Sports² – Erzfeind, Münchens große Liebe und eine kaufmännische Katastrophe

Ja der TSV 1860 München. Erzfeind von Bayern, Münchens große Liebe, ewiger Schlagzeilenmacher, ewig zuhause auf Giesings Höhen. Der TSV 1860 München und ich, wir werden uns nie lieben. Wieso denn auch? Der TSV 1860 bleibt einfach ein Erzrivale meines FC Ingolstadt 04. Auch wenn erst das vierte oberbayerische Derby zwischen beiden ausgespielt wurde. Was auch klar ist, der FC Ingolstadt ist nach einjähriger Abstinenz wieder zurück in Liga zwei.
Die Löwen sorgen stets für Schlagzeilen in der Bundesliga und sind doch ein Stück Fußballgeschichte. 1860 gegründet und bis heute mit Tausenden von treuen Fans, die schon allerhand durchgemacht haben. Von den freudigen Zeiten wie den Pokalseig 1964 oder die Meisterschaft 1966, als auch Leidenszeiten mit Abstiegen, einen Lizenzentzug, der den Gang in die Bayernliga zur Folge hatte und natürlich jetzt mit dem Bangen um die ungewisse Zukunft.
Seit dem letzten Abstiegs ins Unterhaus der Bundesliga, ging der TSV durch Sturm und Eiswind. Wie mittlerweile bekannt ist, ging der TSV 1860 München mit Schulden in den Stadionbau der Münchner Arena vor den Toren Münchens in Fröttmaning. Mit dem neuem weiten Rund, wurden die Löwen ohnehin nie froh. Zu hohe Stadionmiete, aber auch zu wenig Zuschauer aufgrund der sportlichen Situation machen das drittgrößte Stadion der Bundesrepublik zum finanziellen Grab der Löwen. Hätte 1860 allerdings den sportlichen Erfolg, sprich Top fünf in der 2. Bundesliga oder sogar 1. Bundesliga, würden bestimmt über 40.000 Zuschauer ins Stadion kommen. Doch sie träumen weiter von der Rückkehr ins Grünwalder Stadion. Das natürlich ein großes Stück Münchner Fußballtradition in sich trägt. Doch das Stadion ist nicht einmal „gut“ genug für die Regionalliga, was die Parkplatzsituation alleine schon angeht, sowie die Sanitären Anlagen und die Medienbereiche. Wobei von richtigen Medienbereichen hier ja nicht die Rede sein kann. Sogar ein Umbau würde nicht mehr bringen. Profifußball ist in diesem Stadion einfach nicht möglich.
Der Ausweg aus der finanziellen Misere für die Münchner Löwen wäre wohl der Aufstieg. Der verspricht mehr Geld aus der Liga und natürlich auch Sponsoren-Zuwachs. Allerdings fehlt für den Aufstieg, eben das Geld um einen Kader zu schaffen, der fähig wäre aufzusteigen. Ein Teufelskreis. Auch wenn ich die 60er schon a weng gescheid dick habe, trotzdem ist es doch ein unterhaltsamer Verein. Mit wirklich treuen Fans und natürlich auch vielen Kapriolen.
Kaufmännisch gesehen ist 1860 aber einfach eine Katastrophe. Nicht umsonst wurden mittlerweile 14 Millionen Euro Schulden angehäuft, wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß keiner. Man ist bemüht einen jordanischen Kaufmann als Retter und Geldgeber an Land zu ziehen. Den ersten Antrag hat allerdings die DFL (Deutsche Fußball Liga) abgeschmettert und um Nachbesserung gebeten. Bald soll die Entscheidung fallen. Es wird sich dann auch die Zukunft von 1860 München in der 2. Liga entscheiden. Sportlich gesehen, verlief die Saison für den TSV 1860 alles andere als gut. Auch der Zuschauerschnitt ist nicht gerade rosig. In keinem Heimspiel in dieser Saison kamen mehr als 30.000 Zuschauer in die Allianz-Arena. Die meisten Zuschauer kamen zu den Derbys gegen Augsburg (29.200) und gegen Ingolstadt (28.100). Die komplette Saison stand 1860 im Niemandsland der Tabelle, jenseits von gut und böse. Luft nach unten und Luft nach oben. Keine Spur von Aufstiegseuphorie. Träumen tun sie alle, doch es fehlt an Geld um diesen Aufstieg alleine zu finanzieren.
Nachdem der FC Augsburg als Vize-Meister der 2. Liga, Hertha BSC Berlin in die Bundesliga folgt, muss sich der TSV 1860 München wohl nun einen neuen Erzrivalen suchen. War es doch bisher der FC Augsburg, in der 2. Liga. Nun rückt wohl der FC Ingolstadt 04 in der Riege als neuer Erzfeind nach. Der FC Bayern München bleibt Hassobjekt bei den Löwen und Uli Hoeneß wird regelmäßig besungen als „Hurensohn“ und diversen anderen geschmacklosen Ausdrücken.
1860 muss sich endlich finanziell konsolidieren um langfristig  wieder Bundesliga spielen zu können. Doch erst mal muss sich der Verein neu ordnen und zur Ruhe kommen. Denn an der Grünwalder Straße ist nie Ruhe. Man ist es ja gewohnt, dass in Giesings Höhen immer etwas passiert. 

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