mannschaft im Vordergrund steht. Ich hatte ein gesundes Elternhaus, bin so erzogen worden und habe fünf Jahre bei Audi gearbeitet. Ich weiß dass natürlich zu schätzen, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben, in diesem tollen Stadion. Profifußball und 2. Liga spielen zu dürfen. Ich genieße diese Zeit, Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, es geht so schnell nach unten, wie es nach oben gegangen ist. Jetzt werde ich mit Sicherheit nicht mehr abheben. Das sind aber Grundwerte, andere zu akzeptieren, dass schätzen zu wissen, was man hat. Und einfach dankbar dafür zu sein.

Möchtest du noch ein paar Worte an deine Fans wenden?
Andreas: Danke an alle Fans, die uns die ganze Saison über unterstützt haben. Trotz der schlechten Hinrunde, hat uns der Kern immer unterstützt, das war sehr wichtig. Wir sind da nur zusammen rausgekommen. Ich hoffe dass wir in die nächste Saison so starten, wie wir diese beendet haben. Auch danke für die ganzen Glückwünsche, als ich mich verletzt habe, das hat mich riesig gefreut. Das hat meinen Kopf befreit als mir jeder seine aufmunterten Worte zugesagt hat.
(ramax)

Der Lautsprecher Blog bedankt sich für eine nervenaufreibende und doch am Ende versöhnliche Saison mit dem FC Ingolstadt 04.
Danke an alle Unterstützer, Fans und Leser des Blogs!
Macht weiter Werbung. Und bald starten wir wieder durch, wenn es wieder heißt: FC Ingolstadt 04, 2. Liga – uns wieder keiner los – die II.
Danke!

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