Leben² – Dickes D – das war der Kirchentag in Dresden

Wow, Wahnsinn, faszinierend, groß – es gibt viele Worte die den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden beschreiben. Die Losung für den diesjährigen Kirchentag lautete „da wird auch dein Herz sein“ (Matthäus 6,21). Hier mein Tagebuch zu meinen ersten und garantiert nicht letzten Kirchentag.

Dienstag, 31. Mai 2011 (Anreise)
Dresden, die schöne Stadt im Herzen Sachsens. Mit dem Auto braucht man, wenn man gut fährt 4,5 Stunden. Mit dem Zug, über fünf Stunden. Diese Fahrt zieht sich ziemlich lange. Denn der Zug hält wirklich überall. Die Fahrt ging über Ingolstadt, Nürnberg, Hof nach Dresden. Mit 20-minütiger Verspätung kamen wir dann in Dresden an, da die Neigetechnik ausfiel bei unserem Regional-Express. Dann erstmal Orientierung am Hauptbahnhof. Wie kommen wir dein Stadtteil Neustadt, in dem sich unsere Helferschule befindet. Mit der Tram geht es dann vom Hauptbahhnof mitten in die Neustadt, dem Szeneviertel schlechthin in Dresden. Hier befinden sich alle Lokale, Bars der Stadt. Der erste Eindruck der Stadt: Wow! Alles Altbau, alles superschön und einfach Wahnsinn! Dann sind wir endlich da. Wir richten uns ein, in einem der vielen Klassenzimmer. Was tun wir? Wir betreuen eine Helferschule. In dieser Helferschule übernachten, wie der Name schon sagt, viele Helfer die beim Kirchentag helfen und sich mit verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten einbringen. Wir sind die Quartiermeister und betreuen die Schule.

Ein Gebäudekomplex, von insgesamt drei. 

Die Helfer die hier übernachten, werden eingewiesen, was die Regeln in der Schule sind. Wir weisen ihnen das Zimmer zu und betreuen den Tresen. An diesem Tresen, kontrollieren wir anhand eines Quartierausweises, ob die Helfer hier übernachten und rein dürfen. Es gibt  Schichten die fünf Stunden andauern und der Tresen ist rund um die Uhr besetzt. Wir bayerische Quartiermeister, haben uns etwas einfallen lassen um die Einlasskontrolle einfacher zu gestalten. Wir haben einfach Buttons gestaltet, mit dem Kirchentag-Logo drauf (dem Herz) und mit bayerischen Wappen. Die Helfer konnten diesen Button für 0,50 Euro erwerben und an das Helferhalstuch hin pinnen. Dann sehen wir den Button und gewähren Eintritt. Wir als Helfer wurden mit einem Helfer-Shirt ausgestattet, sowie einem Helfer-Halstuch und dem Helferausweis sowie eine Fahrkarte. Denn die Helfer dürfen kostenlos alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen. An diesem Abend reisen verdammt viele Helfer an, deswegen ist der Stress ziemlich groß. Die Schule an sich besteht aus der einzelnen Gebäudekomplexen und hat sonst über 500 Schüler. Die Schule ist ein Gymnasium und beherbergt nachdem regulären Unterricht  die Volkshochschule. Das Gymnasium ist ein naturwissenschaftlich-musisches-künstlerischen Gymnasium. Dieser Tag ist für uns noch nicht so anstrengend. Ich bin erst am Dienstag angereist noch mit zwei Münchner Studenten, die nicht bei den Pfadis aktiv sind, aber trotzdem uns beim Quartier betreuen helfen. Unsere 18-Mann-Quartiermeister-Truppe besteht aus Pfadis aus Kalchreuth, Karlshuld, Reutlingen und Weiden. Die drei „Chefs“ unseres Teams sind bereits seit Samstag für den Kirchentag unterwegs. Sie haben eine Rad-Gruppe von Wittenberg bis Dresden begleitet und für die Gruppe das Frühstück zubereitet. Der Tag endet schnell und so geht es weiter.

