Präsidium: die besten Ideen sollen gewinnen

Peter Jackwerth wurde reich mit seiner Zeitarbeitsfirma Tuja und ist der Gründervater des FC Ingolstadt 04. Er war einer der Hauptbeteiligten der Fusion der Fußballabteilungen des ESV und MTV Ingolstadt die 2004 in der Gründung des FC Ingolstadt mündete. 

Seine Verdienste um den Klub sind unbestritten. Doch nun kommt es zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zu einem Showdown bei der Wahl des Präsidiums. 

Christian Träsch, ehemaliger Spieler der Schanzer und gebürtiger Ingolstädter wirft mit seinem Team den Ring in den Hut. In seinem Team ist unter anderem der ehemalige und langjährige Finanzgeschäftsführer Franz Spitzauer dabei. Spitzauer gilt mit Jackwerth und Harald Gärtner als Erfolgsarchitekt des FC Ingolstadt. Unter ihre Zeit fällt der Bau des Stadions, die Etablierung in der 2. Bundesliga sowie die Zweitligameisterschaft und die beiden Bundesliga-Jahre. Seit dieser Zeit gleicht der Klub allerdings einem fragilen Gebilde. Eine Etablierung in der 2. Bundesliga stand zwar in vielen Strategiepapieren. Doch sie ist bis dato krachend gescheitert. 

Der Trainerstuhl blieb ein heißer und auch bei der sportlichen Leitung kam es immer wieder zu Personalrochaden: Michael Henke, Manuel Sternisa, Florian Zehe, Malte Metzelder hielten sich nicht lange auf ihren Posten oder wurden gnadenlos in die Wüste geschickt. Die Besetzung des Trainerpostens mit Leuten mit Stallgeruch wurde weder bei Stefan Leitl noch bei Roberto Pätzold eine Erfolgsgeschichte. 

Der Verein (e. V.) entwickelt sich nach wie vor gut. Die Frauen haben sich in der 2. Bundesliga etabliert und wurden in den vergangenen Jahren immer wieder gestärkt. Das NLZ brachte und bringt immer wieder gute Talente hervor. Hier kam es vor kurzem aber auch zu einer Personal-Rochade. Angesichts dessen dass die Männer in der 3. Liga verweilen, könnte es bald auch hier zu Umstellungen kommen. Beide Spielbetriebe müssen stark subventioniert werden. Nur ewig wird die GmbH vom ihren Eigenkapital nicht zehren können. Damit der FCI weiterhin personell aus den vollen schöpfen kann benötigt man dringend die Zugehörigkeit in Liga 2. 

Und jetzt wird es interessant. Das Team um PJ wurde scheinbar von der Kandidatur des Team Träsch kalt erwischt. Denn die Aussagen von Jackwerth im Donaukurier lassen tief blicken. Fehler sieht Jackwerth keine bei seinem Team. Er möchte die Entwicklung von GmbH und e. V. entkoppelt betrachtet sehen. Allerdings gibt es eine Verzahnung. Drei Mitglieder entsendet das Präsidium in den Aufsichtsrat. Bei jeder Entscheidung sitzt der Verein mit am Tisch. 

Diese windige Floskel hört man auch gerne bei Großkonzernen in der freien Wirtschaft. Alles sei immer zusammen in großer Eintracht entschieden werden, sagen oft die ehemaligen CEOs. Die Mitglieder der Aufsichtsräte, die kontrollieren sollen, schweigen sich munter aus. Und meistens war es eben keiner. 

Streit im Aufsichtsrat ist ebenso kontraproduktiv. Bei vielen Klubs werden hier Machtkämpfe ausgefochten. Aber bisschen mehr Kontroverse, ein bisschen mehr checks and balances würden dem Gremium mit Sicherheit nicht schaden. 

In einem Punkt jedoch hat PJ recht. Bisher blieb das Team Träsch konkrete Ideen schuldig. Sie wollen einen frischen Wind reinbringen, mehr ist bis dato nicht bekannt. Aber alleine den populären Spitzauer ins Team berufen zu haben, könnte dem Team PJ durchaus Stimmen kosten. Denn in der Öffentlichkeit strahlt nur einer aus diesem Team grell: Peter Jackwerth. 

Gleichwohl auf welcher Seite man als Mitglied steht, ist am Ende entscheidend welches Konzept mehr überzeugt. Der Blick nach vorne ist entscheidend. Für den Klub ist eine gute Sache, das nun zwei Teams um die Gunst der Mitglieder werben müssen. Eins ist jedoch unbestritten, allen Beteiligten und den Mitgliedern geht es nur um eins: um eine gute Zukunft des FCI. Und genau das sollte bei der Wahl im Fokus stehen. 

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