PROsports – Bance verpasst Ingolstadt den späten Knockout (3:4). Neuer Trainer Horst Köppel offiziell vorgestellt

Fotos: Randelshofer/Geier, Text: Randelshofer
Enttäuschung und Ernüchterung herrschte nachdem Spiel. Der FC Ingolstadt ist wieder denkbar knapp an einem Dreier vorbei geschrammt. Gegen den Aufstiegsfavoriten 1. FSV Mainz 05, verlor man knapp mit 3:4..
Vor der Partie wurde viel über die „Trainersuche“ beim FC04 gerätselt. Trainernamen wie Toppmöller, Kurz oder Bommer wurden gehandelt. Der neue Trainer wird am Sonntag auf der Tribüne sitzen, lies der Verein von seiner Seite verlauten. Auf der Trainerbank saßen Michael Wiesinger und Heiko Vogel. Aber auf der Tribüne nahm ein anderer Platz. Horst Köppel, wurde nachdem Spiel als neuer FC Ingolstadt Trainer vorgestellt. Der ehemalige Bundesligacoach von Borussia Mönchengladbach, rettete damals „die Fohlen“ vor dem Abstieg in Liga 2, unmittelbar vor Saisonende. Wenn Köppel den Klassenerhalt schafft, wird sein Vertrag verlängert. (Mehr zum neuem Trainer nachdem Spielbericht und den Stimmen)
Die Ausrichtung der Mannschaft wurde geändert. Die Schanzer spielten mit einer Doppel-Sechs mit Karl und Metzelder. Hinter den Spitzen Wohlfahrth und Lokvenc, spielte Andreas „Zecke“ Neuendorf.

Kein Foul von Lokvenc, beim 2:0, das nicht gegeben wurde.

In den ersten 20 Minuten des Spiels, passierte nicht viel. Aber dann kam das Spiel langsam in Fahrt. Bance hatte die erste Torchance des Spiels (22.) durch einen Kopfball. Vier Minuten später, durften die Ingolstädter Fußballfans zum ersten Mal jubeln. Michael Wenczel köpfte nach einer Ecke von Zecke Neuendorf zum 1:0 ein. Die Partie war durch viele Zweikämpfe geprägt. Besonders der FC Ingolstadt ackerte, man merkte den Willen der Mannschaft deutlich. In der 32. Minute rückte der Schiedsrichter wieder in den Spielmittelpunkt. Michael Wenczel warf weit ein und Mainz´s Schlussmann Wache, haute sich das Ding selbst rein. Er wollte den Ball abwehren, allerdings wurde die geplante Parade zur Beihilfe zum 2:0. Doch der Schiedsrichter pfiff aufgrund eines Fouls von Vratislav Lokvenc ab. Eine Fehlentscheidung! Auch die Fernsehbilder belegen, dass Lokvenc den Torwart nicht foulte. Eine Minute später, bekam der FC04 dann Ausgleich. Soto flankte per Freistoß zu Noveski, der zum 1:1 einköpfte. Wieder ein Standardgegentor für den FC Ingolstadt. Kurz vor der Halbzeit hätte Mainz sogar noch in Führung gehen können (44.) Nach einer Flanke von Baljak, köpfte Bancé an die Latte. Glück für Ingolstadt.

Setzen zwischenzeitlich eine eher enttäuschendere Mine auf: Sportdirektor Harald Gärtner, Neu-Trainer Horst Köppel und Vorstandsvorsitzender Peter Jackwerth

Nach der Halbzeit holte Mainz abermals aus. Baljak lies zwei Ingolstädter Verteidiger an der Strafraumgrenze stehen, dann zog er halblinks ab. Torwart Michael Lutz war beim Schuss zum 2:1 ohne Chance. Kurz darauf, war es wieder Baljak, der ein Tor erzielen hätte können. Doch diesmal schoss der Stürmer, von der Strafraumgrenze aus knapp übers Tor. Michael Wiesinger wechselte doppelt. Für Karl kam Jungwirth und für Rama, Leitl. Stefan Leitl übernahm (54.) dann die Kapitänsbinde von Markus Karl. Ingolstadt nahm nicht den Wind aus den Segeln und spielte weiter munter drauf los. Die kämpferische Leistung stimmte diesmal, das machte sich auch auf dem Platz bemerkbar. Michael Wenczel wirft ein, alle Spieler im Mainzer Strafraum ging das zu schnell und dann schiebt Zecke Neuendorf aus sieben Metern zum 2:2-Ausgleich ein.