Mittwoch, 01. Juni 2011 
Die erste Nacht ist überstanden, wir wachen auf und schon ist Besprechung. Der letzte Tag wird reflektiert und die kommenden Tage besprochen, vor allen die Schichten werden eingeteilt. Ich habe Schicht von 15:00 Uhr – 20:00 Uhr. Jede Schicht dauert fünf Stunden. Die Verpflegung ist für die Helfer kostenlos und läuft zentral ab, doch wir sind noch nicht so vertraut mit dem Stadtplan und essen so in der Neustadt. Die Neustadt das Szene-Viertel lernen wir dann abends genauer kennen. Wir besuchen ein paar Lokale und lernen das einzigartige Flair Dresdens kennen. Die Helfer bereiten in der großen Helferschule, morgens das Frühstück zu und sind sonst am Tresen. Wenn man keinen Tresendienst hat, kann man sich die Stadt ansehen, bummeln, an Veranstaltungen teilnehmen oder einfach nur chillen. Auf dem Kirchentag wird einem nicht langweilig.

Donnerstag, 02. Juni 2011 
Hello Dresden, zum ersten Mal sehen wir, mehr als nur  die Neustadt. Wir nehmen zum ersten Mal an der zentralen Verpflegung teil. Bisher gab es zum Essen, Pizza und Döner. Ist ja alles um einen herum. Wir fahren mit der Tram zum Kongresszentrum, dass nicht unweit der Elbe liegt. Dort steht ein riesiges Zelt und dort gibt es Essen für die Helfer. Etwa 3.000 Menschen haben am zentralen Mittagessen teilgenommen, ist eine Zahl, die mir ein Helfer mitteilt, der Essen verteilt. Also Helfer sind an jeder Stelle des Kirchentags zu finden. Es gibt Leberkäse mit Breze, da fühlt man sich ja gleich heimisch und/ oder Nudeln mit Soße. Wir Bayern werden von allen freundlich empfangen. Die Dresdner sind super  freundlich und hilfsbereit, richtig tolle Leute. Die Helfer die bei uns schlafen, sind aus allen Ecken des Landes. Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Hessen usw. Keinem ist der Weg zu weit, zur größten christlichen Veranstaltung in Deutschland. An diesen Abend geht es nach der Nachmittagsschicht von 15:00 Uhr – 19:30 Uhr zum Wise Guys Konzert. Jetzt gibt es erstmal Pizza. Wieder einmal, doch wenn die Pizzeria nur 80 Meter entfernt ist, also wirklich gleich nur um die Ecke, dann sollte man dass auch nutzen.

Freitag, 03. Juni 2011
An diesen Freitag verwandelte sich unser Schulhof in einen Veranstaltungsort. Den ganzen Tag fand bei uns eine gut besuchte Veranstaltung statt (über 1.500 Besucher). Prominente Gäste waren zu Gast u. a. Ex-Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Frank-Walter Steinmeier, hab ich leider mitbekommen, wie er sprach, da ich in der Küche stand und Frühstück zubereitete. Abends gab dann Eckart von Hirschhausen einen 30-minütigen Spontanauftritt und er war echt klasse. Ich kannte ihn, habe allerdings noch nichts von ihm live gesehen. Nach seinem Auftritt ging ich hinter die Bühne, zugleich Durchgang der Helfer in Hauskomplex A und sprach mit ihm kurz. Wie er den Kirchentag so findet und dass ich seinen Aufritt super fand. Nachdem der Pausenhof den ganzen Tag von Menschen gesäumt war, kehrte endlich Ruhe ein. Das Quartiermeister-Team ging abends in Dresden weg, besser gesagt um die Ecke. Denn unsere Quartierschule befand sich ja in mitten der Neustadt. Das ganze Team, erlebte Dresdens Nachtleben von seiner schönsten Seite. Nochmal ein toller Abschluss.

