Man könnte natürlich sagen, Bremen ist nicht unsere Kragenweite. Es gibt genügend andere Mannschaften gegen die wir punkten müssen. Bremen kam als starker Bundesliga-Absteiger daher, alles ok. Da kann man schon mal 3:0 verlieren. Das dachte ich während des Spiels schon und auch danach. Doch umso mehr ich über das Spiel nachdachte, jetzt auch angereichert durch die Zusammenfassung in der Sportschau, denke ich: das war ein richtig grottiges Spiel unserer Mannschaft.
Das 1:0 stand exemplarisch für den Rest des Spiels. Stümperhaft wurde die Flanke verteidigt, Niklas Schmidt durfte einfach gewähren. Beim 2:0 durch Mitchell Weiser, standen alle Schanzer Verteidiger einfach rum. Keiner ging drauf, keiner versuchte Weiser abzudrängen oder abzugrätschen. Und auch beim 3:0 stand Nico Antonitsch irgendwo, nur nicht da wo er stehen musste. Und durch seinen Fehlpass leitete er die Aktion auch noch mit ein. Hinten also stümperhaft und vorne?

Offensiv hatte die Mannschaft kaum Ideen. Immer wieder wurden lange Bälle nach vorne geschlagen. Man war sich nur noch nicht sicher. War das ein Entlastungsschlag oder waren es ernsthafte Versuche Offensivaktionen aufzubauen? Als der FCI in den letzten 20 Minuten nochmal aufkam, versuchte die Mannschaft den Ball regelrecht ins Tor zu tragen. Es fehlt der Mut, es fehlt der Abschluss und oft fehlen einfach Zentimeter um an die Kugel zu kommen.
In allen Belangen war das zu wenig. Die Neuburger Rundschau sprach sogar von einem Klassenunterschied. Die Niederlage schmerzt umso mehr, da ich Bremen als nicht allzu dominant empfand. Besonders in der ersten Halbzeit hatte Werder zwei Chancen und die waren drin. Ansonsten war Werder viel am Ball, versuchter aber nicht mit Dominanz den FCI zu überrennen. Vom viel beschworenen Gegenpressing und den erzwungenen Kontersituationen war nichts zu sehen beim FCI.
Und da waren auch noch die Outfits. Ich persönlich finde die blauen Trikots ganz cool. Marco bitte verzeihe es mir. Aber bei allen Respekt, zuhause muss schwarz-rot gespielt werden. Damit war die Stimmung im Keller. Es hätte so schön werden können, im Stehblock durfte wieder gestanden werden, die Auslastung durfte erhöht wurden und am Ende steht es: 3:0. Wobei natürlich die Zuschauerzahl, es fanden sich lediglich 5825 Zuschauer im Sportpark ein, auch Fragen aufwirft.
Am Sonntag gewann Düsseldorf gegen Aue 1:0 und verhinderte somit, dass der FCI auf den letzten Tabellenplatz abrutschte. In den nächsten Spielen muss der FCI jedenfalls richtig dicke Bretter bohren. St. Pauli, Düsseldorf, Schalke und Kiel heißen die nächsten Gegner. Alles Gegner gegen die wir selten gut aussahen. Angesichts lediglich vier eigener Treffer (zweischlechteste Offensive mit Aue) und 14 Gegentreffer (schlechteste Abwehr) hat das Team jetzt genügend Arbeit vor sich. Und dann müssen Punkte her. Denn die Luft im Keller wird diese Saison wohl früher dünner, als sonst.