Jubelte über das 2:2: Zecke Neuendorf

Dann zeigte Ingolstadt, seine Moral. Zecke Neuendorf spielt einen langen Ball zu Wohlfahrth in den Strafraum, der köpft zurück zu Lokvenc. Der Tscheche hat erst Schwierigkeiten den Ball zu halten, die Chance war schon vorbei. Doch dann bleibt Lokvenc dran und erzielte eiskalt das 3:2 für Ingolstadt. Die Partie stand nun auf Messers Schneide. In der 66. Minute, gab es eine Ecke für Ingolstadt. Diese führte der überragend spielende Zecke Neuendorf aus. Der Ex-Berliner wurde mit „Zecke, Zecke“ Sprechchören gefeiert. Seine Ecke, fand den Kopf von Wohlfahrt. Doch Mainz Keeper Wache konnte abwehren. Drei Minuten später, wurde Zecke ausgewechselt. Für ihn kam Matthias Schwarz in die Partie. Der FC Ingolstadt war nun am 4:2 näher, als der 1. FSV Mainz am Ausgleich. Stefan Leitl (68.) startete auf Höhe der Mittelinie ein Solo und lies gleich zwei Mainzer stehen. Im Sechzehner spielte der Mittelfeldspieler quer zu Lokvenc, allerdings verpasste der Tscheche nur knapp. Das hätte das 4:2 sein müssen, das wäre die Entscheidung gewesen. Die 5200 Zuschauer hatten schon den Jubelschrei auf den Lippen.

Vergab die Chance aufs 4:2: Vratislav Lokvenc

Doch jenen Jubelschrei, liesen die mitgereisten Mainzer Fans eine Minute später raus. Baljak erzielte nach einem Luftloch von Neunaber aus 16 Metern das 3:3. Damit war die Partie wieder vollkommen offen. Ingolstadt sichtlich geschockt, ging langsam die Kräfte aus. Ralf Keidel kassierte in der 76. Minute eine Gelbe Karte, für ein hartes Foul, das nah an der Grenze zu Rot war. Ingolstadt hoffte noch auf einen Punkt oder noch auf ein Tor. Doch Bancé zerstörte fünf Minuten vor Schluss die Träume auf ein Remis oder auf einen Sieg! Wie aus dem Nichts, köpfte Bancé zum 4:3 für Mainz ein. Das war der Sieg. In den restlichen Minuten gelang dem FC04 kein richtiger Angriff mehr. Nachdem Schlusspfiff, war die Enttäuschung sowohl bei Spielern und Verantwortlichen groß. Der FC Ingolstadt hätte sich diesen Sieg verdient gehabt. Doch zwei dumme Fehler kosteten den Sieg. Für Aufersehen sorgte noch Malte Metzelder, er flog mit Gelb-Rot in der Schlussminute noch vom Platz.

Michael Wiesinger (Interimstrainer, FC Ingolstadt) nachdem Spiel: „Das war ein bitteres Spiel für uns. Es war ein einziges auf und ab. Wir hatten die riesen Chance zum 4:2. Doch jetzt stehen wir mit leeren Händen da, die Jungs sind jetzt sehr geknickt. Wir haben viel investiert, mit viel Leidenschaft gespielt. Allerdings brauchen wir uns nichts vormachen, wir haben zwei dumme, haarsträubende Fehler gemacht, die uns den Sieg gekostet haben.“

Jan Andersen (Trainer, 1. FSV Mainz 05) nachdem Spiel: Wir haben ein reisendes Spiel gesehen. Wir haben viel investiert am Anfang, wurden aber nicht belohnt. Wir sind in Rückstand geraten, was allerdings unverdient war. Wir sind aber vor der Halbzeitpause nochmal zurückgekommen, was die Moral meiner Mannschaft zeigt. Wir haben diesen Dreier gebraucht. Der FC Ingolstadt, darf in Nürnber ruhig gewinnen, denn das wäre gut für uns.“


Nach der Pressekonferenz, wurde der neue Trainer im Rahmen einer weiteren PK vorgestellt. Horst Köppel (ehemals Mönchengladbach) wird ist nun neuer Übungsleiter des FC Ingolstadt. Er will mit dem FC Ingolstadt die Rettung schaffen. Bei der Pressekonferenz sagte er: „Das was ich im Spiel gesehen habe, darauf kann ich aufbauen. Ich möchte mit dem FC Ingolstadt die Rettung schaffen.“ Michael Wiesinger wird neuer Co-Trainer, Heiko Vogel zweiter Co-Trainer. „Mit dieser Leistung, kann man in Nürnbeg was holen“, lies Trainer Köppel verlauten. Als nächstes muss der FC Ingolstadt ins E@sy-Credit-Stadion nach Nürnberg. Danach kommen zwei Heimspiele gegen Rot-Weiß Ahlen und den FC St. Pauli.

FC Ingolstadt 04: Lutz (3) – Keidel (2,5), Neunaber (4), Fink (3), Wenczel (1,5) – Karl (4,5) (54. Jungwirth/ 3), Metzelder (3), Rama (4,5) (54. Leitl/2,5), Neuendorf (1,5) (69. Schwarz/ 3,5) – Wohlfahrth (4,5), Lokvenc (2)
1. FSV Mainz 05: Wache, Noveski, Hoogland, Baljak, Soto, Karhan, Amri, Bance, Löw, Bungert

Tore: 1:0 (26.) Wenczel, 1:1 (33.) Noveski, 1:2 (49.) Baljak, 2:2 (59.) Neuendorf, 3:2 (64.) Lokvenc, 3:3 (69.) Baljak, 3:4 (85.) Bancé

Gelbe Karten: Metzelder, Keidel, Wohlfahrth, Baljak
Gelb-Rote Karte: Metzelder (90.)
Zuschauer: 5217

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