Samstag, 04. Juni 2011
Den Samstag konnten wir nutzen, zumindest der Karlshulder Trupp. Denn der zweite Teil des Quartiermeister-Teams kam aus Reutlingen. Die übernahmen heute den kompletten Tag. Wir nahmen uns Zeit für die Dresdner Innenstadt, natürlich ging es auch zum Shoppen. Zahlreiche Fotos wurden gemacht. Den Dresdens Innenstadt ist einfach Wahnsinn. Abends gingen wir gemeinsam zum Essen. Wir sahen das Bauwerk über das Dresden lange diskutierte. Die Elbtalbrücke. Ein gigantisches Bauwerk, dass noch im Bau ist und jetzt schon ziemlich phänomenal aussieht. Vom Restaurant hatte man  einen schönen Ausblick. Nachdem gemeinsamen Essen, fuhr ein Teil zurück zur Schule, ein Teil fuhr noch in die Stadt um dort tolle Nachtaufnahmen zu machen. Einige Fotos siehe im Post. Da kam langsam Wehmut auf, die letzte Nacht in Dresden und morgen geht es um 4:00 Uhr aus dem Schlafsack, weil ich da nochmal Frühstück zubereite mit drei weiteren Helfern.  Nach gefühlt tausenden von Fotos, geht es zurück zur Schule. Noch ein bisschen unterhalten und dann ins Bett. Denn der nächste Tag, zugleich der Abreisetag wird nochmal anstrengend. Alles muss passen, alle müssen nochmal zusammenarbeiten.

Sonntag, 05. Juni 2011 
04:00 Uhr morgens, ich werde geweckt, ich habe zwei Stunden Schlaf hinter mir. Nun heißt es Frühstück zubereiten, für 500 Helfer, die heute Dresden wieder in Richtung Heimat verlassen. Es muss genügend Kaffee da sein, denn der ist bei Morgen-Menschen vor allem um diese Uhrzeit extrem wichtig. Ich bin trotz des Schlafmangels voll aufgedreht und gut drauf. Grüße alle Helfer am Morgen mit „Guten Morgen.“ Doch nach drei Stunden Frühstück lässt der Elan nach. Ist auch klar. Der Kirchentag neigt sich dem Ende zu. Um 7:30 Uhr endet das Frühstück für die Helfer, bis 9:00 Uhr muss die Schule geräumt sein. Die Gruppen die Schule verlassen haben und die Klassenzimmer im Ur-Zustand abgenommen sein. Um 9:00 Uhr versammeln sich dann die Quartiermeister um ihr Frühstück einzunehmen, ehe es dann heißt, Endspurt. Küche klar machen, Zimmer klar machen, Gebäude klar machen, das volle Programm. Bis dann endlich um 14:00 Uhr es heißt Abfahrt in Richtung nachhause. Noch ein kurzer Abstecher in die Geschäftsstelle und dann hoffentlich nicht in einen Stau fahren. Doch kaum die Autobahn gewechselt, stehen wir eben in einem Stau. Alle wollen raus aus Dresden, alle nachhause vom Kirchentag. Wir fahren über die Bundesstraße dann irgendwann wieder auf die Autobahn. Doch unsere geplante Fahrzeit verlängert sich ungewollt. Immer wieder Staus, dann Zwischenstopps in Weiden und Kalchreuth, weil da ein Teil unseres Teams wohnt und „abgesetzt“ wird. Schließlich noch ein heftiges Gewitter. Um 23:00 Uhr dann endlich komm ich in Karlshuld wieder an. Der Kirchentag ist vorbei.

Und es war eine tolle Woche. Ich hab eine neue Stadt kennengelernt, eine bezauberende Stadt. Tolle Leute, viel erlebt und hatte wirklich tolle Gespräche. Der Kirchentag war Spitze in Dresden! In zwei Jahren findet er in Hamburg statt. In Dresden war mein Herz und diese Stadt werde ich doch im Herzen behalten, weil sie mich so fasziniert hat, vor allem nachts. Danke an alle Quartiermeister für diese tolle Woche. Vielen, vielen Dank!

Fotos einfach anklicken, für eine  bessere, scharfe Auflösung! 
Mehr Bilder folgen über Picasa, die Tage. 

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