Leben² – Rettet die bayerische Sprache

Was wäre die Welt ohne Kommunikation. Sprechen, schreiben, Körpersprache, alles Möglichkeiten zu kommunizieren. Die wichtigste Kommunikationsspache bleibt wohl das Sprechen.
Insgesamt so heißt es laut NEON Unnützes Wissen, sind etwas die Hälfte von 7000 auf der Welt vom Aussterben bedroht. Die lebendigste Sprache, tote Sprache ist und bleibt Latein. Grundwerkzeug in Medizin und den Naturwissenschaften (Physik, Biologie, Chemie).
Eine Sprache so vielfältig wie weniges auf der Welt ist bayerisch. Das „normale“ bayerisch, wird in Altbayern gesprochen (Oberbayern, Oberpfalz und Niederbayern). Allerdings gibt es wieder regionale Dialekte. Selbst die Möösler haben einen Dialekt. Bei uns ist das woarscht und hoscht sehr bekannt. Typisch Möösler heißt es. Im dunkeln hat mich auf dem Pfingstlager mal einer von Fürstenfeldbruck gehört und erkannte mich nur an der Sprache (!!).
Dann gibt es da die Franken, die oft als „zuagroaßten“ bezeichnet werden (zugereiste). Weil Franken ja seit 200 Jahren erst Teil von Bayern ist. Die Franken selbst haben eine eigene Sprache. Die wie man schon aus dem Zusammenhang herausfinden kann, fränkisch heißt. Die Franken sprechen das k, wie ein g. Und das t wie d. Hier mal eine Anekdote von der Landesversammlung des VCP Bayern 2010. Die Landesversammlung ist das höchste Gremium des VCP Land Bayern. Hier reden 95% fränkisch, 2% bayerisch, 2% hochdeutsch, 1% sagt gar nichts. Die 2% bayerisch reden die Karlshulder. Sonst alles nur fränkisch. Denn die Region Schwaben ruht. Die meisten von der Region Donau (Oberpfälzer Stämme) reden hochdeutsch. Sonst sind die restlichen Regionen aus Franken (Frankenjura, Fichtelgebirge, Mitte usw.). Der Stamm Spitalhof gehört auch zu unserer Region Isar, allerdings reden die Stadtleute hochdeutsch. So kann man das Rechenbeispiel ja wohl nachvollziehen. Die Zahlen kommen nicht von mir, sondern vom Beda aus unserem Stamm, der auf der LV war.
So meine ich, rettet die bayerische Sprache. Sie stirbt aus. So wird gelacht, wenn ich mal in der Klasse den Begriff „Därndl“ (Mädchen) in die Runde werfe. Alte Begriffsgebung für Mädchen oder Frau. Die bayerische Sprache stirbt langsam. Selbst rede ich auch bayerisch, aber verständlich. Das ist wichtig, Mundart ja, aber auch verständlich. Ich zeige damit meine Wurzeln. Warum soll ich denn in Bayern hochdeutsch reden? In anderen Orten, die außerhalb des bayerischen Herrschaftsgebiet sind, rede ich hochdeutsch. Aus Respekt, ich will verstanden werden und andere wollen mich verstehen. Freilich klingt zu dolles bayerisch, ungehobelt oder ungebildet. Aber man muss es ja nicht übertreiben. Aber das Bayerische sollte schon noch erhalten bleiben, auch in etlichen von Jahren. Rette mir den Dialekt, rettet mir die bayerische Sprache. Ist schon wichtig die Sache. Allerdings auch wichtig ist. Dass man nicht so schreibt, wie man bayerisch spricht. Denn im bayerischen wird immer die 2. Vergangenheit hergenommen (I bin schwimma ganga – ich bin schwimmen gegangen). Man sagt nicht: i war schwimma – ich war schwimmen. Eine bayerische Spracheigenheit. Wer hochdeutsch und in der richtigen Sprache schreibt, obwohl der bayerisch redet. Der macht alles richtig.
Ich selbst werde mich mal für 48 Stunden meiner Heimatsprache entledigen. Ich werde einen Selbstversuch wagen, 48 Stunden hochdeutsch reden. Gewagt, gell.
Oiso, weida boarisch ren, dann passt ois,
Servus euer Maxl

Kommentar verfassen