Wer am 15. Spieltag der Saison 2018/2019 die Startelf der Schanzer betrachtete, dachte sich im ersten Moment wohl: ich glaube ich spinne. Interimstrainer Roberto Pätzold stand beim Spiel gegen den Tabellenführer Hamburger SV an der Außenlinie. Zuvor wurde Alexander Nouri entlassen. Und Pätzold ging bei diesem Spiel „all in“. Vorher war klar, dass Jens Keller kommen wird, doch so schnell konnte halt doch keine Einigung erzielt werden. Und so nutzte Pätzold „seine Chance“ und schickte eine Überraschungself auf den Platz. Georgis Pintidis (jetzt: Sonnenhof Großaspach), Fatih Kaya, Jonatan Kotzke und Fabijan Buntic feierten ihre Profi-Debüts. Und alle machten ihre Aufgabe richtig gut. Die Schanzer hielten lange dagegen. Am Ende musste sich das Team mit 1:2 geschlagen geben. Aber vor allem ein Spieler wird dieses Spiel nicht vergessen, nämlich Fatih Kaya. Kaya erzielte bei seinem Profi-Debüt nämlich gleich sein erstes Tor. Nach einer Ecke von Sonny Kittel netzte er zum Anschlusstreffer ein.

Unter Keller und Oral kam Kaya dann nur noch viermal zum Zug, in der Relegation bestritt er beide Partien. Durchgestartet ist Kaya dann in der 3. Liga. In insgesamt 36 Partien, traf er sechsmal. Zu Beginn der Saison spielte Kaya auch öfters auf der Außenbahn. In der vergangenen Saison stand Kaya 27-mal auf dem Platz, konnte aber nur zwei Treffer erzielen. Diese Saison ist Kaya einer der frühen Gewinner dieser Saison. Gegen Aue im Pokal erzielte er als Joker den 2:1-Siegtreffer, gegen Sandhausen traf er ebenfalls als Joker zum 2:0. Kaya so scheint es zumindest aktuell ist Pätzolds Joker-Typ. Von Beginn an stand er bisher noch nicht auf dem Platz. Ayensa und Kutschke sind gesetzt.

Kaya und das merkt man in jeder Minute auf dem Platz, ist voller Leidenschaft und Freude. Er überträgt diese Leidenschaft auf seine Kollegen und die Fans. Er gehört zur „Jungschanzer-Bande“ um Merlin Röhl, Filip Bilbija, Fabijan Buntic und Thomas Keller die sich kontinuierlich weiterentwickelt haben. Roberto Pätzold verhalf u. a. ihm zum Profi-Debüt, jetzt vertraut Pätzold selbstverständlich weiter auf ihn. Dieses Vertrauensverhältnis zu einigen jungen Spielern und eine klare Spiele-Idee, das könnte die Erfolgsformel der Schanzer in dieser Saison werden.
